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Wie viel Weihnachtsgeld die Deutschen bekommen

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Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland erhält Weihnachtsgeld. Doch die Chancen dafür hängen stark von Tarifbindung, Branche und Region ab. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung des WSI der Hans-Böckler-Stiftung.

Längst nicht jeder kann sich am Jahresende über eine schöne Bescherung auf dem Bankkonto freuen. Wer allerdings Weihnachtsgeld erhält, bekommt mitunter ein komplettes Monatsgehalt oder sogar mehr.


 

Weihnachtsgeld ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Denn es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf diese Sonderzahlung. Ob Beschäftigte die zusätzliche Vergütung erhalten, hängt von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder freiwilligen Arbeitgeberleistungen ab. Für viele ist das zusätzliche Geld allerdings ein wichtiger finanzieller Puffer - gerade in Zeiten gestiegener Lebenshaltungskosten.

Nur knapp über die Hälfte profitiert von Weihnachtsgeld

Laut der neuen WSI-Auswertung (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut) bekommen 51 Prozent aller Beschäftigten Weihnachtsgeld. Damit bleibt die Quote im Vergleich zu den Vorjahren nahezu unverändert. Entscheidend ist die Tarifbindung: Wer in einem Betrieb arbeitet, der einem entsprechendem Arbeitgeberverband angehört beziehungsweise selbst gewerkschaftlich organisiert ist, hat deutlich bessere Chancen.

Denn unter diesen Rahmenbedingungen erhalten 77 Prozent der Beschäftigten die Sonderzahlung, während es in Betrieben ohne Tarifvertrag nur rund 41 bis 42 Prozent sind. Tarifverträge sind also der Schlüssel für den Erhalt des Weihnachtsgeldes, so der Tenor der Studie.

Die Zahlen der Auswertung beruhen auf den Angaben von 58.119 Beschäftigten mit mehr als einem Jahr Berufserfahrung, die zwischen dem 1. Oktober 2024 und dem 30. September 2025 an einer Online-Erhebung des WSI-Portals Lohnspiegel.de teilgenommen haben. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aufgrund der hohen Fallzahlen aber relevant. 

Regionale und soziale Unterschiede bei Bonus

Die Chancen auf Weihnachtsgeld variieren auch regional deutlich. Während in Westdeutschland 53 Prozent der Beschäftigten in den Genuss der Sonderzahlung kommen, sind es in Ostdeutschland lediglich 41 Prozent. Unterschiede zeigen sich zudem beim Geschlecht und dem Beschäftigungsstatus.

So erhalten Männer mit 54 Prozent etwas häufiger Weihnachtsgeld als Frauen mit 48 Prozent. Vollzeitkräfte liegen mit 53 Prozent vor Teilzeitbeschäftigten, die nur zu 47 Prozent von einem Bonus zum Jahresende profitieren. Auch die Befristung des Arbeitsverhältnisses spielt eine wesentliche Rolle: Festangestellte erhalten häufiger Weihnachtsgeld als zeitlich begrenzt Beschäftigte.

Wie viel wird gezahlt? Große Unterschiede zwischen Branchen

Die Höhe der Zusatzzahlung variiert von Branche zu Branche. Mit 250 Euro fällt sie in der Landwirtschaft in Bayern am niedrigsten aus. Die chemische Industrie in Nordrhein-Westfalen zahlt mit 4.235 Euro am meisten.

Über eine größere Bescherung können sich demnach auch die Beschäftigten in der Energieversorgung Nordrhein-Westfalen (4.113 Euro), der Süßwarenindustrie Baden-Württemberg (3.900 Euro) und der Textilindustrie Westfalen und Osnabrück (3.751 Euro) freuen. Daneben gibt es im privaten Bankgewerbe (3.719 Euro) und bei der Deutschen Bahn (3.399 Euro) vergleichsweise viel Geld. 

In der Eisen- und Stahlindustrie werden etwa bis zu 110 Prozent eines Monatsgehalts geleistet, wobei hier das Weihnachts- und Urlaubsgeld zusammen in einer Jahressonderzahlung ausgeschüttet werden.

Im öffentlichen Dienst ersetzt eine einheitliche Jahressonderzahlung das früher übliche Weihnachts- und Urlaubsgeld. Bei den kommunalen Arbeitgebern, die in der Auswertung berücksichtigt wurden, liegt diese Zahlung - abhängig von der Vergütungsgruppe - zwischen 52 und 85 Prozent des monatlichen Entgelts.

Fazit: Weihnachtsgeld wichtig, aber nicht selbstverständlich

Die aktuelle Studie bestätigt: Weihnachtsgeld ist für viele Beschäftigte ein wichtiger finanzieller Beitrag, aber kein Selbstläufer. Wer nicht tarifgebunden arbeitet, hat deutlich schlechtere Chancen. Angesichts steigender Preise gewinnt die Sonderzahlung weiter an Bedeutung - gerade auch für Beschäftigte im Niedriglohnsektor.

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