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07.02.2019 | Vermögensverwaltung | Im Fokus | Onlineartikel

Die Pharmabranche verheißt gesundes Wachstum

Autor:
Michael Fuchs

Pharmaaktien haben im vergangenen Jahr eine Renaissance erlebt. Als die Börsen im Herbst auf Tauchstation gingen, waren die Aktien der Medikamentenhersteller gefragt. Die Branche ist dabei mehr als nur ein Stabilitätsanker.

Die Börsenhausse der vergangenen Jahre hat Anlegern hohe Gewinne beschert. Aktionäre von Amazon, Apple, Netflix, Wirecard und anderen Werten aus dem Technologiesektor durften sich über Kursvervielfachungen freuen. So  konnte sich der Nasdaq-100-Index, in dem sich die wichtigsten US-Technologiewerte versammeln, von Anfang 2014 bis 2018 mehr als verdoppeln, während sein kleiner Bruder, der deutsche Tec Dax, im selben Zeitraum fast eine Verdreifachung hinlegte.

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Anleger, die in dieser Zeit auf Pharmaaktien setzen, mussten kleinere Brötchen backen. Mit einem Zuwachs von rund 60 Prozent auf Sicht von fünf Jahren entwickelte sich der MSCI-World-Healthcare-Index ordentlich, aber nicht überragend. Doch als die Technologiewerte im Herbst 2018 auf Talfahrt gingen und selbst Giganten wie Apple kräftig Federn ließen, konnten sich die Aktionäre von Pfizer, Novartis & Co.  beruhigt zurücklehnen: Derzeit liegt der Healthcare-Index auf dem Niveau von Beginn 2018, während der MSCI-World zehn Prozent tiefer notiert. Pharmaaktien haben damit einmal mehr ihren Ruf als defensive Branche, die kaum auf konjunkturelle Abschwünge reagiert und in schwierigen Börsenphasen stabil tendiert, bewiesen.

Pharmabranche hat vielversprechende Perspektiven

Doch nicht nur die Eigenschaft als Stabilitätsanker macht die Branche interessant. Auch wenn die Wertentwicklung in den vergangenen Jahren nicht überragend war, sind die Perspektiven doch vielversprechend. Maximilian-Benedikt Köhn, Analyst für den Sektor Healthcare beim Vermögensverwalter DJE Kapital, nennt gleich mehrere langfristige Wachstumstreiber. Da ist zum einen der ungesunde Lebensstil in den Industrienationen. Übergewicht und die gesundheitlichen Folgen gewinnen an Brisanz. "In den USA waren in den 1980er-Jahren unter 18 Prozent der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig – inzwischen sollen aber bereits knapp 40 Prozent an Adipositas leiden. Auch das sogenannte metabolische Syndrom – eine Herzerkrankung mit den Risiko-Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Arteriosklerose – nimmt deutlich zu, mit entsprechenden Folgekosten bei Behandlungen", so Köhn. Hinzu kommt der steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern, der zu einem prozentual noch stärkeren Anstieg als in den Industriestaaten führt. "Wohlstandskrankheiten waren vor zwei bis drei Jahrzehnten dort oft noch völlig unbekannt und undiagnostiziert", betont Köhn. Hinzu kommt die steigende Lebenserwartung der weltweiten Bevölkerung. Damit werden künftig alterstypische Erkrankungen noch zunehmen, "mit entsprechend steigenden Gesundheitskosten".

Auch das Innovationstempo und die Bewertung spricht für Pharmaaktien. "2018 ist bislang das Jahr mit der höchsten Anzahl an neu zugelassenen Pharmaprodukten in den USA", stellt der Analyst fest. Dabei  bewege sich der Sektor mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis von 17 auf dem Niveau von Ende 2013.

Investoren brauchen Risikobewusstsein

Doch Healthcare ist weit mehr als die traditionellen Pharmakonzerne. Die Branche umfasst ebenso Medizintechnikhersteller, Versicherer und viele andere Unternehmen mit Bezug zum Thema Gesundheit. Große Chancen für wagemutige Anleger bietet dabei der Biotechnologiesektor. Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen mit innovativen Ansätzen können bei Forschungserfolgen regelrecht durch die Decke gehen. Der bestehenden Risiken sollten sich Anleger aber bewusst sein, gibt Analyst Köhn zu bedenken. Denn wenn ein Wirkstoff nicht die angestrebten Ziele erreicht, kann das für eine Firma im schlimmsten Falle das Aus bedeuten.

Investoren, insbesondere Privatanleger, sollten daher auf die richtige Risikostreuung im Portfolio achten. "Ist die Risikoneigung durchschnittlich ausgeprägt, kann die alte Faustregel Anwendung finden, wonach der Aktienanteil bei '100 minus Lebensalter' liegen sollte", meint Springer-Autor Wolfgang Raab im Buchkapitel "Fondstypen" auf Seite 62. Bei normalen Anlagesummen sei allerdings eine kostengünstige Risikostreuung bei der Direktanlage faktisch nicht möglich. Raab empfiehlt daher die Wahl entsprechender Fonds. Diverse börsengehandelte Branchenfonds sowie eine ganze Reihe aktiv gemanagter Produkte bieten dazu inzwischen gute Möglichkeiten.

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