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24.03.2020 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Zahnrestaurationen: langlebig und ästhetisch mit Klebtechnik

Autor:
Dr. Hubert Pelc
2 Min. Lesedauer

Trotz regelmäßiger Zahnpflege und halbjährlichen Kontrollen kommt es irgendwann dazu, dass Zähne restauriert oder ersetzt werden müssen. Die moderne Zahnmedizin verfügt über Möglichkeiten, den Zahn nach der Behandlung wie neu erstrahlen zu lassen. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg haben Klebstoffe, die den Füllungen, Brücken und Inlays den richtigen Halt geben.

Zahnrestaurationen finden sowohl im Mund als auch außerhalb des Mundes statt. Die moderne Klebtechnik ist dabei zu einem festen Bestandteil geworden. Ein Beispiel: zahnfarbene Füllungen mit sogenannten Composit-Materialien – im Volksmund auch als ‘Kunststofffüllung‘ bekannt. Sie bestehen aus anorganischen, hochfesten, feinen Füllstoffpartikeln, die fest in ein Kunstharz auf Methacrylat-Basis eingebunden sind. Mit biokompatiblen Klebstoffen, die eine dauerhaft hohe Haftfestigkeit besitzen, werden sie im Zahn befestigt. Diese Eigenschaft ist gerade im feuchten Mundraum von wesentlicher Bedeutung, da die Zähne regelmäßig hohen Kaukräften sowie Temperaturschwankungen durch heiße oder kalte Speisen und Getränke ausgesetzt sind. Ein weiterer Vorteil der flüssigen Klebstoffe auf Methacrylat-Basis: Sie verfärben sich nicht, sodass keine unschönen Ränder rund um das zahnfarbene Composit-Material entstehen.
Zum Auffüllen der Spalte zwischen Zahn und Krone, Brücke oder Inlays greift die Zahnmedizin zu niedrigviskosen Pasten, beispielsweise auf Basis von Composites oder Glasionomerzemente, die für die notwendige Haftung sorgen.
Anders als häufig angenommen kommt zum Aushärten der Klebstoffe und Composit-Füllmaterialien nicht UV-, sondern blaues Licht zum Einsatz. Vorteil des blauen Lichts: Es kann tiefer in ein Composite eindringen, schädigt nicht die Mundschleimhäute und gewährleistet eine zuverlässige Aushärtung bis in die Tiefe. Im Gegensatz dazu können die Glasiomerzemente je nach Materialzusammensetzung entweder mit blauem Licht oder auch selbsthärtend angewendet werden. Die Selbsthärtung ist vor allem in den Fällen wichtig, in denen nicht belichtet werden kann, wie zum Beispiel unter einer Metallkrone.

Moderne Zahnrestauration – nur mit Klebstoffen

Die Klebtechnik hat die modernen Methoden der Zahnrestauration, wie sie heute bekannt sind, erst möglich gemacht. Für Präparationen mit modernen Composit-Füllungen muss dank Klebstoffen viel weniger gesunde Zahnsubstanz geopfert werden als bei Metallfüllungen. Diese halten nämlich erst durch in den Zahn gebohrte Unterschnitte, in denen sie sich festsetzen können. Nach Angaben des Industrieverbandes Klebstoffe (IVK) belegen zahlreiche Studien, dass geklebte Zahnrestaurationen – bei besserer Ästhetik und zahnschonender Präparation – genauso lange halten wie nicht geklebte Restaurationen. Die Klebtechnik ermögliche somit, Restaurationen so minimal wie möglich zu gestalten, gesunde Zahnsubstanz zu erhalten und die Lebensdauer des Zahns zu verlängern.
 

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