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07.06.2024 | Vermögensaufbau | Infografik | Online-Artikel

Vielen Menschen fehlt das Geld zum Sparen

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3:30 Min. Lesedauer

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Im Alter wird bei vielen Menschen das angesparte Kapital nicht reichen, um ausreichend versorgt zu sein, so der BVR. Es fehlt an Geld für das anvisierte monatliche Sparvolumen. Der Verband fordert mehr staatliche Förderung.

Jeder zweite Verbraucher in Deutschland verfehlt die eigenen Sparziele um mindestens die Hälfte. Besonders häufig trifft dies auf Junge und Kleinsparer zu, obwohl gerade für diese Zielgruppen die Vorsorge eine besonders große Bedeutung hat. Das ist das zentrale Ergebnis einer Anfang Juni veröffentlichten Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). 20 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Kantar zu Jahresbeginn befragten 2.413 Personen legen mangels finanzieller Mittel überhaupt kein Geld auf die hohe Kante. Dabei haben diese Menschen nach eigenen Angaben eine Sparnotwendigkeit von 166 Euro im Monat. 

Viele erreichen ihr Sparziel nicht

Aber auch bei den Umfrageteilnehmenden, die monatlich Geld zurücklegen, gibt es zum Teil enorme Lücken zur gewünschten Zielsumme. So fehlt zehn Prozent der Menschen, die zwischen einen und 49 Euro im Monat anlegen, zum Sparziel von 141 Euro noch 116 Euro. "Relativ ausgedrückt sind das 80 Prozent zu wenig", monieren die Studienautoren. Weitere knapp 20 Prozent der Bevölkerung gelten dem BVR zufolge mit 50 bis 99 Euro im Monat als Kleinsparer. Auch sie unterschreiten ihre Zielsumme in Höhe von 171 Euro um gut die Hälfte. 

Ein Plus verzeichnen lediglich die sieben Prozent der Befragten, die im Monat 500 Euro oder mehr investieren. Sie liegen im Schnitt um 169 Euro über der anvisierten Sparsumme. 

Junge Menschen mit großen Sparlücken

"Die Bundesbürger haben eine hohe Bereitschaft zur Zukunftsvorsorge, aber zu vielen fehlen die Mittel", kritisiert die BVR-Präsidentin Marija Kolak die Ergebnisse der Erhebung. Dabei verfehlen nicht nur Kleinsparer in Deutschland ihre Sparziele, sondern auch viele junge Menschen. 

Erwerbstätige zwischen 20 und 29 Jahren berichten in der Umfrage von einer durchschnittlichen Sparlücke in Höhe von 115 Euro. Denn diese Zielgruppe kann derzeit nur halb so viel anlegen, als sie es für notwendig erachtet. Für die Kohorte der 60- bis 69-Jährigen hingegen liegt die Sparlücke mit 76 Euro bei
30 Prozent des eigenen Sparvolumens. Die Sparziele der beiden Gruppen liegen dabei ähnlich hoch. 

Für die mindestens 70-Jährigen sinkt das Gap sogar auf 21 Euro oder elf Prozent. Angehörige dieser Altersgruppe haben die höchste Eigentums- und zugleich die geringste Verschuldungsquote für diese Immobilien. Das beflügele die Sparfähigkeit. Zudem verringern sich bei diesen Personen die Vorsorgeaufwendungen, da sie nach Verrentung bereits ausgezahlt werden. 

Mehr Förderung, weniger Bürokratie

Das sei "mit Blick auf die Altersvorsorge fatal", warnt Kolak. "Die Bundesregierung sollte unabhängig vom vorgelegten Rentenpaket II eine Reform der Riesterrente noch in diesem Jahr beschließen." Sowohl junge Menschen als auch Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen benötigten eine verbesserte staatliche Förderung der privaten Vorsorge. Hier wiesen die Vorschläge der von der Bundesregierung eingesetzten Fokusgruppe zur Riesterrente aus dem Jahr 2023 "in die richtige Richtung". 

Der genossenschaftliche Verband wünscht sich weniger Bürokratie und die Öffnung der Förderung für alle Erwerbstätigen. Außerdem gehörten auch renditestärkere Wertpapiere wie Aktien und Fonds in den Kreis der förderfähigen Anlagen. Dem BVR zufolge sollten die Fördersätze vor allem für junge Menschen und Eltern deutlich angehoben werden. "Solche Verbesserungen haben das Potenzial, die Attraktivität der geförderten privaten Altersvorsorge in der Bevölkerung zu stärken", heißt es.

Erwerbstätigen mehr finanziellen Spielraum geben

Auch sollte der Produktionsfaktor Arbeit entlastet werden - "trotz und im Rahmen eines verantwortlichen Umgangs mit den öffentlichen Finanzen". Denn nur so könne der Spielraum für diejenigen erweitert werden, die in der Mitte des Erwerbslebens stehen. "Verteilungspolitisch kann der Staat hier zwischen einer steuerlichen Entlastung und einer der Sozialabgaben wählen. Letztere wäre gerade für die unteren Einkommensgruppen wirkungsvoller", betont der BVR. In beiden Fällen stünde den Sparern bei einer geringeren Steuer- und Abgabenquote ein größerer Anteil ihres Einkommens zu Vorsorge-, Spar- und Investitionszwecken zur Verfügung.

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