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15.07.2020 | Vergütung | Infografik | Onlineartikel

Durch die Corona-Krise schrumpfen die Gehälter

Autor:
Andrea Amerland
1:30 Min. Lesedauer

Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen rechnet mit negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf ihr Geschäft, hat eine Umfrage ermittelt. Auch bei den Manager-Gehältern müssen Unternehmen den Gürtel enger schnallen.

Das Management muss beim Gehalt infolge der Corona-Krise Federn lassen, zeigt die Untersuchung "2nd Pulse Survey Impact of Covid-19 on Rewards & Benefits" der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry, für die rund 4.000 Unternehmen weltweit, davon 45 aus Deutschland, befragt wurden.

In den Unternehmen, die bereits mit Gehaltskürzungen auf die Wirtschaftskrise reagiert haben, geben 67 Prozent an, diese im Top-Management vorgenommen zu haben. Das mittlere Management und Experten müssen in 44 Prozent der Firmen auf Gehalt verzichten. In niedrigeren Gehaltsstufen haben lediglich 22 Prozent Lohnkürzungen umgesetzt. Auch wenn alle Hierarchielevel von dieser Entwicklung tangiert werden (77 Prozent), trifft es in 94 Prozent der Fälle das mittlere Management.

Boni-Anpassungen bringen Einsparungen

Zwar haben de facto erst sieben Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland die Vergütung gemindert, allerdings prüfen 14 Prozent derzeit solche Maßnahmen. Gehaltserhöhungen wurden bereits von jedem zweiten Unternehmen eingefroren (25 Prozent) oder verschoben (27 Prozent). Elf Prozent modifizieren die geplanten Erhöhungen.

Bei den kurzfristig zu gewährenden Boni gehen die befragten Firmen aktuell noch zurückhaltender vor. Neun Prozent haben bereits Anpassungen vorgenommen, 16 Prozent denken darüber nach. Der Grund: Viele Bonussysteme sind auf die Geschäftsentwicklung ausgerichtet, so dass die Finanzabteilungen schon jetzt absehen können, wie hoch die Einsparungen je nach Szenario sind, erklärt Helmuth Uder, Managing Director und Vergütungsexperte bei Korn Ferry.

Immer stärkerer Abwärtstrends beim Gehalt 

Laut einer Online-Befragung, für die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung zwischen Mitte und Ende Juni 6.309 Erwerbstätige interviewt worden sind, haben 26 Prozent der Erwerbstätigen bereits Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Im April waren es noch 20 Prozent der Befragten.

 "86 Prozent der Befragten äußern Sorgen, dass die soziale Ungleichheit in Deutschland weiter steigt", erklärt Bettina Kohlrausch, Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und Soziologieprofessorin an der Universität Paderborn.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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