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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung

Zusammenfassung
Ein Boden, im Sinne der Bodenkunde, ist Teil der belebten obersten Erdkruste. Er ist nach unten durch das feste oder lockere Gestein, nach oben durch eine Vegetationsdecke bzw. die Atmosphäre begrenzt, während er zur Seite gleitend in benachbarte Böden übergeht. Bereits 1972 verwies der Europarat in der Bodencharta auf die Bedeutung der Böden für den Naturhaushalt und erklärte den Boden zu einem der kostbarsten und damit schützenswertesten Güter der Menschheit.
Dieter A. Hiller, Helmut Meuser

2. Naturräumliche und geologische Situation

Zusammenfassung
In den nachfolgenden Abschnitten werden — zum besseren Verständnis der anthropogenen Eingriffe, welche zur Überformung der Morphologie einer ganzen Region geführt haben — zunächst wesentliche Rahmenbedingungen, die einen prägenden Charakter auf das Ruhrgebiet hatten bzw. noch haben, dargestellt.
Dieter A. Hiller, Helmut Meuser

3. Ausgangssubstrate der Bodenbildung in Stadtböden

Zusammenfassung
In anthropogen überprägten Stadtböden findet man außer umgelagerten natürlichen Fest- und Lockergesteinen eine große Anzahl technogener Substrate, die zuvor unterschiedliche technische Prozesse durchlaufen haben.
Dieter A. Hiller, Helmut Meuser

4. Merkmale der Böden im urban-industriellen Verdichtungsraum Ruhrgebiet

Zusammenfassung
Zur Beantwortung der Frage, welche typischen Bodenformen sich im Ruhrgebiet im Laufe der ca. 150jährigen uban-industriellen Überprägung auf Arealen mit für die Region charakteristischen Nutzungen entwickelt haben und wie sich diese von den naturnahen Standorten in Morphologie und Eigenschaften unterscheiden, mußte darauf geachtet werden, daß die zur weiteren Untersuchung ausgewählten urban-industriell veränderten Böden eine entsprechende Variation besitzen. Aus diesem Grund wurden zu 21 Stadtböden von Oberhausen, ein deren Entstehungsgeschichte in weiten Bereichen ähnliches Probenkollektiv in Essen ausgewählt. Zum anderen wurden auch noch Standorte und Umfeld der in der Vergangenheit dominierend das Revier prägenden Industrien aufgenommen, die, wie der Bergbau und die Kohleveredelung oder die Schwerindustrie, immer mehr vom wirtschaftlichen Niedergang betroffen sind. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, daß in Zukunft viele der unter den vorgenannten Nutzungen stehenden Areale in das Stadium der „Industriebrache“ übergleiten, und die Fragen nach den Bodeneigenschaften dieser Standorte nicht nur im Rahmen des Flächenrecyclings einer Klärung bedürfen.
Dieter A. Hiller, Helmut Meuser

5. Gefährdungspotentiale von Stadtböden

Zusammenfassung
Der Direktkontakt Boden-Mensch erlangt vornehmlich bei Kindern im Alter von 2-6 Jahren Bedeutung. Das ausgeprägte Hand-zu-Mund-Verhalten dieser Altersgruppe führt dazu, daß belastetes Bodenmaterial oral aufgenommen werden kann. Die Spielplatzerlasse in Nordrhein-Westfalen (Kramer et al. 1990) und Bayern (AG Umwelthygiene 1994) gehen bei der humantoxikologischen Bewertung von einer Bodeningestion von 1 g/Tag aus. Zu bedenken ist jedoch, daß auf sehr stark belasteten Standorten Fragen akuter Toxizität auftreten können, wenn hohe, einmalige Bodenaufnahmen von bis zu 30 g stattfinden. Das Problem der oralen Bodenaufnahme von Kleinkindern betrifft primär die obersten 35–40 cm räumlich eng gefaßter Spielanlagen. Die Sandkörner der Sandkästen sind dabei weniger bedeutungsvoll als die daran angrenzenden Teilflächen, da der kontinuierlich auszutauschende Quarzsand keine Belastungen aufweist. Die Problematik der oralen Bodenaufnahme kann jedoch nicht auf Spielanlagen reduziert werden, da auch andere Flächen (Kindergärten, Schulgelände, Gärten) stark von Kleinkindern frequentiert werden. Außer durch das Schadstoffpotential im Boden existiert bei einigen technogenen Substraten auch eine Gefahrenquelle durch das Substrat selbst (Verletzungsgefahr z.B. durch scharfkantige Substrate).
Dieter A. Hiller, Helmut Meuser

6. Merkmale und Eigenschaften ausgewählter anthropogen veränderter Bodenvergesellschaftungen im Ruhrgebiet

Zusammenfassung
Bei dieser nahe dem Stadtkern, von Essen gelegenen Industriebrache handelt es sich um ein 2,5 ha großes Gelände. Eine historische Recherche ergab einen vielfältigen Nutzungswandel, der nachfolgend kurz skizziert wird:
  • 1858 Verkehrstechnische Erschließung durch einen Eisenbahnanschluß zur Steinkohlenzeche Viktoria Mathias und zum Bahnhof Bergeborbeck
  • 1867 Teil der Städtischen Gaswerke
  • 1874 Teilflächennutzung durch eine Eisengießerei
  • 1934 erneute Nutzung durch die Städtischen Gaswerke
  • 1943 Weitgehende Zerstörung der Gebäude infolge Bombardierung
  • 1956 bis 1998 Städtischer Bauhof
  • künftig geplante Nutzung als Ökologiepark der Universität Essen
Dieter A. Hiller, Helmut Meuser

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