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Open Access 2024 | Open Access | Buch

Verbraucherinformatik

Grundlagen und Anwendungsfelder der digitalen Konsumgesellschaft

herausgegeben von: Alexander Boden, Gunnar Stevens, Lena Recki, Paul Bossauer, Dirk Schreiber

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

In einer Zeit, in der digitale Technologien nahezu jeden Aspekt unseres Lebens durchdringen, ist es unerlässlich, die tieferen Zusammenhänge des digitalen Konsums zu verstehen. Erstmalig bietet dieses open access-Lehrbuch einen Wegweiser durch die vielfältigen Facetten der Digitalisierung des Konsums. Dabei verbindet es die Disziplinen der angewandten Informatik und Verbraucherwissenschaften.

Die Leserinnen und Leser erhalten Einblick in die digitale Konsumlandschaft, ausgehend von der historischen Entwicklung des (digitalen) Konsums. Dazu vermittelt das Lehrbuch zentrale Grundbegriffe und Themen der Verbraucherinformatik und stellt verschiedene Konsumtheorien aus den Disziplinen Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Sozialwissenschaften vor. Praxisnahe Beispiele aus der Digitalisierung bieten Einsichten in unterschiedliche Perspektiven, während vertiefende Textboxen und Selbstreflexionsfragen das Verständnis fördern.

Inhaltlich decken die Autorinnen und Autoren Themen von Datenschutz bis zur Sharing Economy ab und geben insbesondere auch praktische Ansätze für Themen wie Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit mit auf den Weg. Die Anwendungs- und Querschnittsthemen der Verbraucherinformatik reichen von der Digitalisierung der Haushalte und Märkte über Fragen des digitalen Verbraucherschutzes bis hin zu zentralen gesellschaftlichen Fragestellungen rund um die Themen Fairness, Verantwortung und Nachhaltigkeit bei der Gestaltung von digitalen Technologien.

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick, der sowohl für Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften als auch der angewandten Informatik von bedeutendem Wert ist.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Open Access

1. Einordnung und Hintergrund
Zusammenfassung
Digitale Produkte und Dienstleistungen sind integraler Bestandteil des Alltags. Mobile Geräte sind in jedem Bereich präsent, vom Finanzmanagement bis zur Gesundheitsversorgung. Die Art des Konsums hat sich mit der Digitalisierung des Alltags der Verbraucher:innen grundlegend gewandelt, was neben Fragen nach Geschäftsmodellen auch solche nach Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit aufwirft. Die Verbraucherinformatik untersucht diese Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuen. Dieses Kapitel gibt eine Einführung in die Disziplin und skizziert die Entwicklung des digitalen Konsums sowie die damit verbundenen Veränderungen für die Verbraucher:innen von der Verbreitung der ersten Heimcomputer bis heute. Zudem stellt es zentrale Grundbegriffe vor und gibt einen Überblick über das didaktische Konzept sowie die Inhalte der weiteren Kapitel des Lehrbuchs.
Alexander Boden, Gunnar Stevens, Jenny Berkholz, Dirk Schreiber

Open Access

2. Grundlagen der Verbraucherinformatik
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden wichtige theoretische Konsumtheorien und ihr Bezug zur Verbraucherinformatik besprochen. Hierzu gehören Markttheorien, die die Verbraucher:in als rationalen Marktakteur verstehen, und psychologische Ansätze, die das individuelle Konsumverhalten auf Basis von Bedürfnissen, Kognition und Emotionen zu erklären versuchen. Darüber hinaus werden gesellschafts- und kulturwissenschaftliche Ansätze vorgestellt, welche die gesellschaftliche Prägung und symbolische Bedeutung des Konsums betonen. Ein Fokus liegt dabei auf praxistheoretischen Ansätzen, die vor allem die materielle Ebene, die performative Ausgestaltung und die Routinehaftigkeit von Konsum in den Blick nehmen. Ziel des Kapitels ist es, die verschiedenen Ansätze mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen vorzustellen und Leser:innen Orientierungswissen mit an die Hand zu geben, welche theoretische Linse für welche Fragestellung geeignet ist, da die Wahl eines bestimmten Ansatzes von der konkreten Forschungsfrage abhängt.
Gunnar Stevens, Alexander Boden, Jenny Berkholz

Open Access

3. Digitaler Haushalt und Markt
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Perspektive des Privathaushalts und die Perspektive des Marktes erörtert. Ein:e Verbraucher:in, welche:r innerhalb eines Haushalts zur Bedürfnisbefriedigung wirtschaftet, erledigt dabei Hausarbeit durch Kochen, Putzen, Waschen, tätigt den Abschluss von Verträgen, die Pflege von Einkaufslisten oder eine Finanzplanung. Dabei haben Verbraucher:innen unterschiedliche Praktiken und Bewältigungsstrategien entwickelt, die es in der Verbraucherinformatik zu analysieren gilt. Physische Hausarbeit wird bereits im Smart-Home-Kontext durch intelligente Maschinen (oft Roboter genannt) ausgelagert. Kognitive Hausarbeit im alltäglichen Handeln (bspw. bei Verträgen) kann und wird in Zukunft durch Software wie auch Intermediäre unterstützt werden. Digitale Märkte stellen eine häufige Form der Intermediation dar, die Besonderheiten und Effekten unterliegt, welche das Verbraucherverhalten beeinflussen können. So gewinnen zum Beispiel einige wenige Anbieter mithilfe von Netzwerkeffekten, Skaleneffekten und Lock-in-Effekten zunehmend an Marktdominanz und verdrängen kleinere Anbieter, was zu Quasimonopolen führen kann. Digitale Märkte zeichnen sich zudem durch ihre Vertrauensfunktion in der Internet-Ökonomie aus.
Erik Dethier, Paul Bossauer, Christina Pakusch, Dirk Schreiber

Open Access

4. Digitaler Verbraucherschutz
Zusammenfassung
Verbraucher:innen hinterlassen Spuren in nahezu allen Bereichen und Lebensräumen. Besonders der stetig wachsende digitale Lebensraum ist voll von Informationen und Daten. Durch die Allgegenwärtigkeit datensammelnder Dienste und Geräte wie das Smartphone durchdringen diese immer tiefer auch die analogen Bereiche des Lebens. In diesem Kapitel geht es um Privatsphäre, Verbraucherdaten und die resultierende Cyberkriminalität. Es werden Wege aufgezeigt, wie Verbraucher:innen sensibilisiert und befähigt werden können, um sich selbst, ihre Privatsphäre und ihre Daten zu schützen. Außerdem geben wir einen Überblick, welche Arten von Cyberkriminalität es gibt und was darunter verstanden wird. Hierbei wird auf Verbraucherschutz, Privatsphäre und die verschiedenen Arten des Onlinebetrugs eingegangen. Wir bieten einen Einblick in die „digitale Resilienz“ von Verbraucher:innen und erfassen die verschiedenen Präventions- und Bewältigungsstrategien, die Opfer anwenden.
Dominik Pins, Michelle Walther, Jana Krüger, Gunnar Stevens, Veronika Krauss, Sima Amirkhani

Open Access

5. Digitale Verantwortung
Zusammenfassung
Die Verbreitung digitaler Systeme beeinflusst Entscheidungen, Gesetze, Verhalten und Werte in unserer Gesellschaft. Dies wirkt sich auf Konsumgewohnheiten, Marktbeziehungen, Machtverteilung, Privatsphäre und IT-Sicherheit aus. Damit einhergehende Veränderungen haben direkte Auswirkungen auf unser Leben, was im Bereich der Technikfolgenabschätzung bzw. der angewandten Informatik unter dem Stichwort ELSI diskutiert wird. Dieses Kapitel fokussiert auf entsprechende Fragestellungen bezüglich ethischer Auswirkungen. Insbesondere rückt Fairness im Kontext automatisierter Entscheidungen in den Fokus, da Verbraucher:innen diesen zunehmend ausgesetzt sind. Zudem wird im Rahmen der gestiegenen Besorgnis über ökologische Auswirkungen das Thema Nachhaltigkeit am Beispiel von „Sharing Economy“ und „Shared Mobility“ weiter vertieft.
Lena Recki, Kalvin Kroth, Veronika Krauß, Lena Klöckner, Christina Pakusch, Paul Bossauer, Lukas Böhm, Felix Peters, Ariane Stöbitsch, Alexander Boden

Open Access

6. Digitale Gestaltung
Zusammenfassung
Die digitale Gestaltung in der Verbraucherinformatik stellt den Menschen und seine Konsumpraktiken in den Gestaltungsmittelpunkt. Dieses Kapitel erläutert gängige Designansätze und -vorgehen in der Software-Artefaktgestaltung und diskutiert die nutzer:innenzentrierten Kriterien und Ziele, die durch die Gebrauchstauglichkeit (Usability) und das Nutzungserlebnis (UX) maßgeblich bestimmt werden. Mit Rückbezug auf soziale Praktiken werden diese und die gesellschaftliche Partizipation im Allgemeinen als Designmaterial vorgestellt. Abschließend werden in zwei Design Case Studies explorative Designansätze zur Gestaltung neuer Technologien exemplarisch erläutert und diskutiert.
Margarita Esau-Held, Veronika Krauß, Britta Essing
Backmatter
Metadaten
Titel
Verbraucherinformatik
herausgegeben von
Alexander Boden
Gunnar Stevens
Lena Recki
Paul Bossauer
Dirk Schreiber
Copyright-Jahr
2024
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-68706-2
Print ISBN
978-3-662-68705-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-68706-2

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