Skip to main content
main-content

19.11.2020 | Vergütung | Infografik | Onlineartikel

Wie viel Weihnachtsgeld die Deutschen bekommen

Autor:
Andrea Amerland
2 Min. Lesedauer

Es ist eine Belohnung für das Arbeitsjahr: das Weihnachtsgeld. Doch nicht jeder Arbeitnehmer kommt in den Genuss der schönen, vorgezogenen Bescherung. Zudem gibt es je nach Branche oder Tarif deutliche Unterschiede bei der Höhe.

 

Immerhin rund 87,4 Prozent der Tarifbeschäftigten erhalten in diesem Jahr eine Jahressonderzahlung zu Weihnachten von ihrem Arbeitgeber, die in der Regel im November als sogenanntes 13. Monatsgehalt ausgezahlt wird, hat eine Analyse des Statistischen Bundesamts (Destatis) ergeben. Dafür wurden die Lohn-, Gehalts- und Entgelttarifverträge, die auch zur regelmäßigen Berechnung der Tarifindizes erfasst werden, ausgewertet. Für das Weihnachtsgeld berechnen Unternehmen überwiegend einen festen Prozentsatz vom Monatseinkommen. 

Im Schnitt sind das 2.661 Euro brutto. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 1,1 Prozent. Vor allem Mitarbeiter in Betrieben, für die ein Tarifvertrag gilt, haben gute Karten, Weihnachtsgeld zu bekommen. Durchschnittlich beziehen Tarifbeschäftigte in Westdeutschland als 13. Monatsgehalt rund 2.684 Euro. Im Osten sind es hingegen 2.503 Euro und damit 7,2 Prozent weniger als Westen. Die Gute Nachricht:  Corona-bedingte Aufkündigungen von tarifvertraglich vereinbartem Weihnachtsgeld kann das Statistische Bundesamt bei den vorliegenden Zahlen nicht ermitteln.

Höchste und niedrigste Weihnachtsprämie

Noch größer als zwischen Ost und West ist die Kluft zwischen den Branchen. Mancherorts wird ein Vielfaches des Weihnachtsgeldes ausgezahlt als in anderen Wirtschaftszweigen. Auch, ob überhaupt eine Weihnachtsgratifikation geleistet wird, variiert je nach Sektor stark. Längst nicht überall ist Weihnachtsgeld ein fester Bestandteil der Vergütung beziehungsweise des Arbeitsvertrags. Am meisten erhalten nach den Angaben des Statistischen Bundesamts Tarifbeschäftigte der Erdöl- und Erdgasgewinnung.

Das meiste Weihnachtsgeld erhalten Tarifbeschäftigte in diesen Branchen:


Top-Branchen Weihnachtsgeld

Durchschnittliche Höhe (brutto)

Gewinnung von Erdöl und Erdgas

5.910 Euro

Rundfunkveranstalter

5.509 Euro

Energieversorgung

4.991 Euro

Kokerei und Mineralölverarbeitung

4.932 Euro

Herstellung von chemischen Erzeugnissen

4.813 Euro

Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

3.984 Euro 

Quelle: Statisches Bundesamt


Das wenigste Weihnachtsgeld erhalten Tarifbeschäftigte dieser Branchen:


Flop-Branchen Weihnachtsgeld

Durchschnittliche Höhe (brutto)                   

Leiharbeit 

364 Euro

Landwirtschaft

493 Euro

Gastgewerbe

1.039 Euro

Großhandel

1.680 Euro

Hoch- und Tiefbau

1.979 Euro

Maschinenbau

2.219 Euro

Quelle: Statisches Bundesamt

Während bei den Energieversorgern fast alle Beschäftigten (99,9 Prozent) eine Weihnachtsvergütung bekommen, sind es bei Rundfunkveranstaltern 76,7 Prozent und in der Landwirtschaft 73,9 Prozent.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

§ 13 Tarifvertragsrecht

Quelle:
Arbeitsrecht Band 2

01.11.2020 | Recht & Steuern | Ausgabe 11/2020

Arbeitsrechtliche Klippen bei Nichtzahlung beachten

2018 | Supplement | Buchkapitel

Der Arbeitsvertrag

Quelle:
Arbeitsrecht - Schnell erfasst

01.11.2018 | Recht & Steuern | Ausgabe 11/2018

Eindeutige Formulierungen sind gefragt

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Der Lohn – Wir zahlen nach Tarif!

Quelle:
Chefsache Arbeitsrecht I

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Gestaltung der Personalvergütung

Quelle:
Personalmanagement

Das könnte Sie auch interessieren

15.07.2020 | Vergütung | Infografik | Onlineartikel

Durch die Corona-Krise schrumpfen die Gehälter

10.11.2020 | Vergütung | Infografik | Onlineartikel

Dax-Chefs verdienen 2019 deutlich weniger

28.09.2020 | Vergütung | Infografik | Onlineartikel

Corona-Krise drückt Löhne massiv

Premium Partner

    Bildnachweise