Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

In zwischenmenschlichen Beziehungen ist es nahezu unausweichlich, dass Menschen sich gegenseitig verletzen. In manchen Fällen gelingt es den Betroffenen jedoch nicht, diese Verletzungen zu verarbeiten, Rachefantasien und negative Gefühle auf den Verursacher ruhen zu lassen. Vergebung ist eine Möglichkeit, eigene Verletzungen zu bewältigen. Ärger, Hass oder Verbitterung werden dabei losgelassen, um eine freundlichere und mitfühlendere Haltung gegenüber einer verletzenden Person zu entwickeln. Diese veränderte Haltung kommt der vergebenden Person zugute, da sie etwa das Wohlbefinden und die Gesundheit verbessern kann. Im Rahmen einer Beratung oder Therapie können Menschen, die vergeben wollen, auf ihrem Weg unterstützt werden. Dieses Essential bietet eine wissenschaftlich fundierte Einführung in interpersonelle Vergebung und eine praxisnahe Anleitung für die beraterisch-therapeutische Begleitung von Vergebungsprozessen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Was ist Vergeben?

Zusammenfassung
Vergebung ist eine Möglichkeit, auf belastende Verletzungen verschiedenen Schweregrades zu reagieren. Sie umfasst (nach psychologischem Verständnis) die innere Abkehr von destruktiven Emotionen und Gedanken (z. B. Wut, Rachegedanken) und fördert die Entstehung einer wohlwollenderen Haltung gegenüber der verletzenden Person. Diese innere Veränderung kann der verletzten Person dabei helfen, ihre Verletzung zu bewältigen und loszulassen. Vergebung ist ein innerer Prozess und unterscheidet sich von zwischenmenschlichen Vorgängen wie beispielsweise Versöhnung.
Jonas Reinhardt, Agostino Mazziotta

Kapitel 2. Wieso Vergeben?

Zusammenfassung
Aus Sicht einer verletzten Person stehen dem Vergeben oftmals die wahrgenommenen Vorteile anderer Bewältigungsmöglichkeiten („Nicht-Vergeben“) entgegen. So kann ein Festhalten an der Rolle „des Opfers“ beispielsweise mit Privilegien im sozialen Umfeld einhergehen. Zu vergeben stärkt jedoch das Kontrollgefühl einer verletzen Person über ihr Leben und hat zahlreiche Vorteile für ihre körperliche und geistige Gesundheit.
Jonas Reinhardt, Agostino Mazziotta

Kapitel 3. Was erleichtert, was erschwert Vergeben?

Zusammenfassung
Die Bereitschaft, eine Verletzung zu vergeben, wird unter anderem von der Persönlichkeit der verletzten Person und deren Erleben (Gedanken und Gefühle) nach der Verletzung beeinflusst. Die Qualität der Beziehung zur verletzenden Person spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Darüber hinaus beeinflusst die subjektive Konstruktion von „Opfer- bzw. Täterrolle“ die Sichtweise auf eine Verletzung und kann Vergebung erschweren kann.
Jonas Reinhardt, Agostino Mazziotta

Kapitel 4. Wie vergeben?

Zusammenfassung
Nach dem Modell von Enright und Fitzgibbons (2015) wird der Vergebungsprozess zunächst durch die bewusste Auseinandersetzung mit der erlittenen Verletzung und den damit verbundenen emotionalen und gedanklichen Reaktionen vorbereitet. Daran anschließend leitet eine bewusste Entscheidung des Klienten den Vergebungsprozess ein. Im Verlauf dieses Prozesses wird eine wohlwollendere Haltung gegenüber der verletzenden Person gefördert. Gedankliche und emotionale Muster (z. B. Wut) die das Wohlbefinden des Klienten stören werden dabei bewusst gemacht und verändert. Die vergebende Person lernt zudem, die Verletzung als einen unveränderlichen Teil ihres Lebens anzunehmen.
Jonas Reinhardt, Agostino Mazziotta

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise