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21.11.2018 | Vergütung | Infografik | Onlineartikel

Wie viel Weihnachtsgeld die Deutschen bekommen

Autor:
Andrea Amerland

Es ist eine Belohnung für das Arbeitsjahr: das Weihnachtsgeld. Doch noch kommt nicht jeder Arbeitnehmer in den Genuss der schönen, vorgezogenen Bescherung. Zudem gibt es je nach Branche oder Tarif deutliche Unterschiede bei der Höhe.

 

Immerhin 87 Prozent der Tarifbeschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung zu Weihnachten von ihrem Arbeitgeber, die in der Regel im November als so genanntes 13. Monatsgehalt ausgezahlt wird, hat eine Analyse des Statistischen Bundesamts (Destatis) ergeben. Dafür wurden die Lohn-, Gehalts- und Entgelttarifverträge, die auch zur regelmäßigen Berechnung der Tarifindizes erfasst werden, ausgewertet. Für das Weihnachtsgeld berechnen Unternehmen überwiegend einen festen Prozentsatz vom Monatseinkommen. 

Knapp neun von zehn der Tarifbeschäftigten erhalten somit im Jahr 2018 eine weihnachtliche Sonderzahlung. Das sind 2,3 Prozent mehr als noch 2017. Durchschnittlich beziehen Tarifbeschäftigte in Westdeutschland als 13. Monatsgehalt rund 2.595 Euro. Im Osten sind es hingegen 2.499 Euro und damit 3,8 Prozent weniger. 

Höchste und niedrigste Weihnachtsprämie

Wie ein Vergleich nach Branchen zeigt, belegen Tarifbeschäftigte in der Erdöl- und Erdgasförderung wie etwa Bohrstellenarbeiter und Betriebsingenieure auf Förderplattformen bei der Weihnachtsgratifikation den Spitzenplatz. Sie werden durchschnittlich mit 5.679 Euro belohnt. Am wenigsten Weihnachtsgeld erhalten mit 316 Euro Zeitarbeiter. 

Ausgewählte Branchen - Top 10 Durchschnittliche Höhe Weihnachtsgeld (brutto)
Gewinnung von Erdöl und Erdgas

5.679 Euro

Rundfunkveranstalter

5.246 Euro

Kokerei und Mineralölverarbeitung
4.795 Euro
Energieversorgung
4.770 Euro
Herstellung von chemischen Erzeugnissen
4.728 Euro 
Telekommunikation 4.634 Euro
Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen (ohne Sozialversicherung)
3.511 Euro
Abwasserentsorgung
3.366 Euro
Herstellung von Bekleidung 2.559 Euro
Maschinenbau 2.220 Euro
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen
2.039 Euro
Hoch- und Tiefbau
2.013 Euro
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)

1.779 Euro

Quelle: Statisches Bundesamt

Während das Statistische Bundesamt ermittelt hat, dass 87 Prozent der Beschäftigten mit Tarifvertrag einen Anspruch auf Weihnachtsgeld oder einen Bonus zum Jahresende haben, kommt eine Online-Befragung der Hans-Böckler-Stiftung auf dem Internetportal www.lohnspiegel.de zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland von einer Jahressonderzahlung profitieren.

Die Chancen, Weihnachtsgeld zu erhalten, sind laut Umfrage sehr unterschiedlich. Mitarbeiter mit Tarifvertrag (77 Prozent) und Gewerkschaftsmitglieder (42 Prozent) sind dabei klar im Vorteil. Rund 90.000 Beschäftigte haben sich zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 an der Befragung beteiligt.

Weihnachtsgeld als freiwillige Leistung

In nicht-tarifgebundenen Betrieben gibt es hingegen zumeist keinen Rechtsanspruch auf Weihnachtsgeld, weil die Sondervergütung nicht fester Bestandteil des Arbeitsvertrags ist. Da das zusätzliche Gehalt dann lediglich als freiwillige Zahlung mit dem Hinweis der Einmaligkeit erfolgt, kann das Unternehmen die Weihnachtsgratifikation jederzeit wieder einstellen, beispielsweise, wenn die wirtschaftliche Situation dies erforderlich macht. Allerdings müssen Arbeitgeber dabei auf eindeutige Formulierungen achten.

Laut Online-Befragung bekommen unter anderem Beschäftigte in der Bankenbranche, bei denen die Jahressonderzahlung zwischen 95 bis 100 Prozent des Monatseinkommens ausmacht, eine hohe Weihnachtsgratifikation. Ähnlich gut schneiden Versicherungen (80 Prozent), der Einzelhandel (West: überwiegend 62,5 Prozent) sowie Mitarbeiter in der Metallindustrie ab, die größtenteils 55 Prozent des Monatsgehalts beziehen. Im öffentlichen Dienst beträgt das Weihnachtsgeld im Westen je nach Vergütungsgruppe zwischen 52 und 80 Prozent. Ostdeutsche Gemeinden und Verwaltungen müssen sich hingen mit Zahlungen zwischen 39 und 60 Prozent begnügen. 

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