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04.09.2017 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Kleben in der Circular Economy

Autor:
Dr. Hartwig Lohse

Ressourcen- und Materialeffizienz rücken mehr und mehr in den Fokus der Vorgaben der Europäischen Kommission zur Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie. Dies bezieht sich auch auf Schweiß- und Klebverbindungen.

Das Thema Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) ist auf Aufforderung des Rates der Europäischen Gemeinschaft schon seit Längerem ein prioritäres Thema der EU-Kommission. Während bisher die Umsetzung im Wesentlichen auf die Energieeffizienz von Produkten fokussiert war, sind mittlerweile auch Vorgaben an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte und Anforderungen zur Ressourceneffizienz in Angriff genommen worden. Aspekte der Wiederverwendbarkeit, Recyclingfähigkeit und Reparierbarkeit werden also an Bedeutung gewinnen. Die EU-Kommission ist ermächtigt, Ökodesign-Anforderungen festzulegen und darüber hinaus Durchführungsverordnungen, sogenannte Implementation Acts, zur Konkretisierung der Anforderungen festzulegen. Als erste Produktgruppe sind aktuell Server, PC und Displays/TVs von dieser Entwicklung betroffen und es steht zu erwarten, dass weitere folgen werden. In einem ersten Entwurf waren unter anderen Anforderungen an die Zerlegbarkeit und ein Verbot von Schweiß- und Klebverbindungen im Gespräch. Lediglich doppelseitige Klebebänder sollten zugelassen sein.

In einem Positionspapier hat der Industrieverband Klebstoffe e.V. (IVK) als Vertreter der deutschen Klebstoffindustrie seine grundsätzliche Unterstützung der Ziele der Kreislaufwirtschaft sowie des EcoDesigns bekräftigt. Gleichzeitig hat der IVK aber auch seine schwerwiegenden Bedenken hinsichtlich der vorgeschlagenen Anforderungen an die Verbindungstechnik dargelegt: Intelligente Kleblösungen leisten durch eine verbesserte Haltbarkeit und längere Lebensdauer einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Ressourcen. Kleben an sich verhindere weder eine Reparatur noch das Recycling. In wie weit eine geklebte Verbindung recycelfähig ist, werde nicht durch die verwendete Klebstofftechnologie, sondern durch die Klebkräfte und die Konstruktion der Klebung bestimmt. Das Entkleben müsse Teil der Anforderung an den Produkthersteller sein und in Zusammenarbeit mit den Klebstofflieferanten im Produktdesign berücksichtigt werden.

Mittlerweile ist die EU-Kommission von ihrer Forderung nach einen Verbot von Klebverbindungen oder von Flüssigklebstoffen abgerückt und diskutiert eine Formulierung nach der durch die Hersteller von Displays sichergestellt sein muss, dass die verwendete Verbindungs-, Befestigungs- und Abdichttechnologien ein einfaches Entfernen von Bauteilen nicht verhindern dürfen.

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