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01.04.2021 | Vermögensaufbau | Nachricht | Onlineartikel

Deutsche blicken skeptisch auf ihre finanzielle Zukunft

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Die Deutschen blicken mit großer Skepsis auf ihre finanzielle Zukunft, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Vor allem bei den Älteren haben sich die Aussichten deutlich eingetrübt. Bei jüngeren Menschen herrscht hingegen durchaus Zuversicht.

Die Bundesbürger sind hinsichtlich ihrer finanziellen Lage skeptisch. Das gilt sowohl im Hinblick auf die aktuelle Lage als auch auf ihre Zukunft. So ist das aktuelle Liquiditätsbarometer der Team Bank seit seiner ersten Erhebung 2013 noch nie so tief abgerutscht. Vor einem Jahr hatte der Index noch 27,75 Punkte erreicht, nach einem Höchststand im Jahr 2019 mit 31,25 Punkten. Aktuell kommt er nur noch auf einen Stand von 13,5 Punkten.

Mit ihrem Liquiditätsbarometer misst das Institut die Einschätzungen der Deutschen in Bezug auf ihre aktuelle und ihre zukünftige finanzielle Situation. Grundlage ist das Ergebnis der bevölkerungsrepräsentativen Studie "Liquidität 50 Plus", für die Anfang des Jahres mehr als 3.000 Bundesbürger befragt wurden. Die Berechnung erfolgt analog zum Ifo-Geschäftsklimaindex, der ebenfalls die derzeitige Lage und wie die künftige Erwartung berücksichtigt. 

Stimmung der Älteren deutlich pessimistischer

"Die Werte bleiben auch nach diesem herausfordernden Jahr durchweg im positiven Bereich. Das zeigt, dass die Deutschen ihre finanzielle Lage insgesamt solide sehen", kommentiert Frank Mühlbauer, Vorstandschef der Team Bank, das Ergebnis. Dennoch sei über alle Altersgruppen hinweg die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr abgesackt. Besonders groß ist der Rutsch bei Menschen im Alter ab 50 Jahren. Der Wert verliert 75 Prozent und fällt von 17,74 auf 4,25 Punkte. 

"Lockdown und Kontaktbeschränkungen wie auch die gesundheitliche Bedrohung treffen die ältere Generation mitunter besonders hart", so Mühlbauer. Zwar seien gegen Ende des Erwerbslebens und beim Eintritt in das Rentenalter viele Deutsche von kurzfristigen Verwerfungen am Arbeitsmarkt, Kurzarbeit oder Jobverlust weniger oder gar nicht betroffen. "Aber auch wenn finanzielle Einbußen in der Generation 50 Plus weniger häufig erlebt werden als in anderen Altersgruppen, wird die Krise natürlich wahrgenommen", so der Vorstandsvorsitzende.

Gfk-Komsumklimaindex steigt wieder leicht an

Insgesamt geht nur rund ein Drittel der Befragten derzeit von einer positiven finanziellen Entwicklung aus. Vor einem Jahr haben die Deutschen ihre derzeitige und künftige finanzielle Situation noch deutlich besser eingeschätzt. In eine ähnliche Richtung wiesen die jüngsten Ergebnisse der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Der GfK-Konsumklimaindex erholte sich allerdings zuletzt etwas und stieg um 2,6 auf minus 12,9 Punkte. "Trotz der aktuellen Krisenstimmung gibt es einen großen Wunschstau im Konsum. Die Prognosen lassen ein deutliches Wachstum nach Ende der Corona-Beschränkungen erwarten", so Mühlbauer.

Für ein Viertel der Befragten hat sich die finanzielle Lage aufgrund der Corona-Pandemie verschlechtert. Dabei trifft es vor allem Bürger im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. In dieser Altersgruppe beklagen 30 Prozent der Befragten Einbußen. Zuversichtlich sind dagegen die Jüngeren, wenn sie an ihre künftige finanzielle Situation denken. Bei den unter 30-Jährigen erwarten zwei Drittel eine finanzielle Verbesserung, in der Generation ab 50 Jahren ist es nur gut ein Fünftel. 

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