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Neue EZB-Statistik liefert Details zu privaten Vermögen

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Eine neue EZB-Statistik soll für mehr Transparenz bei privaten Vermögen im Euroraum sorgen. Diese zeigt vierteljährlich, wie sich Einkommen, Schulden, Immobilien- oder Aktienbesitz aktuell verteilen und deckt Wechselwirkungen mit der Geldpolitik auf.

Reichere Haushalte investieren häufiger am Kapitalmarkt oder in Immobilien. Die Vermögen ärmerer Verbraucher bestehen hingegen meist aus Einlagen und Versicherungsansprüchen. 


In ihrer neuen Statistik zur "Verteilungsbasierten Vermögensbilanz" will die Europäische Zentralbank (EZB) vierteljährlich Informationen zur Vermögensverteilung der privaten Haushalte veröffentlichen. Die Distributional Wealth Accounts, kurz DWA, soll die 2021 überarbeitete geldpolitische Strategie der Notenbank unterstützen, in dem die Analyse die wechselseitige Interaktion zwischen Einkommen, Schulden und Geldanlagen und der Geldpolitik systematisch bewertet. 

Breite Zahlenbasis schließt Datenlücke

Das Zahlenwerk, das jeweils fünf Monate nach Ende des Beobachtungszeitraums aktualisiert wird, verbindet die Ergebnisse der Haushaltsbefragung des Eurosystems zu Finanzen und Konsum (Household Finance and Consumption Survey) mit den gesamtwirtschaftlichen Daten der sogenannten Sektoren. Hierzu gehören neben den privaten Haushalten auch nichtfinanzielle sowie finanzielle Kapitalgesellschaften, der gesamte Staat einschließlich der gesetzlichen Sozialversicherung, private Organisationen ohne Erwerbszweck sowie die "übrige Welt". 

Durch die Verknüpfung und -auswertung der verschiedenen Informationen in der DWA stehen künftig vergleichbare Daten für Deutschland und andere Länder des Euroraums zur Verfügung. Diese sollen Veränderungen bei der Verteilung von Kapital zwischen privaten Haushalten schneller sichtbar machen und damit eine Datenlücke schließen.

Schulden und Anlagen werden transparent

Im Zentrum stehen dabei das Gesamtvermögen als auch die Gesamtverbindlichkeiten der privaten Haushalte. Diese werden aufgeschlüsselt nach den einzelnen Vermögenskomponenten. Das sind

  • Einlagen, 
  • Schuldverschreibungen, 
  • börsennotierte Aktien, 
  • Anteile an Investmentfonds, 
  • Versicherungsansprüche, 
  • finanzielles und nichtfinanzielles Betriebsvermögen, 
  • Immobilien sowie 
  • Verbindlichkeiten in Form von Wohnungsbaukrediten und übrigen Krediten. 

Zudem wird schließlich das Nettovermögen eines Haushalts als Differenz zwischen der Summe aller Anlageformen und den Verbindlichkeiten abgebildet.

Vermögen bestimmt Anlageverhalten

Die Statistik unterscheidet dabei zwischen den privaten Haushalten in den oberen fünf Dezilen (D6 bis D10) der Nettovermögensverteilung und der vermögensärmeren Hälfte (D1 bis D5) sowie nach Beschäftigung als auch Wohnsituation. Konkret lässt sich an den Daten ablesen, wie zum Beispiel Verbraucher unterschiedlicher Einkommens- und Vermögensschichten Geld anlegen. 

Die Vermögen der Dezile 1 bis 5 bestehen in einem hohen Maße aus risikoarmen Anlageformen wie Einlagen und Versicherungsansprüchen. Die Vermögensstruktur der reicheren Haushalte umfasst dagegen in einem deutlich größeren Umfang Kapitalmarktinstrumente und vor allem Immobilien- und Betriebsvermögen", führt die Deutsche Bundesbank zu den Zahlen für Deutschland aus. 

Die nachstehende Grafik zeigt, wie sich beispielsweise der Zuwachs bei Wohnimmobilien und die Wertsteigerungen von börsennotierten Aktien auf die Vermögensverteilung der privaten Haushalte auswirken: 
 

Spanne zwischen Arm und Reich noch groß

Laut der DWA der EZB ist beispielsweise der Anteil des Nettovermögens der privaten Haushalte im Euroraum, der sich im Besitz der vermögendsten fünf Prozent der Verteilung befand, im zweiten Quartal 2023 im Vergleich zu 2016 leicht gesunken. Allerdings liegt dieser noch immer bei über 43 Prozent. Auch in Deutschland ist der Bundesbank zufolge die Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung noch immer "recht hoch", auch wenn diese in den vergangenen Jahre leicht zurück ging.  

"Die Verteilung und die Struktur des Vermögens können Wirkung und Wirksamkeit der Geldpolitik beeinflussen. Daher dürfte es bei der Analyse geldpolitischer Maßnahmen grundsätzlich hilfreich sein, die finanziellen Unterschiede zwischen den privaten Haushalten stärker im Blick zu haben", so die Bundesbank. Vor diesem Hintergrund sei es für eine Notenbank von besonderem Interesse, künftig die neue Statistik zu erstellen und zu nutzen.

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