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Zulieferer hängen weiter vom Verbrennungsmotor ab

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Eine aktuelle Studie hat die Lage der Zuliefererindustrie analysiert. Ein Ergebnis: Die Abhängigkeit vom Verbrenner schwindet wesentlich langsamer als prognostiziert. Auch die Planungssicherheit verschlechtert sich. 

Automobilzulieferer: Die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor bleibt hoch.


Die Transformation in der Zuliefererindustrie in Richtung strombasierter individuelle Mobilität erfolgt noch immer mit angezogener Handbremse. Das geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens Berylls by AlixPartners hervor. Die Analysten haben dafür die Stimmungslage der Automobilzulieferer eingefangen und analysiert. "Die Transformation zur E-Mobilität geht weiter, aber deutlich langsamer und volatiler als erwartet. Die europäischen Zulieferer erleben zwar eine anhaltende Verschiebung der Industrie in Richtung E-Mobilität, diese wird jedoch von geringerer Planungssicherheit, verzögerten Plattformanläufen und schwächerem Markthochlauf begleitet", so Dr. Jürgen Simon, Partner bei Berylls by AlixPartners.

Laut der Analyse zeichne sich ab, dass das Vertrauen in die E-Mobilität als Wachstumstreiber im Vergleich zu vorangegangenen Umfragen spürbar abgenommen habe. "Tatsächlich sieht nur noch knapp die Hälfte der Befragten in der Elektromobilität eine Chance. Dieser Wert hat in den letzten drei Jahren kontinuierlich abgenommen", heißt es von den Beratern. Ein wachsender Anteil der Zulieferer betrachte die Elektromobilität inzwischen als neutral oder sogar als riskant. Diese Verschiebung spiegele "die Unsicherheit hinsichtlich der Marktentwicklung, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Skalierung von BEV-Programmen und den zunehmenden Wettbewerbsdruck wider", so die Untersuchung.

Hohe Abhängigkeit vom Verbrenner

Gleichzeitig bleibe den Analysten zufolge die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor hoch und schwinde langsamer als geplant. Mehr als 70 % der Zulieferer würden nach wie vor mehr als ein Viertel ihres Umsatzes mit dem Benziner- und Dieselgeschäft erwirtschaften. Selbst bis 2030 würden viele der Befragten nur mit einer moderaten Reduzierung dieser Abhängigkeit rechnen.

Uneinigkeit herrsche in der Branche bei den Erwartungen an die Margen- und Profitabilitätsentwicklung. "Während ein wachsender Teil der Zulieferer auf Margenverbesserungen hofft, sehen rund 23 Prozent zusätzlichen Druck auf sich zukommen", erläutert Dr. Jürgen Simon. Angesichts gesunkener Umsatzprognosen und zunehmenden Wettbewerbsdrucks werde eine weitere Konsolidierung unter den Zulieferern von Komponenten für die Elektromobilität immer wahrscheinlicher. Innerhalb der nächsten sechs Jahre würden 92 % der befragten Unternehmen mit einem deutlichen Konsolidierungstrend in der Zulieferlandschaft für die Elektromobilität rechnen; mehr als die Hälfte (52 %) sogar innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre.

Dieser Trend ist nicht neu: "Die Intensivierung des globalen Wettbewerbs hat bereits eine progressive Konsolidierungsbewegung in der Zuliefererindustrie eingeleitet, die ihre Ressourcen und Kernkompetenzen in den Bereichen Technologie und Softwareentwicklung durch Zusammenschluss von Tochtergesellschaften zusammenfassen müssen", erklären die Springer-Autoren Martin Lempp und Patrick Siegfried im Buchkapitel Charakterisierung der Automobilindustrie. Neben dem Aufkommen neuer, mächtiger Wettbewerber würden steigende Energiekosten, die Inflation der Faktorkosten und die Volatilität der Wechselkurse zur steigenden Zahl von Insolvenzen bei Zulieferern beitragen, so die Autoren. 

Starker Glaube an die Richtigkeit der eigenen Strategie

Obwohl die Prognosen für die nahe Zukunft eher düster seien, so die Berater, lasse sich bei der Zufriedenheit der Zulieferer mit ihrer eigenen E-Mobilitätsstrategie eine eher positive Haltung beobachten. Entgegen den schwierigen Marktbedingungen und der Tatsache, dass nur jedes zweite Unternehmen davon ausgehe, dass sich die E-Mobilität in den nächsten fünf bis zehn Jahren positiv auf dessen Umsatz auswirken werde, würden 63 % der Befragten angeben, dass sie mit ihrer aktuellen Strategie zufrieden oder ziemlich zufrieden seien. 

Dies stelle laut der Analyse allerdings einen deutlichen Rückgang gegenüber den 85 % des Vorjahres dar. "Erneut bleibt eine spürbare Kluft zwischen der schwierigen Realität, mit der die Zulieferer derzeit konfrontiert sind, und der eigenen Einschätzung der strategischen Ausrichtung", so Experte Simon.

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