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11.05.2020 | Verbindungstechnik | Nachricht | Online-Artikel

Gesundheitspflaster für den medizinischen Einsatz bei Corona- Infektionen

verfasst von: Dr. Hubert Pelc

2 Min. Lesedauer
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Gemeinsam mit sechs Medizin- und Technologieunternehmen hat Henkel ein innovatives, intelligentes Gesundheitspflaster entwickelt, das die kontinuierliche, drahtlose Fernüberwachung der Atmung und Herzfrequenz sowie bald auch der Körpertemperatur von Corona-Patienten ermöglicht. Die Partner wollen die Technologie in den kommenden Monaten im Hinblick auf eine neue, potenzielle Welle des Virus im Herbst weiter ausrollen.

Das neue 'COVID-19-Gesundheitspflaster' ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den belgischen Unternehmen Byteflies, Melexis, Quad Industries, Televic und Z-Plus sowie der globalen Unternehmen Henkel und Nitto. Alle Partner haben ihre Expertise und Technologiekomponenten in das 15 cm lange Klebepflaster eingebracht, das einfach auf der linken Brusthälfte angebracht werden kann. Das Produkt wurde insbesondere für den hautfreundlichen medizinischen Einsatz entwickelt. Hochleistungselektroden und leitfähige Lacke ermöglichen die Aufzeichnung von Vitalparametern, die über einen Sensor in der Mitte des Pflasters gesammelt und drahtlos an eine Cloud zur Datenspeicherung gesendet werden. Auch ein Mini-Sensor zur Messung der Körpertemperatur werde nach Angaben des Konsortiums in Kürze integriert. Pflegekräfte in Gesundheitszentren sowie Allgemeinmediziner oder Spezialisten können diese Cloud-Daten über eine benutzerfreundliche Plattform jederzeit einsehen. Dadurch werde die häusliche Behandlung von Patienten verbessert und führe zu deutlichen Zeitersparnissen für das medizinische Personal führen.

Innovative Materialien verlängern den Anwendungszeitraum

Der Klebstoffanbieter Henkel hat die Elektroden und die leitfähigen Lacke entwickelt. Dank dieser innovativen Materialien könne das Pflaster nun fünf Tage und nicht wie üblich nur einen Tag genutzt werden. “Bisher werden die Vitalparameter der meisten COVID-19-Patienten manuell aufgezeichnet und verarbeitet. Dabei muss das Krankenhaus- und Pflegepersonal diese Daten mehrfach am Tag erheben. Unser gemeinsam entwickeltes System bietet das Potenzial, viel Zeit zu sparen und verringert überdies erheblich die Anzahl von direkten Berührungspunkten mit möglichen Infektionsherden“, so Stijn Gillissen, Global Head of Printed Electronics bei Henkel.
Darüber hinaus biete das System große Vorteile für Patienten unter häuslicher Quarantäne oder in Pflegeheimen, da es die Gesundheitsdaten automatisch erfassen und senden kann. Dadurch erhalten Patienten Gewissheit, dass die Messungen korrekt und konstant durchgeführt werden und sie so in der Lage sind, bei Bedarf schnell medizinische Hilfe anzufordern.

Erste Tests in medizinischer Einrichtung

Das Oost-Limburg Krankenhaus in Belgien soll als erste medizinische Einrichtung klinische Studien mit dem 'COVID-19-Gesundheitspflaster' durchführen. Dafür werde das Krankenhaus das Pflaster bei ungefähr 20 Patienten einsetzen. Auf Basis der Testergebnisse planen die Partnerunternehmen, den Einsatz des Systems auf weitere Krankenhäuser und Pflegedienste in den kommenden Monaten im Hinblick auf eine neue, potenzielle Welle der Virus-Infektionen auszuweiten.
 

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