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Über dieses Buch

In der Schulwirklichkeit der inzwischen allein in Deutschland über 200 Waldorfschulen finden sich unterschiedlichste Tätigkeitsfelder, Ausbildungsgänge und Qualifikationsprofile. An Waldorfschulen unterrichten Klassenlehrer ihre Klasse vom ersten bis zum achten Schuljahr. Fachlehrer, z.T. mit Staatsexamen, unterrichten Fremdsprachen oder Musik. Durch die starke Betonung des musisch-künstlerischen Bereichs gibt es an Waldorfschulen Lehrer, die es an staatlichen Regelschulen kaum oder gar nicht gibt. Wie sieht die schulische Alltagswirklichkeit für die unterschiedlichen Waldorflehrer heute aus? Im diesen Band erläutern namhafte Kenner der Waldorfbewegung - Praktiker und Forscher, Berater und Ausbilder - Selbstverständnis und Alltagsprobleme, Traditionen und Entwicklungsperspektiven.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung des Herausgebers

Zusammenfassung
Waldorflehrer ist ein Beruf mit vielen Facetten. Waldorflehrer werden gelegentlich beneidet, manchmal belächelt, bisweilen geschmäht und oft sogar verehrt.
Heiner Barz

Waldorflehrer/innen zwischen gestern und morgen

Frontmatter

Die Gründungsidee der Waldorfschulen und das Problem der Schul- bzw. Lehrerautonomie im internationalen Kontext

Zusammenfassung
Die Waldorfschule wurde von ihren Gründern 1919 in Abgrenzung zur antiken Bildungstradition, die Erziehung und Unterricht als Vermittlung gesellschaftlicher und religiöser Werte und Inhalte verstand, als kulturgeschichtlich bedingter Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft gesehen, der ganz auf das aufbaut, was im Individuum veranlagt ist.
M. Michael Zech

Lehrerinnen und Lehrer an Waldorfschulen – Eine kleine Polemik zum Berufsbild des Lehrers und was damit zusammenhängt

Zusammenfassung
Laut einer Studie von Barz und Randoll (2007) bringt keine pädagogische Denomination prozentual so viele Lehrerinnen und Lehrer hervor, wie die Waldorfschulen in Deutschland, nämlich um die 15%. Das ist, laut dieser Studie, ungefähr ein fünfmal so hoher Prozentsatz wie an Regelschulen.
Christof Wiechert

Konzept und Praxis der Hannoverschen Kassen zur sozialen Sicherung der Waldorflehrer

Zusammenfassung
„Die Hannoverschen Kassen sind eine Vereinigung von und für Menschen, die Zukunft gestalten und Solidarität üben wollen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, finanzielle und soziale Grundlagen zu schaffen, damit Menschen in Würde alt werden können.“ So lautet ein Auszug aus dem Leitbild und gibt den Impuls der Hannoverschen Kassen (HK) wieder.
Regine Breusing, Solveig Steinmann-Lindner

Ausprägungen des Berufsbildes

Frontmatter

Der Klassenlehrer an Waldorfschulen – Auftrag, Sternstunden, Herausforderungen

Zusammenfassung
Das Berufsprofil des Klassenlehrers gehört zu den herausragenden Merkmalen der Waldorfschule. Die Tatsache, dass eine Lehrerpersönlichkeit acht Jahre lang täglich in einer Klasse unterrichtet und dabei 10 verschiedene Fächer in drei- bis vierwöchigen Epochen vermittelt, erinnert an frühere Dorfschulen. Heute erscheint es sehr ungewöhnlich, dass Lehrerinnen und Lehrer Inhalte an die Schüler weitergeben, die sie zuvor nicht in einem wissenschaftlichen Studium erarbeitet haben.
Ulrike Luise Keller, Peter Loebell

Zum Fremdsprachenunterricht an Waldorfschulen

Zusammenfassung
Verfolgt man wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus jüngster Zeit, beispielweise aus der Neurologie und der Neurobiologie (Ernst Strüngmann Forum 2012) so fällt auf, dass mittlerweile ein Erkenntniszuwachs vorliegt, welcher die Vorgänge beim Erlernen einer Fremdsprache analysiert und erklärt. So wurde beispielsweise mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und der Magnetresonanztomografie (MRT) etc. nachgewiesen, dass bestimmte Lernmuster, beziehungsweise die Art und Weise des Lernens insgesamt Auswirkungen auf den ganzen Menschen haben (Sachs 2010, S. 228).
Gisela Riegler

Eurythmie unterrichten

Zusammenfassung
Eurythmie ist mit Begründung der Waldorfschule im Jahre 1919 als obligatorisches Unterrichtsfach der Klassen 1 – 12 und zweites Bewegungsfach neben Turnen/ Sport von Rudolf Steiner eingerichtet worden. Das aus dem Griechischen stammende Lehnwort Eurythmie kann als „Gleich- und Ebenmaß in der Bewegung“ oder „schöne Bewegung“ übersetzt werden.
Regine Basfeld

Werken: Unzeitgemäßes Tun?!

Zusammenfassung
Der künstlerisch-handwerkliche Unterricht bildet einen zentralen Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Waldorfschule, gilt doch der praktische Unterricht als Ausgangspunkt der geistigen Bildung der Schüler, denn „sinnvoll sich übende leibliche Tätigkeit ist in Wirklichkeit lebendige Geistigkeit“ (Martin 1991, S. 8).
Jochen Krautz, Klaus Schröder

„Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben“ – Musik-Künstler als Erziehungskünstler

Zusammenfassung
„Musiklehrer an einer allgemeinbildenden Schule? … Ich – Bestimmt nicht!“ So oder so ähnlich ist oft der Gedankengang, wenn es infolge des Berufswunsches ‚Musiker‘ dann um die Frage des konkreten Berufsbildes geht. Der junge Mensch, der die Musik zu seinem Beruf machen möchte, sehnt sich zumeist nach einer Bühnentätigkeit.
Holger Kern

Die pädagogische Teamarbeit an integrativen und inklusiven Waldorfschulen – eine Chance für die Waldorfpädagogik

Zusammenfassung
Als Eltern und Lehrer Anfang der 1990er Jahre im Begriff waren, ein Konzept für die neu zu gründende Integrative Waldorfschule in Emmendingen (Baden- Württemberg) zu entwickeln, wurde deutlich, dass viele Elemente aus der Waldorfpädagogik neu gedacht werden mussten. Für Klassen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden sollten, war es nötig, neben zahlreichen anderen Fragen, auch die Rolle des Klassenlehrers neu zu betrachten.
Silke Engesser, Thomas Erle

Pädagogische Herausforderungen im interkulturellen Kontext

Zusammenfassung
Eines der zentralen Probleme des deutschen Bildungssystems ist die vielfach empirisch nachgewiesene und breit diskutierte Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund aus sozial schwachen Schichten (Konsortium Bildungsberichterstattung 2006; Brater et al. 2009, S. 10-46). Angesichts dieser Lage wird intensiv nach Konzepten zur Verbesserung der Chancengleichheit gesucht.
Zan Redzic, Albert Schmelzer

Waldorflehrerausbildung 2.0

Frontmatter

Zur wissenschaftlichen Ausbildung von Waldorflehrern

Zusammenfassung
Der Lehrerberuf ist jedem Menschen bekannt; jeder hat eine klare Vorstellung und konkrete Erwartungen. Da sind zunächst natürlich die eigenen Erinnerungen an markante Persönlichkeiten, die uns während der ersten Schuljahre die elementaren Kulturtechniken „beigebracht“ haben. Ulrich Herrmann geht davon aus, dass „die Person des Lehrers (und nicht der ‚Stoff‘ oder gar der Lehrplan) das Interesse am Lernen (initiiert), ohne das bekanntlich Lernen gar nicht stattfindet“ (2002, S. 22, Hervorhebungen im Original).
Peter Loebell

Studium und Ausbildung zum Waldorf-Oberstufenlehrer – unter besonderer Berücksichtigung der Quer- und Seiteneinsteigerprogramme

Zusammenfassung
An vielen Freien Waldorfschulen hat es sich eingebürgert, die Klassen 1-4 als Unterstufe, die Klassen 5-8 als Mittelstufe und die Klassen 9-13 als Oberstufe zu bezeichnen. Diese Nomenklatur ist konzeptionell begründet, haben doch die meisten Schulen das Ende der sogenannten Klassenlehrerzeit mit dem Abschluss des achten Schuljahrs festgelegt (Weißert 2000).
Wilfried Sommer

Internationale Perspektiven

Frontmatter

Waldorfpädagogik weltweit – Ein Gespräch mit Christof Wiechert zur Situation der Waldorflehrerbildung auf den Kontinenten

Zusammenfassung
Manche halten es für keinen Zufall, dass die Waldorfpädagogik im deutschsprachigen Raum ihren Ursprung nahm. Wer sich mit Waldorfpädagogik näher beschäftigt, wird aber schnell feststellen, dass es sich um ein weltweit verbreitetes Netz von Ideen, Individuen und Institutionen handelt, das sich unter den verschiedensten kulturellen Rahmenbedingungen als anpassungsfähig erwiesen hat. In 60 Ländern werden derzeit (Stand Juni 2012) 1.023 Schulen gezählt, die nach der Pädagogik Rudolf Steiners bzw. nach den Prinzipien der Waldorfpädagogik arbeiten.
Christof Wiechert, Heiner Barz

Erfahrungen der Waldorfschulen und Waldorflehrer in Russland

Zusammenfassung
Kürzlich feierte die Waldorschulbewegung in Russland ihr 20-jähriges Jubiläum. Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen und über zukünftige Entwicklungen nachzudenken. Folgende Tatsache gibt Anlass zu gründlicher Besinnung über den zurückgelegten Weg: Als Anfang der 1990er Jahre die ersten Publikationen und Kurse erschienen, waren die Waldorf-Initiativen ein aktuelles Thema für das ganze Land. Die jungen Initiativen erhielten Unterstützung auf allen Ebenen, in allen Städten und Regionen.
Vladimir Sagvosdkin

Waldorflehrer/innen im Spiegel der Forschung

Frontmatter

Vom Puritanismus zum Pragmatismus? Metamorphosen im Selbstverständnis der Waldorfpädagogen

Zusammenfassung
Wie erleben Waldorflehrer ihren Beruf? Woran orientieren sie sich im Alltag? Was erleben sie als Erfolg? Welchen Herausforderungen und Belastungen sehen sie sich gegenüber? Auf derartige Fragen versuchte ein von 2009 bis 2012 durchgeführtes Forschungsprojekt zu „Arbeitsbedingungen, Arbeitszufriedenheit und Arbeitsbelastung von Waldorflehrern“ Antworten zu finden.
Heiner Barz

Waldorflehrer aus Schüler- und Elternsicht

Zusammenfassung
Wie schätzen Waldorfschüler ihre Lehrkräfte ein? Wie beurteilen sie die Lehrer- Schüler-Beziehung, Klassenführung und Unterrichtsgestaltung? Wie schätzen sie die Wirkung der Lehrer-Schüler-Beziehungen ein und inwiefern unterscheiden sie sich in ihren Einschätzungen von Regelschülern?
Sylva Liebenwein

Entwicklung eines Qualitätsverfahrens für Unterricht – Pädagogische Unterrichtsentwicklung

Zusammenfassung
Der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Qualitätsverfahrens durch den Bund der Freien Waldorfschulen war die Frage nach der Verbesserung der Qualität von Unterricht. Dafür wurde unmittelbar das zentrale Geschehen im Klassenzimmer in den Blick genommen. Üblicherweise ist damit die Frage verbunden, was unter Qualität verstanden werden soll und wie diese gemessen werden kann. Das wiederum führt fast zwangsläufig zur Notwendigkeit der Einführung von Standards, die erst Qualität messbar machen.
Richard Landl

Backmatter

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