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21.07.2020 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Neuer Hochleistungsdichtstoff für die Automobilindustrie

Autor:
Dr. Hubert Pelc
1:30 Min. Lesedauer

Mittels Leichtbaumaterialien wie Kunststoff kann die Automobilindustrie immer strengere Vorgaben Kraftstoffeffizienz und Nachhaltigkeit erfüllen. Speziell hierfür erweitert Henkel sein Portfolio an Dichtstoffen.

Motor- und Getriebeabdeckungen, Elektronikkomponenten und Bauteile, wie Ausgleichsbehälter, werden zunehmend in Kunststoffbaugruppen integriert und müssen zu deren Kerneinheiten hin abgedichtet werden. Die gängigste Abdichtungsmethode für Kunststoff/Metall-Substrate ist das Press-in-Place-Verfahren (PIP). Dabei wird eine vorgeformte Gummidichtung oder ein O-Ring manuell eingelegt. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass die Dichtung beim Zusammenpressen verrutscht, was aufwendige Nacharbeiten erfordert oder Leckagen verursacht.

Direktes Dosieren des Dichtstoffes

Mit der Einführung einer neuen Polyacrylat-Dichtungstechnologie ermöglicht Henkel nach eigenen Angaben das direkte Dosieren eines Flüssigdichtstoffes auf Kundenbauteile. Diese statischen Dichtstoffe werden zwischen zwei Flansche aufgebracht, die dann von Verbindungselementen zusammengehalten werden, damit das Entweichen von Flüssigkeiten und/oder Gasen verhindert und die Fugen zwischen den Flächen geschlossen werden. Um die Dichtungsfunktion und eine leckagefreie Verbindung dauerhaft sicherzustellen, muss die Dichtung gegenüber dem versiegelten Medium beständig sein. Gleichzeitig muss sie den Betriebstemperaturen und Drücken der Anwendung sowie den Mikrobewegungen der Verbindung standhalten.

Derartige Dichtungen werden in Form einer flüssigen Elastomer-Raupe mittels automatisierter Präzisionsgeräte aufgebracht. Der Flüssigdichtstoff wird dann unter UV-Licht innerhalb weniger Sekunden ausgehärtet und bildet so eine feste, nahtlose Druckdichtung. Henkel betont, dass dieser Prozess das Risiko für Nacharbeiten bzw. Leckagen reduziere und so die Produktivität steigere. Zudem sinken dadurch die Gesamtkosten, weil der Dichtungsprozess automatisiert wird und der Lageraufwand und die Komplexität vorgeformter PIP-Dichtungen entfallen.

Der neue Polyacrylat-Dichtstoff mit der Bezeichnung ‘Loctite AA 5884‘ soll eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Öle und Automatikgetriebe-Schmierstoffe (ATF) bieten und keine Schaumbildung bewirken. Somit vereine das neue Produkt Henkel zufolge einen Mehrwert für die schnelle und effiziente Herstellung von Druckdichtungen mit einem Nachhaltigkeitsvorteil.
 

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Dichtungen

Quelle:
Maschinenelemente kompakt

01.01.2020 | Nasslackieren | Ausgabe 1/2020

Haftfestigkeitsstörung in der Zwischenschicht

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