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Über dieses Buch

Die Nachfolge ist eine Problemstellung aus dem Kernbereich der Betriebswirtschaftslehre, denn sie tritt regelmäßig im Lebenszyklus einer jeden Unternehmung auf. In der Literatur finden sich trotz der Bedeutung des Nachfolgevorgangs dennoch vergleichsweise wenige Arbeiten, die sich auf wissenschaftlichem Niveau mit der Thematik auseinandersetzen. Michael Olbrich unterzieht die Nachfolge einer allgemeinen, theoretisch-konzeptionellen Analyse und Strukturierung, um auf diesem Wege einen Beitrag zur Grundlagenforschung im Bereich der entscheidungsorientierten Betriebswirtschaftslehre zu leisten. Nach einführenden, alle Nachfolgeformen betreffenden Modellierungen des Nachfolgeprozesses konzentriert sich der Verfasser auf die Nachfolgeform des Verkaufs und zeigt auf heuristischem Wege, wie ein Eigentümer seine Nachfolge ziel- und entscheidungsfeldbezogen gestalten kann.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Die Unternehmungsnachfolge in Form des Unternehmungsverkaufs

Zusammenfassung
Nach GUTENBERG stellt eine Unternehmung ein System von Produktionsfaktoren dar, das durch die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit, Autonomie, Alleinbestimmung, Erwerbswirtschaft und des finanziellen Gleichgewichts geprägt ist. Neben dem bereits seit Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu beobachtenden wachsenden Interesse an Fragen der Gründung der Unternehmung tritt seit einiger Zeit auch die Thematik der Unternehmungsnachfolge zunehmend in das Bewußtsein von Wissenschaft und Praxis. Auslöser hierfür ist in erster Linie die große Zahl an Betrieben, die derzeit oder in naher Zukunft eine Nachfolge durchführen müssen: Schätzungen gehen davon aus, daß sich in Deutschland pro Jahr Familienunternehmungen – also Gesellschaften, die in der Hand natürlicher, durch Verwandtschaft oder Heirat miteinander verbundener Personen liegen – in fünfstelliger Zahl diesem Problem gegenübersehen.
Michael Olbrich

II. Ein allgemeines Prozeßmodell der Unternehmungsnachfolge

Zusammenfassung
Die eingehende Analyse des Prozesses der Nachfolge – also des Ablaufs der Übertragung des Eigentums an einem Betrieb und der damit verbundenen Leitungsmacht – ist für die weitere Untersuchung aus zwei Gründen von erheblicher Bedeutung: Zum einen dient sie dazu, den Verkauf in den betriebswirtschaftlichen Gesamtrahmen der Entscheidung für den Vollzug einer Nachfolge und der Wahl zwischen den alternativen Nachfolgeformen einzubetten. Zum anderen ermöglicht sie es, die dem Eigner offenstehenden Gestaltungsmöglichkeiten im Zuge des Nachfolgeablaufs zu identifizieren und damit nach zeitlichen und inhaltlichen Aspekten zu differenzieren. Zu beachten ist bei der Analyse des Prozesses der Unternehmungsnachfolge zunächst, daß dieser im Schrifttum keineswegs einheitlich interpretiert wird. Gemeinsam ist den einzelnen Phasenkonzepten in der Literatur lediglich die Konzentration auf die Betrachtung des Nachfolgeablaufs im Falle der Familienunternehmung und damit die Vernachlässigung der Übertragungen nicht in Familienhand liegender Betriebe.
Michael Olbrich

III. Die Dimensionen der Nachfolgegestaltung

Zusammenfassung
Im vorangegangenen Kapitel II wurde vor dem Hintergrund des individuellen Zieles und Entscheidungsfeldes des Unternehmungseigners im Rahmen eines allgemeinen Prozeßmodells herausgearbeitet, warum dieser sowohl die Entscheidung zum Vollzug einer Nachfolge trifft als auch sich dazu entschließt, die Übereignung nicht in Form der Basisvorgehensweisen Vererbung, Schenkung, Stiftung oder etwaiger Kombinativvorgehensweisen, sondern ausschließlich im Wege einer Veräußerung zu vollziehen. Darüber hinaus wurde gezeigt, daß sich der Wahl der Alternative des Verkaufs eine komplexe Gestaltungsentscheidung anschließt, in deren Kontext der abgebende Eigentümer klären muß, auf welche Art und Weise er die von ihm avisierte entgeltliche Abgabe des Betriebes verwirklichen will, um sein Gewinnmaximierungsziel möglichst weitgehend zu erreichen.
Michael Olbrich

IV. Eine Heuristik zur Durchführung der Unternehmungsnachfolge

Zusammenfassung
Der Begriff der Heuristik wird im Schrifttum nicht einheitlich abgegrenzt; es finden sich zwei unterschiedliche Interpretationen. Einerseits wird unter einer Heuristik eine Verfahrenstechnik im Sinne einer speziellen „Rechenvorschrift“ oder eines Algorithmus verstanden, die der Bewältigung von Problemstellungen dient, für die keine effizienten, optimierenden Lösungswege bekannt sind. Eine solche verfahrenstechnische Sichtweise sieht in der Heuristik ein zweitbestes Lösungsschema; ihr soll im weiteren nicht gefolgt werden. Statt dessen wird die Heuristik hier als Strukturierungsregel verstanden (und dies entspricht der zweiten im Schrifttum anzutreffenden Interpretation), mit deren Hilfe ein schlechtstrukturiertes, zunächst nicht lösbares Ausgangsproblem schrittweise in wohlstrukturierte, lösbare Unterprobleme überführt wird. Dabei verspricht die Lösung dieser Unterprobleme eine als befriedigend angesehene Bewältigung des Ausgangsproblems.
Michael Olbrich

V. Die Zusammenfassung der Ergebnisse

Zusammenfassung
Weite Teile des Schrifttums verzichten auf eine definitorische Konkretisierung des Begriffs der Unternehmungsnachfolge; lediglich einige wenige Autoren deuten ihn als Übertragung des Eigentums an einem Betrieb und der daran geknüpften Leitungsmacht innerhalb eines Familienkontextes. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird dagegen eine weitergehende Abgrenzung vorgenommen: Der Terminus der Nachfolge erfährt hier eine Subsumtion aller Vorgänge, bei denen das Eigentum an einer Unternehmung oder einem Unternehmungsteil und die damit verbundene Leitungsmacht durch ein Wirtschaftssubjekt abgegeben werden, unabhängig davon, ob dieser Transfer zwischen Familienmitgliedern erfolgt oder nicht.
Michael Olbrich

Backmatter

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