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24.08.2019 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Innovation für mehr Nachhaltigkeit: neuer biobasierter, thermoplastischer Klebstoff

Autor:
Dr. Hubert Pelc
2 Min. Lesedauer

Zur Verklebung kompostierbarer Kunststoffbeschichtungen entwickelte Follmann gemeinsam mit seinem Tochterunternehmen Sealock einen nachhaltigen Klebstoff aus biobasierten Rohstoffen und bietet somit die Möglichkeit vollständig kompostierbare Produkte herzustellen. Die erste erfolgreiche Anwendung des Klebstoffes ist die Herstellung von Coffee-to-go-Bechern aus Pappe.

Allein in Deutschland werden laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamts jedes Jahr 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Einwegbecher verbraucht, darunter 40 Prozent reine Kunststoffbecher und 60 Prozent Pappbecher, die jedoch auf der Innenseite mit Kunststoff beschichtet und verklebt sind. Somit sind sie wie die Einweg-Kunststoffbecher nicht umweltfreundlich. Um Einweg-Pappbecher vollständig kompostierbar zu machen, ist eine Umstellung auf ein umweltfreundliches Material für die Innenbeschichtung notwendig, was auch den Klebstoff betrifft. Mit der Entwicklung eines solchen Klebstoffes haben sich Follmann und Sealock beschäftigt. George Thomas, Technical R&D Manager bei der Sealock Group, befasste sich eingehend mit verschiedenen Bio-Rohstoffen, den dazugehörigen Lieferketten und dem Innovationspotenzial. “Die Herausforderung bestand darin, geeignete nachwachsende Rohstoffe zu finden, die auch für Klebstoffanwendungen und die Klebstoffherstellung im industriellen Maßstab eingesetzt werden können“, erläutert Thomas. “Auf Basis intensiver Forschung und Beschäftigung mit diesem Thema ist es uns schließlich gelungen, einen neuen biobasierten, thermoplastischen Klebstoff zu entwickeln, der unter anderem für die Verklebung der umweltfreundlichen Innenbeschichtung von Pappbechern geeignet ist. Diese nachhaltige Alternative ersetzt die bisherige, umweltschädliche Verklebung der Beschichtungen.“ 
Die im Klebstoff enthaltenen biobasierten Polymere werden aus regenerativen Quellen, wie zum Beispiel aus Zuckerrohr oder Mais, hergestellt. Der Vorteil ist, dass biobasierte, nachwachsende Rohstoffe den CO2-Ausstoß im Vergleich zu fossilen Rohstoffen in der Lieferkette reduzieren können. Das Gesamtprodukt leistet somit einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. 

Anwendungsbeispiele

Ein namhafter Hersteller von Coffee-to-go-Bechern, der großen Wert auf Nachhaltigkeit legt, verwendet den neuen Klebstoff für die umweltfreundliche Verklebung seiner Bio-Pappbecher, die in Großbritannien hergestellt und in ganz Westeuropa vertrieben werden. Dank der verwendeten Papierfasern aus nachhaltiger Forstwirtschaft, der Innenbeschichtung aus umweltfreundlichem Bioplastik und dem Klebstoff aus regenerativen Rohstoffen sind die Pappbecher vollständig biologisch abbaubar. 
Der Einsatz in Coffee-to-go-Bechern ist dabei jedoch nur eine von zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten. Aufgrund des im Oktober 2018 im Europäischen Parlament beschlossenen Gesetzesvorschlags, bestimmte Kunststoffprodukte ab 2021 zu verbieten – wie beispielsweise Trinkhalme sowie Einweggeschirr und -besteck – stehen Hersteller unter Druck, umweltfreundliche Alternativen zu entwickeln und herzustellen. Follmann zufolge könne der neue nachhaltige Klebstoff bei diesen Produkten zum Einsatz kommen, wie etwa bei Papiertrinkhalmen, aber auch für unterschiedliche Verpackungen, zum Beispiel von Frühstückscerealien.
 

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Polymerwerkstoffe

Quelle:
Werkstoffe

01.06.2019 | Fertigung | Ausgabe 3/2019

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