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24.02.2018 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Textile Oberflächen kontaktlos beschichten

Autor:
Dr. Hubert Pelc

Die Hotmelt-Beschichtung von technischen Textilien im Kontaktverfahren mit Hilfe von Walzen- oder Breitschlitzdüsen-Systeme ist heute zwar Stand der Technik, hat aber einige Nachteile. Könnte die kontaktlose Beschichtung eine Alternative darstellen?

Die Hotmelt-Beschichtungen mit einem Walzensystem oder einer Breitschlitzdüse, die in Kontakt zum Substrat steht, sind zwar kostengünstig, aber auch reinigungsintensiv. Sobald  PUR-Hotmelt oder andere reaktive Hotmelts verarbeitet werden, ist eine tägliche Reinigung der Walzenoberflächen unbedingt erforderlich, um die Funktion der Anlage zu gewährleisten. Hierbei werden PUR-Cleaner eingesetzt, die in der Regel teurer sind als der eigentliche Klebstoff. Im Vergleich zum Walzensystem muss eine Breitschlitzdüse zwar nicht jeden Tag gereinigt werden, eine Verschmutzung an der Düsenlippe besteht jedoch immer noch. Auch ein sehr gleichmäßiger Hotmelt-Auftrag ist nur dann möglich, wenn die Klebstoffverteilung innerhalb der Düse optimal ist.

Curtain-Coating-Hotmelt-Technik auch für Textilien

Die SM Klebetechnik Vertriebs GmbH aus Heinsberg hat nun im Rahmen eines Entwicklungsprojektes untersucht, ob ein kontaktloser Hotmelt-Auftrag mit einer Breitschlitzdüse eine echte Alternative zu den herkömmlichen Verfahren darstellt. Diese sogenannte Curtain-Coating-Hotmelt-Technik kommt bereits seit Jahren für eine Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz und ist bei der Kaschierung von Folien oder der Herstellung von Etiketten längst etabliert. Zur Beschichtung von technischen Textilien oder Vliesstoffen ist aber bisher noch nicht im industriellen Maßstab eingesetzt worden.

Das Textil wurde zunächst mit einem PUR-Hotmelt, der eine kurze offene Zeit und eine sehr starke Anfangsklebkraft hat, vollflächig beschichtet, wobei der Auftrag des Klebstofffilms 5 g/m² betrug. Nach dem Beschichten entstand auf dem Textil sofort ein geschlossener Film. Um eine luftdurchlässige Verklebung zu erreichen, wurde der Klebstofffilm anschließend mit einem IR-Strahler erwärmt. Zur Überprüfung der Gleichmäßigkeit des Klebstoffauftrags enthielt der PUR-Hotmelt ein UV-Aufheller, sodass er bei Schwarzlicht gut zu sehen ist. Es konnte gezeigt werden, dass es tatsächlich möglich ist, einen Hotmelt-Film kontaktlos auf eine textile Oberfläche aufzutragen und ihn danach luftdurchlässig zu machen. Es ist jedoch nötig, den jeweiligen Klebstoff vorher einem Anwendungstest zu unterziehen, um Aufschluss über seine Curtain-Coating-Eigenschaften zu erhalten. Viele Hotmelts erfüllen diese Anforderungen bereits. Ob sich diese Auftragstechnologie auch im Bereich der textilen Oberflächen etablieren wird, werden die nächsten Jahre zeigen.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.02.2018 | Anwendungen | Ausgabe 1-2/2018

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01.06.2017 | Kleb- und Dichtstoffe | Ausgabe 6/2017

Hotmelt-Hybride eröffnen neue Einsatzmöglichkeiten

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