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16.09.2020 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Innovatives Bauprojekt mit geklebten Holzelementen

Autor:
Dr. Hubert Pelc
1:30 Min. Lesedauer

Im niederländischen Delft steht ein viergeschossiges Bürogebäude, das bei Bedarf dank spezieller Klebung vollständig demontiert und an einem anderen Standort wieder aufgebaut werden kann. 

Bei der Errichtung und Nutzung von Gebäuden spielen nachhaltige Bauweisen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen global eine immer wichtigere Rolle. Vor diesem Hintergrund ist auch das Gebäude ‘(D)emountable‘ entstanden – ein zukunftsweisender Bürokomplex in der niederländischen Stadt Delft. Das Besondere: Dank modularer Bauweise und leicht zu transportierenden Elementen lässt sich das komplette Gebäude rückstandslos zerlegen und an einem anderen Ort wieder aufbauen. 

Klebstoff ermöglicht leichte und belastbare Konstruktionen

Hauptziele bei der Entwicklung des Bürogebäudes waren, den gesamten Komplex so leicht wie möglich zu gestalten, den Materialeinsatz auf ein absolutes Minimum zu beschränken und umweltfreundliche Rohstoffe zu nutzen. So wurden für das Dach, die Böden und Decken hölzerne Platten und Rippenelemente aus LVL-Furnierschichtholz (Laminated Veneer Lumber) verwendet. Dieses besteht aus mehreren Schichten Nadelholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, welche in einem speziellen Durchlaufverfahren mit versetzen Stößen aufeinander geklebt werden. Für die Verbindung der einzelnen Furnierlagen kommt ein hochwertiger, wasser- und temperaturbeständiger Phenolharz-Klebstoff zum Einsatz. Vor der gezielten Klebung werden die natürlichen Fehlstellen des Holzes so verteilt, dass der finale Holzwerkstoff eine außergewöhnliche Festigkeit aufweist. Trotz dem sehr geringem Gewicht können die LVL-Elemente so den höchsten Belastungen standhalten. 

Die formstabilen, leichten Holzplatten sind zudem besonders unkompliziert in der Handhabung, lassen sich problemlos transportieren und ermöglichen eine effiziente, schnelle und nachhaltige Errichtung des Gebäudes. Im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen, beispielsweise mit Beton, können dadurch sowohl die Bauzeit als auch die CO2-Emissionen erheblich reduziert werden. Bei Bedarf lässt sich der gesamte Leichtbau in kurzer Zeit demontieren und am neuen Standort wieder aufbauen. Damit gilt das Gebäude – auch dank der Klebtechnik – als zukunftsweisendes Vorbildprojekt für eine zirkuläre Immobilienwirtschaft.


Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

Chemie organischer Stoffe im Bauwesen

Quelle:
Bauchemie

01.12.2019 | Aus Forschung und Entwicklung | Ausgabe 12/2019

Innovative Heißklebung von tragenden Holz-Beton-Verbundelementen

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