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20.11.2017 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Klebstoffe mit Duftnote

Autoren:
Dr. Hubert Pelc, Nadine Klein

Es wird allgemein hingenommen, dass Klebstoffe unangenehm riechen. Doch muss das sein? In umfangreichen Analysen konnten am Fraunhofer IVV Substanzen identifiziert werden, die für diese Gerüche verantwortlich sind.

Kaum ein modernes Produkt kommt ohne Klebstoff aus – der Werkstoff findet sich beispielsweise in Windschutzscheiben, Handydisplays, Schuhen, Teppichen, Pflastern oder Physiotapes. Einige der Kleber enthalten Lösungsmittel, die unangenehm riechen. Aber auch lösungsmittelfreie Produkte oder solche mit geringen Gehalten an Lösungsmitteln können einen scharfen und intensiven Geruch verströmen. Darüber, welche Substanzen für die Ausdünstungen verantwortlich sind und wie sie auf den menschlichen Organismus wirken, ist bislang wenig bekannt. Dieser Problematik widmet sich die Abteilung Analytische Sensorik am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV. Prof. Dr. Andrea Büttner und ihr Team haben unter anderem vier lösungsmittelfreie Acrylklebstoffe untersucht, um herauszufinden, welche Komponenten die störenden Gerüche auslösen.

Hinweis auf bedenkliche Substanzen

Bei ihren Analysen konnten die Wissenschaftler 27 Geruchstoffe identifizieren, die diese Gerüche verursachen, darunter Methylmethacrylat, Acetophenon, 1-Butanol, 4-Metylphenol, Phenylessigsäuremethylester und Essigsäure. 20 Substanzen wurden erstmals als geruchsaktive Bestandteile von Klebstoffen entdeckt, wie beispielsweise die chemische Verbindung Borneol. Ebenso variantenreich wie die nachgewiesenen Geruchsstoffe waren die Geruchseindrücke, die von stechend, fruchtig, lederartig, rauchig bis schimmelig reichen. "Wenn Produkte besonders stark riechen, kann das darauf hinweisen, dass bedenkliche Substanzen enthalten sind", so Prof. Büttner. Einige der Proben enthielten phenolische Verbindungen, die im Verdacht stehen, erbgutverändernd zu sein. Die Abteilungs- und stellvertretende Institutsleiterin sieht einen deutlichen Handlungsbedarf, die Produktentwicklung von Klebstoffen zu optimieren: "Unsere Analysen zeigen, dass eine Reihe der gefundenen Substanzen eliminiert werden muss – nicht nur im Hinblick auf die Geruchsbelästigung. Die starken Gerüche können durchaus Kopfschmerzen und Schwindel hervorrufen. Hierfür bieten wir Lösungen an".

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