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06.06.2018 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Fraunhofer IFAM: 50 Jahre Forschungs- und Entwicklungstransfer

Autor:
Dr. Hubert Pelc

Mit A wie Arbeitsgruppe für angewandte Materialforschung AFAM fing 1968 alles an: Arbeitsschwerpunkt der aus dem Institut für Werkstoffkunde der TU Hannover ausgegründeten Gruppe war zunächst die Schweißtechnik.

Noch mit über 70 Jahren gründete Professor Dr.-Ing. habil. Alexander Matting gemeinsam mit seinem langjährigen Oberingenieur Dr.-Ing. Hans-Dieter Steffens das praxisnahe Forschungsinstitut mit insgesamt 25 Mitarbeitern in Bremen. Arbeitsschwerpunkt war die Schweißtechnik mit all ihren Randgebieten. Die ganze Aufmerksamkeit der Gruppe galt dabei dem Werkstoff und seiner Beeinflussung durch das Fügeverfahren.

Ohne Grundfinanzierung war die AFAM zunächst nur an die Fraunhofer-Gesellschaft angelehnt. 1970 erfolgten dann die Eingliederung und 1974 schließlich die Aufnahme als Institut in die Fraunhofer-Gesellschaft. Aus dem AFAM wurde das IfaM – Fraunhofer-Institut für angewandte Materialforschung.

Wachstum durch Kontinuität und Wandel

Anfang der achtziger Jahre verlagerten sich die Arbeitsschwerpunkte hin zu Fertigungstechnik, Oberflächentechnik, Werkstoffverhalten sowie zu Struktur- und Verbundwerkstoffen. Am Institut beschäftigten sich die Wissenschaftler zunehmend mit Fragestellungen zur Klebtechnik, Alterung von Klebverbindungen, Kunststoffbeschichtungen von Metallen und deren Qualitätssicherung. Es gab erste Klebtechnik-Lehrgänge zur Fertigung von Metall- und Holzverklebungen. Mit der Erzeugung von metallischen Pulvern unter extremen Randbedingungen wurden zudem neue Ansätze verfolgt. Die Basis für die Pulvertechnologie war damit geschaffen. Von der reinen Werkstoffforschung wurden die Arbeitsgebiete im Laufe der Jahre systematisch um die Verarbeitungstechnik ergänzt. 1999 zeigte sich dies auch im Institutsnamen: Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM. Unter diesem Namen wird das Institut heute gemeinsam von Prof. Matthias Busse und Prof. Bernd Mayer geleitet.

Vergangenheit und Gegenwart des Instituts zeigen: Kontinuität, aber auch Veränderung sind die Säulen, die den Fortschritt und das Wachstum des Fraunhofer IFAM ausmachen. Aufbauend auf den langjährig gewachsenen Kompetenzen wie Kleben, Oberflächentechnik, Pulver- und Gießereitechnologie wurden schrittweise neue Forschungsgebiete erschlossen. Daraus entstanden über 20 Abteilungen, die sich mit gesellschaftsrelevanten Themen wie Automatisierung und Digitalisierung, Energie, maritime Technologien, Mobilität oder Medizintechnik beschäftigen. Die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe und programmierbare Materialien sind zwei weitere Forschungsfelder, die das Fraunhofer IFAM in den nächsten Jahren stark beschäftigen werden. Systemrelevantes Denken und vernetztes Arbeiten sind insbesondere im Geschäftsfeld Elektromobilität gefordert, bei dem das Institut eine federführende Rolle bei der Fraunhofer Gesellschaft innehat.

Neue Impulse: Ausbau von Standorten und Kooperationsformen

Mit dem Institutsteil in Dresden und dem Ausbau neuer Standorte in Stade, Oldenburg und Wolfsburg ist die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittlerweile auf über 650 angewachsen. In den vergangenen 50 Jahren haben die IFAM-Forscherinnen und -Forscher mehr als 5000 Arbeiten publiziert und 1175 Patente angemeldet.

Das IFAM ist Impulsgeber und einer der Koordinatoren von zwei neuartigen Fraunhofer-Projektzentren – für Elektromobilität und Leichtbau innerhalb der Open Hybrid LabFactory in Wolfsburg sowie für Energiespeicher und -systeme in Braunschweig (im Aufbau). In diesen neuartigen Forschungskooperationen arbeiten mehrere Fraunhofer-Institute in Netzwerken mit Forschungspartnern und Unternehmen.

Pioniere für weltweiten Transfer

Einige der am IFAM entwickelten Technologien konnten inzwischen den weltweiten Transfer verbuchen: Die Bremer Forscherinnen und Forscher wirkten mit, als das Kleben geölter Bleche entwickelt wurde. Dieser Prozess ist zu einer Kerntechnologie im weltweiten automobilen Rohbau geworden. Auch bei der Atmosphärendruck-Plasmatechnologie gehören die Wissenschaftler des IFAM zu den Pionieren und die am IFAM entwickelten pulver- und gießtechnologischen Fertigungsverfahren haben die Herstellung endformnaher metallischer Bauteile revolutioniert. Im Fokus aktueller Forschungen stehen neben der Elektromobilität und Smart Systems insbesondere die Digitalisierung und Automatisierung im Flugzeugbau. Innovative elektrische Antriebe, vernetzte Systeme mit gedruckten Sensoren oder mobile Bearbeitungsroboter sind nur einige Beispiele jüngerer Entwicklungserfolge.

Weiterbildung für mehr als 10 000 Menschen

Nach eigenen Angaben verzeichnet das Institut neben dem Technologietransfer in einschlägigen Branchen, wie Luftfahrt und Automobil, insbesondere auch auf dem Transferpfad der Weiterbildung große Erfolge: Mehr als 10000 Personen haben seit der Gründung des Weiterbildungszentrums für Klebtechnik im Jahr 1994 erfolgreich an unterschiedlichsten Kursen teilgenommen. Die Weiterbildung Faserverbundwerkstoffe sowie Technische Elektromobilität ergänzen seit einigen Jahren das Angebot. „Wir am IFAM sind überzeugt, dass Technologien nur dann eine breite Anwendung finden, wenn wir die Menschen mitnehmen und neues Wissen teilen“, so Martina Ohle, PR-Referentin des Jubiläumsinstituts.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
Fertigungstechnik

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