Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

In diesem Band wird aus medien- und kommunikationswissenschaftlichen, ingenieurwissenschaftlichen, philosophischen, geographischen oder rechtlichen Perspektiven, von Standpunkten des Veranstaltungs-, Verkehrs- und Social Media-Managements sowie aus feuerwehrlichen Überlegungen heraus Veranstaltungskommunikation thematisiert, denn: Kommunikation ist die Schnittstelle zwischenmenschlicher Interaktion. Ob im Alltag oder in krisenhaften oder katastrophischen Ausnahmesituationen ist sie eines der Mittel zur Herstellung von Sicherheit. Dies gilt auch und gerade im Kontext von Großveranstaltungen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Festivals, Sportereignisse, Konzerte oder Volksfeste mit zum Teil mehreren tausend Besuchern sind fester Bestandteil in nahezu allen Kulturen. Insbesondere in den westlichen Zivilisationen identifizierten jedoch verschiedene Autoren einen zunehmenden Trend der „Eventisierung“, der Zunahme derartiger Veranstaltungen mit immer größeren Publika. Beispielsweise Gerhard Schulze (2005) prägte hierfür den Begriff „Erlebnisgesellschaft“.
Christoph Groneberg

Kommunikationsmanagement von Großveranstaltungen – Eine systemund prozessanalytische Perspektive

Zusammenfassung
Die Geschichte zahlreicher tragischer Unglücksfälle und Katastrophen bei Großveranstaltungen – der tragische Verlauf der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 ist in wacher Erinnerung – zeigt nicht nur, wie dringend der Bedarf für leistungsfähige Sicherheitslösungen ist. Sie lehrt auch, und darauf hatte Wolf Dombrowsky einmal in einer Diskussion zum Thema Krisenkommunikation hingewiesen, dass in vielen solcher tragischen Fälle ursächlich organisatorische und Managementfehler am Anfang kritischer Lagen standen, die dann im Verlauf und am Ende überkritischer Eskalationen auch durch noch so viele Kommunikationsbemühungen nicht mehr „eingefangen“ und korrigiert werden konnten.
Gebhard Rusch

Veranstaltungskommunikation als vernetzte Praxis – Großveranstaltungen aus Sicht der Akteur-Netzwerk-Theorie

Zusammenfassung
Die neueren Entwicklungen der Medientechnologien haben die Omnipräsenz von Kommunikation und Information zu einem integralen Bestandteil nahezu aller Facetten unseres Lebens werden lassen. Mit dieser Ausweitung medialer Verfügbarkeit wird auch die alte Frage nach dem Einfluss der Technik auf den Ablauf kommunikativer Prozesse und die Vermittlung von Inhalten erneut zu einer höchst dringlichen. Diese Frage wurde bislang verschiedentlich, jedoch keineswegs befriedigend beantwortet. Shannon u. Weaver (vgl. 1949: S. 10ff.) konzentrieren sich mit ihrem informationstheoretischen Modell vor allem auf den Vorgang der technischen Übertragung von Informationen und verstehen diese als Zeichenverteilung in einem bestimmten Verhältnis von Entropie und Redundanz.
Toni Eichler

Offenheit als Prinzip der Veranstaltungskommunikation

Zusammenfassung
Immer wieder kommt es bei Großveranstaltungen zu tragischen Unglücken. Bei vielen Ereignissen werden im Nachhinein umfangreiche Untersuchungen und Problemanalysen durchgeführt, die nicht selten neben technischen und organisatorischen Gründen auch Kommunikationsprobleme zwischen den beteiligten Akteuren des Veranstaltungsmanagements, den (Sicherheits-)Dienstleistern, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie dem Publikum identifizieren. Zurückzuführen sind diese zumeist auf fehlende oder nicht ausreichende Absprachen über Verantwortlichkeiten und Informationsflüsse im Vorfeld einer Veranstaltung sowie mangelhafte oder ganz fehlende Kommunikationstechnik.
Christoph Groneberg

Eine Kulturgeschichte des Crowd Management in gebauten Versammlungsstätten

Soziomechanische, affektive, technokratische und mediale Sicherheits- und Kontrollregimes
Zusammenfassung
Nicht erst seit den Ereignissen in Duisburg im Juli 2010 ist der planerische Umgang mit verdichteten Menschenansammlungen eine gesellschaftspolitische Herausforderung. Mit dem Begriff „Crowd management“ wird in den letzten Jahrzehnten eine Technik beschrieben, die sich dieser Herausforderung als Sicherheitsaufgabe annimmt. Dabei handelt es sich nicht um eine Neuerfindung, sondern um die Systematisierung von bereits vorhandenen Wissensbeständen zum Umgang mit Menschenmassen (vgl. Fruin 1993; Berlonghi 1995; Runkel u. Pohl 2012).
Simon Runkel

Sicher dabei – der Einsatz von Social Media auf Events

Zusammenfassung
Die Sicherheitskommunikation auf Großveranstaltungen gewinnt spätestens seit der Loveparade-Katastrophe 2010 enorm an Bedeutung. Innovative Kommunikationslösungen sind gefragt damit alle Veranstaltungsbesucher in Zukunft weiter sicher und ausgelassen feiern können. Neben der internen Kommunikation zwischen den Behörden, Organisationen und Veranstaltern gilt es neue Möglichkeiten zu nutzen, die Veranstaltungsbesucher zu erreichen und einzubinden.
Christiane Link, Robert Schwerdtner

Eine veränderte Kommunikationskultur: Risiko- und Krisenkommunikation und Monitoring mittels sozialer Medien bei Großveranstaltungen

Zusammenfassung
Neue Kommunikationstechnologien und neues Kommunikationsverhalten werden weltweit kontrovers diskutiert und halten ebenfalls Einzug in den deutschen Bevölkerungsschutz. In diesem Zusammenhang stellt die Risiko- und Krisenkommunikation mittels sozialer Medien bei Großveranstaltungen (im Freien) eine besondere Herausforderung dar. Es stellt sich unter anderem die Frage, ob und in welcher Weise Informationen, die auf den diversen Plattformen der sozialen Medien von Veranstaltungsteilnehmer/innen produziert werden, in Entscheidungsprozesse des Sicherheitskreises (bestehend aus: Veranstalter/in, Dienstleister/inund Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)) mit einbezogen werden.
Ramian Fathi, Stefan Martini, Frank Fiedrich

Kommunikation und Datenschutz bei Großveranstaltungen

Zusammenfassung
Großveranstaltungen sind in der Regel Massenveranstaltungen. Sie werfen vielerlei Sicherheitsprobleme auf, die nur partiell kalkulierbar für die Sicherheitsbehörden und den Veranstalter sind. Zu deren Bewältigung ist eine kontinuierliche Kommunikation der Sicherheitsakteure untereinander und gegenüber den Veranstaltungsbesuchern notwendig.
Antonia Buchmann

Evaluation im Kontext von Großveranstaltungen

Zusammenfassung
An der Planung und Durchführung von Großveranstaltungen beteiligte Akteure sammeln im Rahmen ihrer Tätigkeiten oftmals Erfahrungen, die auf Folgeveranstaltungen übertragbar wären. Nicht immer finden diese Erfahrungen Beachtung in systematisch durchgeführten Nachbereitungen oder Evaluationen. Gerade diese Verfahren können Veranstaltern und Behördenvertretern jedoch dabei helfen, ihr Vorgehen zu professionalisieren und damit die Sicherheit auf Großveranstaltungen zu erhöhen: „Denn ohne genaue Kenntnisse der Zusammenhänge ist keine Wissenstransformation möglich.“ (Paul und Sakschewski 2012: 184) Aspekte der Kommunikation sind hier von zentraler Bedeutung.
Anna K. Schwickerath, Frank Fiedrich, Matthias Heilmann

Level-of-Safety-Konzept für den Fußverkehr bei Großveranstaltungen

Zusammenfassung
Über die Medien veröffentlichte Bilder von Unfällen mit zahlreichen Toten und Verletzten im Rahmen von Großveranstaltungen haben sich – spätestens seit den Ereignissen bei der Loveparade 2010 in Duisburg – in unser kollektives Gedächtnis eingeprägt. Welche Mängel oder Fehlentscheidungen sind aber ursächlich für diese Unfälle? Bei einer genaueren Analyse zeigt sich oft wie schwierig es ist zu ermitteln, welche Ursachen zu welchen Wirkungen und letztlich zum Schaden geführt haben. Eine mittelbare Ursache für die teils tödlichen Verletzungen ist auf den Bildern jedoch häufig zu erkennen: Die Überfüllung war so groß, dass es dem Einzelnen nicht mehr möglich war, sich dem Gedränge der Menschenmenge zu entziehen.
Stefan Holl, Maik Boltes, Armin Seyfried

Einsatz von Medien und Kommunikation zur Sicherheit von Großveranstaltungen

Zusammenfassung
Berlin ist einer der Veranstaltungsmagnete in Deutschland. Jedes Jahr finden hier tausende Veranstaltungen unterschiedlicher Größe statt. Die größeren von ihnen erreichen zehntausend bis mehrere hunderttausend Besucher. Der überwiegende Teil sind Veranstaltungen in hierfür vorgesehenen Gebäuden und Einrichtungen, wie Sportstätten, Konzert- und Messehallen, für die es entsprechende Regelungen und Genehmigungen gibt (vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 2005, 2010).
Frank Altenbrunn

Einsatz von Medien und Kommunikation zur Sicherheit von Großveranstaltungen

Kommunikation im Krisenfall – das Modell der Landeshauptstadt München
Zusammenfassung
Die Sicherheit von Veranstaltungen wird in Deutschland bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Gesetzen und Verordnungen geregelt und geht in ihren Ursprüngen auf die Sicherheit von Theateraufführungen zurück (vgl. Eckart u. a. 2013: 6). Dennoch gibt es im föderalen System der Bundesrepublik, trotz dieser langen historischen Tradition, außerhalb des Geltungsbereichs der Versammlungsstättenverordnungen der Länder, keine gesonderten Vorschriften. Ob eine Orientierung außerhalb des Geltungsbereichs erfolgen soll, muss dem Einzelfall überlassen werden.
Dennis Vosteen
Weitere Informationen