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09.06.2016 | Vermögensaufbau | Interview | Onlineartikel

"Alle Entscheidungen basieren auf der Risikotoleranz des Anlegers"

Autor:
Eva-Susanne Krah
Interviewt wurde:
Professor Günter Schmidt

leitet den Lehrstuhl ORBI-Operations Research and Business Informatics an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.  

Für eine solide persönliche Finanzplanung müssen Kunden wie deren Bankberater ihr jeweiliges Wissen teilen. Der Springer-Autor Professor Günter Schmidt erklärt im Interview, worauf es dabei ankommt.

Springer Professional: Herr Schmidt, die eigene finanzielle Zukunft zu planen, wird für private Anleger immer wichtiger, seit deutlich wird, dass allein staatliche Vorsorge für die Mehrzahl nicht mehr ausreicht. Welche Rolle nehmen Banken hier in der Beratung aus Ihrer Sicht ein und welchen Anforderungen sollte die Beratung genügen?

Günter Schmidt: Banken sind sicherlich Ansprechpartner für private Anleger. Ob sie den Anforderungen gerecht werden, ist eine andere Frage. Ich empfehle jedem privaten Anleger, die Hoheit über seine Entscheidungen zu behalten und eigenes Know-how zu erwerben, um die Qualität der Beratung auch einschätzen zu können.

Wie sollten die wesentlichen Beratungsphasen für Privatkunden im Financial Planning aufgebaut sein und worauf kommt es an, damit die Finanzplanungsziele für beide Seiten transparent und umfassend abgebildet werden?

Die wesentlichen Phasen sind Istaufnahme, Sollkonzept, Maßnahmenplanung und Überwachung. Die einzelnen Finanzplanungsziele werden im Sollkonzept formuliert und von allen an der Beratung Beteiligten in Übereinstimmung abgezeichnet.

Bei Kreditinstituten wird teils bemängelt, dass sie ihre Kunden nicht umfassend beraten oder den Kundenbedarf nicht genau erkennen. Welche Kriterien der Finanzplanung sollten Geldhäuser wie Privatkunden im Beratungsprozess unbedingt berücksichtigen?

Ein Problem, das man nicht genau genug formulieren kann, kann man auch nicht lösen. So läuft ein Kunde, der nicht über ausreichendes Grundlagenwissen verfügt, Gefahr, dem Bankberater "ausgeliefert" zu sein. Daraus folgt zunächst einmal die Aufforderung an die Kunden, das grundlegende finanzplanerische Know-how zur Beratung mitzubringen. Darauf aufbauend kann dann der Finanzplanungsprozess starten.

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Warum ist die Gewichtung der einzelnen Anlageobjekte und ihrer Risiken im Portfolio eines Anlegers dabei so entscheidend?

Alle Entscheidungen basieren auf der Risikotoleranz des Anlegers. Denn jedes einzelne Anlageobjekt hat ein Risiko. Durch die Diversifikation der Anlageobjekte in einem Portfolio kann man die Summe der individuellen Risiken senken. Die einzelne Gewichtung ist relevant für Rendite und Risiko.

Insbesondere Geschäftsführer von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) müssen weitere Aspekte ihrer Finanzplanung bedenken. Welche kommen in der Beratung von Firmenkunden aus Ihrer Sicht zum Tragen?

Zunächst einmal haben Geschäftsführer den Vorteil, dass sie in den meisten Fällen über ein besseres finanzielles Grundlagenwissen verfügen als andere Personen. Denn neben der persönlichen Finanzplanung gibt es auch eine betriebliche Finanzplanung. Die persönliche und die betriebliche Finanzplanung sind in solchen Situationen zu verknüpfen. Das Konzept der persönlichen Finanzplanung lässt sich auch auf juristische Personen übertragen. Dabei mögen sich die Ausprägungen des Problems unterscheiden.

Neben der Finanzplanung und -beratung ist die regelmäßige Überwachung der erzielten Ergebnisse für den Vermögensaufbau wesentlich. Welcher Maßstab gilt hier in der Zusammenarbeit mit Banken beispielsweise bei der Performance-Analyse, woran sich Anleger orientieren können?

Die Performance kann im Durchschnitt nicht besser und sollte auch nicht schlechter sein als die, die risikobehaftete Märkte bieten. Ein wesentliches Qualitätsmaß ist vor allem die Diversifikation. Gute Banken haben immer eine gute Performance. Verluste allein sprechen nicht gegen eine gute Performance.

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