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20.01.2020 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Anschlussförderung „Biobasierte Klebstoffe“ durch das BMEL

Autor:
Dr. Hubert Pelc
2 Min. Lesedauer

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) will die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung im Bereich Klebstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen weiter unterstützen. Vielversprechende Arbeiten des ersten Förderschwerpunktes von 2014 sollen nun zur Praxisreife geführt werden. 

Zudem gilt es, sich neuen Herausforderungen an moderne, nachhaltige Klebstoffe zu stellen und das Potenzial biobasierter Rohstoffe hierfür auszuschöpfen. Der Förderaufruf ist bis zum 15. Juni 2020 befristet. Projektskizzen nimmt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Projektträger des BMEL, entgegen. 

Zusätzliche Funktionalitäten von Klebstoffen

Für die Anschlussförderung können Projektideen zu biobasierten Klebstoffen für Kunststoffe, Metalle, mineralische Werkstoffe, Textilien, Holz, Papier und Pappe eingereicht werden. Gewünscht ist einerseits die Klebstoffentwicklung für traditionelle und innovative Anwendungen in der Industrie, in der Medizin oder im Konsumentenbereich. Andererseits geht es um neue, zusätzliche Funktionalitäten der Klebstoffe. So könnten die biogenen Klebstoffe zum Beispiel über elektrisch leitende, biozide, brandhemmende oder abdichtende Eigenschaften verfügen, leicht zu recyceln, besonders emissionsarm oder unbedenklich im Kontakt mit dem menschlichen Körper sein.

Beteiligung der gewerblichen Wirtschaft

Großen Wert legt das BMEL auf eine Beteiligung der gewerblichen Wirtschaft. Kleine und mittelständische Unternehmen sind ausdrücklich erwünscht. Schon im vorangegangenen BMEL-Förderschwerpunkt „Biobasierte Klebstoffe und Bindemittel“ von 2014 erwiesen sich die Konsortien mit enger industrieller Beteiligung als besonders erfolgreich. Im Rahmen dieses Förderschwerpunktes hatte das BMEL zwischen 2015 und 2019 insgesamt 17 Teams aus Wissenschaft und Unternehmen bei der Entwicklung alternativer Klebstoffe und Bindemittel unterstützt. Am 18. und 19. September 2019 wurden die Ergebnisse auf einem Abschlussworkshop in Dresden vorgestellt und im Hinblick auf weiteren Förderbedarf diskutiert. In der Folge wurde nun der neue BMEL-Förderaufruf  veröffentlicht. Er dient zum einen dazu, begonnene, vielversprechende Arbeiten zur Praxisreife zu führen. Zum anderen soll er innovative Lösungen für neue oder gestiegene Anforderungen an Klebstoffe auf den Weg bringen.

Hintergrund

Der Industriebereich Klebstoffe ist ein großer und stetig wachsender Markt. 2018 umfasste er in Deutschland ca. 955.000 Tonnen mit einem Produktionswert von etwa 1,9 Mrd. Euro. Parallel zu den steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen nimmt das Interesse an Klebstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen zu.

Weitere Informationen 
 

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2018 | Buch

Einführung in die Chemie nachwachsender Rohstoffe

Vorkommen, Konversion, Verwendung

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Verbundwerkstoffe

Quelle:
Werkstoffe

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