Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Urbanität haftet Individuen weder einfach als Habitus an, noch ist sie in einer Stadt per se gegeben. Vielmehr muss auf die Wechselwirkungen von Stadtraum – sozialen Beziehungen – und Einstellungen rekurriert werden, um zu verstehen, wie die sozialen Netzwerke in der Stadt Offenheit für Urbanität hervorbringen. Christina Herrmann betrachtet den geplanten, neu gebauten Heidelberger Stadtteil Bahnstadt als soziales Labor und untersucht lokale soziale Beziehungen, sowie deren Einfluss auf die Offenheit gegenüber Urbanität qualitativ, quantitativ und netzwerkanalytisch. Dabei thematisiert dieses Buch neben klassischen relationalen Ansätzen auch die Diskussion um die nachhaltige Stadt in der Wissensgesellschaft und die Situationen von jungen Familien in der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Die Stadt in der Gesellschaft

Zusammenfassung
Städte sind älter als Nationen und bekanntermaßen die Geburtsorte von Zivilisation, Kultur und Demokratie. Zugleich sind Städte von jeher Orte, an denen sich soziale Aushandlungen verräumlichen (Rüthers 2018) und dadurch verstetigen. Auch globale gesellschaftliche Entwicklungen werden in Städten sichtbar.
Christina Herrmann

Kapitel 2. Stadtentwicklung im gesellschaftlichen Wandel

Zusammenfassung
Dieses Kapitel beginnt mit einer Annäherung an eine Beschreibung der Gegenwartsgesellschaft. Die gesellschaftliche Ebene wird dabei in Beziehung zur individuellen Ebene und zur Stadtentwicklung gesetzt (dazu: Kapitel 2.1). Mit Blick auf das Fallbeispiel der Heidelberger Bahnstadt wird zum einen auf die Reurbanisierung ohne Gentrifizierung, zum anderen auf die Raumnahme von jungen Familien in der Stadt rekurriert.
Christina Herrmann

Kapitel 3. Eine relationale Sichtweise auf Urbanität

Zusammenfassung
Wie aus dem einst in Kleingruppen lebenden Wildbeuter Homo Sapiens ein höflich kultivierter Mensch in einem großstädtischen Café werden konnte, ist nur in Wechselwirkung von Individuum und Gesellschaft zu verstehen. Laut Tönnies versinnbildlicht sich die Gesellschaft in der Großstadt und steht der Gemeinschaft gegenüber (Tönnies 2012). Die Gemeinschaft ermöglicht soziale Kohäsion, wobei die innere Solidarität oftmals Hass und Misstrauen gegenüber Außenstehenden und Fremdgruppen mit sich bringt (Homans 1960, S. 418; Vollhardt et al. 2009; Thomas 1992).
Christina Herrmann

Kapitel 4. Hypothesenbildung

Zusammenfassung
In Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung wäre es zunächst plausibel anzunehmen, dass lokale Beziehungen unwichtiger werden und es vielmehr - unabhängig von der räumlichen Nähe - enge Vertraute sind, die die Einstellungen von Menschen beeinflussen. Wenn dies der Fall ist, denn legt das die Grundlage dafür, dass lokale soziale Beziehungen weniger wichtig für die Offenheit für Urbanität werden und auch die lokalen Gelegenheitsstrukturen im Stadtteil nicht länger maßgeblich sind. Eine Folge könnte dann die in Kapitel 2.2 diskutierte Solidarität aus der Distanz sein, bei der eine urbanophile Grundhaltung (Frank 2013a, S. 78) auch ohne Fremdheit und Heterogenität im Stadtteil möglich bleibt.
Christina Herrmann

Kapitel 5. Operationalisierung und Ablauf der Befragung

Zusammenfassung
Netzwerkstrukturen haben bekanntermaßen Einfluss beispielsweise auf Entscheidungen, Kooperation, Innovation und auch Meinungen (Friedkin 1998; Katz und Lazarsfeld 1966). Argumente für die Methode der sozialen Netzwerkanalyse verweisen häufig darauf, dass man mit dieser Methode „unsichtbare“ Strukturen aufdecken kann: Wenn sich einander unbekannte Menschen auf der Straße begegnen, wissen sie in der Regel nichts über die jeweiligen sozialen Beziehungen des Gegenüber. Es gibt verschiedene Arten sozialer Netzwerke, daher stellt sich zunächst die Frage: Ist die Erhebung eines Gesamtnetzwerkes angezeigt oder ist die Erhebung von Egonetzwerken zielführender? Falls nur ein Egonetzwerk erhoben würde: Werden die Alter-Alter-Beziehungen, also die Beziehungen zwischen den Kontakten einer befragten Person, erhoben oder nicht? Ebenfalls ist zu klären, wie genau die einzelnen entsprechenden Netzwerkmaße erhoben werden könnten.
Christina Herrmann

Kapitel 6. Soziologisches Portrait der Heidelberger Bahnstadt

Zusammenfassung
Durch das Projekt: „Urban Office an der Universität Heidelberg: Einrichtung eines Reallabors Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft“ wurde es ermöglicht, die Heidelberger Bahnstadt seit 2015 intensiv zu beforschen. Zur Vorbereitung und für die Recherche der Hintergründe wurden zahlreiche Interviews und Gespräche geführt, Veranstaltungen besucht, Beobachtungen gemacht und Dokumente gesichtet. Auch wenn die zahlreichen Impressionen nur sehr ausschnitthaft wiedergegeben werden können: Die Methodenvielfalt war maßgeblicher Teil des Prozesses, weshalb dieses Kapitel über die quantitativen Methoden hinausgeht.
Christina Herrmann

Kapitel 7. Soziale Beziehungen und die Offenheit für Urbanität

Zusammenfassung
Nach der vorangegangenen Beschreibung der sozialen Hintergründe gilt es nun, sich den konkreten Hypothesen zuzuwenden. Dabei wird wie folgt vorgegangen: Im ersten Schritt wird untersucht, wie die Befragten auf die Urbanitätsitems (dazu: Kapitel 5.2) geantwortet haben. Dazu werden zunächst die deskriptiven Verteilungen dargestellt.
Christina Herrmann

Kapitel 8. Resümee und Ausblick

Zusammenfassung
Bei Fragen zur sozialen Nachhaltigkeit geht es nicht um Blitzlichter und Momentaufnahmen, sondern um langfristige Auswirkungen von Entwicklungen. Daher ist auch der vorliegende Querschnittsdatensatz unzureichend, um über die soziale Nachhaltigkeit der Bahnstadt eine Aussage zu treffen. Vielmehr bietet diese Studie eine relationale Sichtweise auf eine Facette der Stadtentwicklung in der Gegenwartsgesellschaft.
Christina Herrmann

Backmatter

Weitere Informationen