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23.11.2020 | Verbindungstechnik | Nachricht | Online-Artikel

Bodenbelag-Branche blickt verhalten optimistisch auf 2021

verfasst von: Dr. Hubert Pelc

2:30 Min. Lesedauer
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Nach Angaben der GEV – Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe wuchs der Markt für Bodenbeläge und Parkett in 2019 noch um 1,5 Prozent auf rund 2,75 Milliarden Euro. Mittlerweile habe sich der Ausblick für die Branche infolge des Corona-Lockdowns jedoch eingetrübt.

Die Hersteller von Bodenbelägen und Parkett erzielten 2019 einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro. Davon entfielen 697,4 Millionen Euro (+5 Prozent im Vergleich zu 2018) auf PVC-Beläge (Designbeläge) und Parkett imitierende Vinylbeläge. Dagegen wurden 568,6 Millionen Euro (+1,1 % gegenüber 2018) mit klassischen elastischen Bodenbelägen umgesetzt. Danach folgen textile Bodenbeläge (529, 5 Mio. Euro/+ 0,4 %) und Parkett (505 Mio. Euro/+2,8 %). Nur Laminat ist weiter rückläufig: Der Umsatz in 2019 lag bei 446,8 Millionen Euro, dies entspricht einem Minus von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr. 

Die Klebstoff-Hersteller erwirtschafteten zusammen rund 268 Millionen Euro – das bedeutet ein Plus von 1,8 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei sind die Preise nahezu stabil geblieben. Wachstumstreiber war einmal mehr der private Wohnungsbau und hier speziell die Neubauten. Davon profitierten die Hersteller von elastischen Bodenbelägen sowie Parkettklebstoffen mit einem Plus von 1,6 Millionen Euro beziehungsweise 2,4 %. Alle anderen Produktsegmente (Klebstoffe für Linoleum, Kork und textile Bodenbeläge sowie Universalklebstoffe) erzielten lediglich einen Mehrerlös von etwa 800.000 Euro. Der Anteil der EC 1 zertifizierten Dispersionsklebstoffe beziehungsweise Vorstriche liegt aktuell bei 90,1 %.

Corona-Lockdown wirkt sich negativ auf den Gesamtmarkt aus

Auch zu Beginn des Jahres 2020 standen für die Bodenbelag-Wirtschaft noch alle Ampeln auf Grün. Bis im Frühjahr mit dem erzwungenen Corona-Lockdown der Dämpfer kam. Das bekamen auch die Hersteller von Bodenbelägen und Parkett zu spüren. So erwartet ‘Branchenradar.com‘ am Gesamtmarkt einen Erlösrückgang um 3,6 % gegenüber 2019. Besonders betroffen seien dabei Warengruppen, die am Nichtwohnungsbau hängen, also textile Bodenbeläge, Laminat und klassische elastische Bodenbeläge. Die im Wohnungsbau stark nachgefragten Segmente, wie Parkett und Vinylbeläge, kommen glimpflicher davon. 

Die Aussichten für das Jahr 2021 sieht die GEV verhalten optimistisch. “Die Auftragslage ist nach wie vor ordentlich. Im Bereich Industriebau werden wir im kommenden Jahr eine leicht rückläufige Tendenz erleben. Der private Wohnungsbau wird dagegen konstant gut sein“, so Stefan Neuberger, Vorstandsvorsitzender der GEV.

Einbruch im Wirtschaftsbau erwartet

Ungeachtet dessen hängt die Bodenbelag-Wirtschaft am Bauhauptgewerbe, das in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 einen Rückgang bei den Aufträgen von 4,5 % (preisbereinigt) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkraften musste. Verantwortlich dafür seien Auftragsstornierungen von Seiten der gewerblichen Wirtschaft. Sowohl Industrie als auch Handel und Gastronomie halten sich aufgrund deutlicher Umsatzrückgänge mit Investitionen zurück. So rechnen die Branchenexperten mit einem deutlich spürbaren Einbruch im Bereich des Nichtwohnungsbaus (Wirtschaftsbau). Hoffnungsträger sei weiterhin der Wohnungsbau. Für das Jahr 2020 werde mit über 300.000 fertiggestellten Einheiten gerechnet. Das wäre ein moderates Minus gegenüber dem Vorjahr. 
 

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