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11.03.2019 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Alternativlose Zusätze: Marktstudie zu Kunststoff-Additiven

Autor:
Dr. Hubert Pelc

Additive erleichtern die Verarbeitung von Kunststoffen, schützen sie gegen Hitze und UV-Strahlen und erweitern das Eigenschaftsspektrum durch die Modifikation von Materialeigenschaften. Das Marktforschungsinstitut Ceresana hat jetzt zum zweiten Mal den gesamten Weltmarkt für alle bedeutenden Kunststoff-Additive untersucht und bewertet.


„Erst Additive ermöglichen den dauerhaften Einsatz von Kunststoffen in immer neuen Anwendungen“, erläutert Oliver Kutsch, der Geschäftsführer von Ceresana. Das Marktforschungsinstitut hat in seiner Studie den gesamten Weltmarkt für alle bedeutenden Kunststoff-Additive betrachtet: Füllstoffe, Weichmacher, Pigmente, Flammschutzmittel, Stabilisatoren, Schlagzähmodifikatoren, Gleitmittel, Antioxidantien, Treibmittel sowie sonstige Kunststoff-Additive.

Steigende Nachfrage nach Kunststoff-Additiven

Pro Jahr erreicht die weltweite Nachfrage nach Kunststoff-Additiven insgesamt rund 33,3 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte davon wird in Asien-Pazifik verbraucht. Dahinter folgen mit großem Abstand Nordamerika und Westeuropa. Da Kunststoffe oft praktikabler und leichter sind, ersetzen sie immer häufiger andere Materialien, wie beispielweise Holz oder Metall. Deshalb wird sich auch die Nachfrage nach Kunststoff-Additiven in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter erhöhen. Die aktuelle Studie untersucht detailliert die jeweilige Entwicklung einzelner Kunststoff-Additive in den bedeutendsten 16 Ländern.

Bauindustrie ist größter Nachfrager

Kunststoffe finden in alle Industrien aufgrund ihrer sicheren, verlässlichen, leichten und preiswerten Eigenschaften immer häufiger Anwendung. Insbesondere in der Bauindustrie werden sehr viele Kunststoffe eingesetzt: Sie sind unter anderem bei der energetischen Dämmung von Gebäuden zunehmend erste Wahl. Die Bauindustrie muss in vielen Disziplinen überzeugen, beispielsweise Effizienz, Qualität, Umwelt- und Brandschutz. Deshalb werden weltweit die meisten Kunststoff-Additive in diesem Anwendungsgebiet eingesetzt. Am zweithäufigsten werden Kunststoff-Additive für Verpackungen gebraucht: Kunststoffverpackungen gewinnen immer mehr an Beliebtheit, da sie leicht, einfach zu handhaben, mikrowellengängig und optisch ansprechend sind, den Inhalt gut erkennen lassen und dafür sorgen, dass die Ware möglichst lange haltbar und geschmacksintensiv bleibt. Ceresana prognostiziert auch für dieses Anwendungsgebiet einen weiterhin steigenden Verbrauch von Kunststoff-Additiven. Bedeutende Abnehmer sind auch Fahrzeughersteller und die Elektro- und Elektronik-Industrie.

Ohne Weichmacher kein PVC

In der Studie wird der Additiv-Einsatz in unterschiedlichen Kunststoff-Sorten genauer betrachtet, das heißt in Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen, Polypropylen, Polyurethan, technischen und sonstigen Kunststoffen. Da PVC an sich ein sprödes, hartes und weißes Material ist, werden weltweit die meisten Additive in diesem Kunststoff-Typ eingesetzt, um ihn an verschiedenste Einsatzmöglichkeiten anzupassen. PVC-Hersteller sind mit Abstand die größten Verbraucher von Weichmachern, die Kunststoffe weicher, flexibler, geschmeidiger und elastischer machen. Weichmacher kommen zum Beispiel bei der Herstellung von Kabelummantelungen und Bodenbelägen zum Einsatz.

Füllstoffe sind häufigste Beimischung

Bei über 50 % der weltweit verbrauchten Kunststoff-Additive handelt es sich um Füllstoffe. Danach folgen Weichmacher und Pigmente. Für Kunststoffe werden pro Jahr über 17,6 Millionen Tonnen Füllstoffe gebraucht. In der Regel erhöhen preiswerte Füllstoffe das Volumen eines Stoffgemischs, ohne die wesentlichen Eigenschaften zu ändern. Immer öfter werden auch hochgefüllte Kunststoffe mit für die jeweiligen Kunden maßgeschneiderten Eigenschaften hergestellt: Mit bis zu 85 % Füllstoffanteil verfügen sie über sehr gute mechanische Eigenschaften und sind oft kostengünstiger als herkömmlichere Werkstoffe. 

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