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20.01.2022 | Venture Capital | Gastbeitrag | Online-Artikel

Der Staat hilft Gründern mit Wagniskapital

verfasst von: Maximilian Schreiber

4 Min. Lesedauer

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Eine Unternehmensgründung kostet Geld. Viele Gründer stecken ihr gesamtes Vermögen in ihre Geschäftsidee. Reicht das nicht, müssen sie andere Wege einschlagen. Ihnen hilft unter anderem Wagniskapital von staatlichen Beteiligungsgesellschaften.

Zusätzlich zu diversen privaten Gesellschaften für Venture Capital (VC) unterstützen die Investitionsbanken der deutschen Bundesländer Start-ups bei der Verwirklichung ihrer Geschäftsideen mit Risiko- oder Wagniskapital. Die Förderbanken unterhalten entsprechende Abteilungen oder sind an Gesellschaften beteiligt, die als Venture-Capital-Geber fungieren. Exemplarisch werden nachfolgend drei überaus aktive Beteiligungsgesellschaften der Förderbanken vorgestellt. 

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IBB Beteiligungsgesellschaft mbH

Die IBB Beteiligungsgesellschaft wurde im Jahre 1997 als Tochter der Invest Berlin ins Leben gerufen. Bei ihrer Ausrichtung konzentriert sich das Institut auf die Vergabe von Wagniskapital auf Unternehmen im Technologiebereich im Berliner Umkreis sowie Unternehmen und Existenzgründer aus der Kreativwirtschaft. Dazu zählen Branchen wie der Informations- und Kommunikationsbereich, die Life-Science-Industrie im Bereich von Biotech und Meditech sowie die Industrietechnologie. 

Bei den VC-Beteiligungen für Start-ups und Existenzgründer mit einer praktikablen Geschäftsidee aus den genannten Bereichen handelt es sich um Minderheitsbeteiligungen. Diese betragen zwischen 15 und 25 Prozent des Stammkapitals. In manchen Fällen finanziert die IBB auch als Lead-Investor. Dann liegt die Höhe des Kapitals bei maximal 49 Prozent des Stamm- beziehungsweise Grundkapitals des Unternehmens. Bei zusätzlichen Finanzierungsrunden kann sich die Beteiligungsgesellschaft an einzelnen Start-ups mit bis zu drei Millionen Euro beteiligen. 

Bei sämtlichen VC-Investitionen strebt der Finanzdienstleister eine mittelfristige Dauer der Beteiligung von fünf bis sieben Jahren an. Existenzgründer, die eine Idee aus den bevorzugten Sektoren der Beteiligungsgesellschaft haben, sich für eine Zusammenarbeit mit der IBB interessieren und aus dem Gebiet Berlin-Brandenburg stammen, können mit der Gesellschaft Kontakt aufnehmen.

Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW 

Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft für die mittelständische Wirtschaft im Bereich von Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 1975 von der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer sowie einiger Kreditinstitute zur Förderung der regionalen Wirtschaft ins Leben gerufen. Die NRW Bank ist mit 49 Prozent der Anteilseigner.

Die KBG-Beteiligung erzeugt durch ihre Kooperation mit den Bürgschaftsbanken zahlreiche Synergien. Daneben wird die Beteiligungsgesellschaft durch Steuerbefreiungen staatlich unterstützt. Tätigkeitsbereiche für das Institut sind zum Beispiel die Gründung von Existenzen, die Nachfolge bei Unternehmen, Investitionen zur Expansion und Unternehmenssicherung.

Die maximale Höhe des Beteiligungsbetrages für die Gründung von Existenzen liegt bei einer Million Euro. Dabei werden die Konditionen jeweils Fall für Fall ausgehandelt. In den meisten Fällen wird ein fixer und variabler Teil bei den Kosten für das Kapital vereinbart. Dabei unterstützt die Beteiligung die Gründung von Existenzen aus den Bereichen des Handwerks, des Handels und den Dienstleistungen. 

Im Fokus stehen ein konkludentes Unternehmenskonzept sowie eine angemessene, fachliche Qualifikation des Gründers. Die geplante Dauer der Beteiligung liegt zwischen sieben und zehn Jahren. Zusätzlich müssen für die Geschäftsideen nachhaltige Marktchancen gegeben sein. Darüber hinaus sollte der Gründer sein Start-up in Nordrhein-Westfalen aufbauen wollen.

Bayerische Beteiligungsgesellschaft

Die BayBG ist die größte Beteiligungsgesellschaft für den bayerischen Mittelstand. Hauptform der Beteiligung des im Jahr 1972 gegründeten Instituts ist die stille Beteiligung. Aber auch Mezzanine- und  VC-Finanzierungen sowie Private-Equity-Beteiligungen gehören dazu. Im VC-Bereich liegen die Beteiligungsbeträge zwischen 275.000 und 1,5 Millionen Euro. In Ausnahmenfällen kann eine bereits erfolgte Beteiligung auf bis zu fünf Millionen Euro erhöht werden.

Das Ziel des Start-ups sollte es sein, innerhalb von zwei Jahren die Schwelle zur Profitabilität zu überschreiten. Eine genaue Dauer der Beteiligung wird nicht festgesetzt und ist von der Geschäftsidee und der Form der Finanzierung abhängig. Üblicherweise liegt die Dauer der Beteiligung bei diesen VC-Finanzierungen zwischen fünf und sieben Jahren. 

Für Existenzgründer sämtlicher Branchen bietet die BayBG ein besonderes Programm in einer Dimension des Beteiligungskapitals von 25.000 bis 275.000 Euro an. Etablierte Betriebe aus Handwerk, Handel und Gewerbe, die bereits seit fünf Jahren bestehen, können eine Finanzierung des Wachstums zwischen 10.000 und 125.000 Euro beantragen. Eine Unternehmensnachfolge wird mit bis zu fünf Millionen Euro gefördert und für Turnaround-Finanzierungen stellt die BayBG einen Betrag von anfangs 550.000 bis einer Million Euro zur Verfügung. 

Fazit: Vom Darlehen über eine Bürgschaft bis zum Mikrokredit, auch von staatlicher Seite gibt es viel Unterstützung für Existenzgründer. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Förderbanken, Bürgschaftsbanken oder Beteiligungsgesellschaften. Auch andere Fördermittel, anderes Eigenkapital, andere Zuschüsse und Bürgschaften, Darlehen und Mikrokredite finden Gründer in einer Kapitalgeberdatenbank im Internet. Gründer können auf eigene Faust recherchieren oder einen Berater zu Rate ziehen. Übrigens: Es gibt auch Förderungen für die Beratungsleistung - das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten.

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