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Über dieses Buch

Werden Risiken ohne Beachtung der Nachhaltigkeit untersucht, stoßen Entscheider an Grenzen, weil sie die Komplexität und Dynamik der Risiken überraschen. Die Herausforderungen in der Gesellschaft und große Schäden zeigen, dass es bisher keinen überzeugenden Ansatz zum Umgang mit Risiken unter Einbeziehung der Nachhaltigkeit gibt. Der Tagungsband enthält Anregungen und Lösungsansätze zur Verknüpfung der Themen Risiko und Nachhaltigkeit aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Gesundheit und Technik.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Aktuelle Entwicklungen von Standards im Risikomanagement - Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit?

Im Jahr 1998 wurde mit Veröffentlichung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) in Deutschland durch § 91 Abs. 2 AktG erstmals eine gesetzliche Forderung eines Risikofrüherkennungssystems für existenzgefährdende Risiken etabliert. Durch die so genannte Ausstrahlungswirkung des KonTraG wirkt diese Forderung auch bei größeren GmbHs und teilweise im öffentlichen Bereich.
Niels O. Angermüller

Chapter 2. Entrepreneurship und Finanzierung von innovativen Start-ups

Durch „schöpferische Zerstörung“ (Schumpeter) sorgen die Entrepreneure für die Entstehung neuer höherwertiger Produkte und Dienstleistungen, welche die alten Güter ersetzen und eine dynamische Fortentwicklung der Ökonomie sicherstellen. Entrepreneurship gilt so als treibende Kraft der marktwirtschaftlichen Systeme.
Reza Asghari

Chapter 3. Nachhaltigkeit in der Personalarbeit als erfolgskritischer Faktor für Unternehmen

Allen technischen Innovationen und Veränderungen zum Trotz bleiben die Mitarbeiter bei den allermeisten Unternehmen ein erfolgskritischer Faktor. Maschinen und Automaten müssen z.B. bedient, Unternehmens- Personal- oder Marketingstrategien entwickelt und umgesetzt werden. In den Unternehmen kann deshalb auf den Faktor Personal nicht verzichtet werden.
Horst Call

Chapter 4. Sustainability Reporting – Trends in Regulation and Challenges in Implementation

Sustainability reporting is getting more and more attention from companies and regulators. Companies need to respond to the expectations of their stakeholders by including the impacts of their business activities on the environment and society in their strategic and operative management systems, as well as decision making process and their system of external reporting. On the other hand, a number of regulatory bodies have worked and are still working on establishing guidelines and standards for sustainability reporting in order to achieve a higher level of harmonization throughout the world. On the basis of an overview and comparison of different sustainability reporting frameworks, guidelines and standards, we show the direction in the development of sustainability reporting regulation and practice in the last two decades. Our study points out to a growing number of companies that nowadays prepare sustainability reports using different frameworks, as well as to particular challenges in future implementation.
Ksenija Denčić-Mihajlov, Maja Stojanović-Blab

Chapter 5. Ungleichheit als ökonomischer und sozialer Risikofaktor

Die Debatte über eine steigende Ungleichheit in den hochentwickelten Ländern hat in Wissenschaft und Öffentlichkeit an Intensität zugenommen. Auch in Deutschland ist diese Debatte gesellschaftlich sehr relevant, da sie häufig sehr emotional und in Bezug auf vergangene sozialpolitische Entscheidungen, wirtschaftliche Krisen oder die Flüchtlingsproblematik geführt wird. Zudem fühlen sich viele Mitglieder der Gesellschaft unmittelbar betroffen, da sie empfinden, abgehängt oder vom sozialen Abstieg bedroht zu sein.
Frank Eberhardt

Chapter 6. Schönfärber oder Anwalt gesellschaftlicher Interessen? Die Rolle der Public Relations im Nachhaltigkeitsmanagement

Wenn Unternehmen über ihre Nachhaltigkeitspolitik und -maßnahmen sprechen, dann wird Public Relations oft zum Experten für’s Waschen und Färben erklärt: Whitewashing, Greenwashing oder Schönfärberei lauten gerne die Vorwürfe an die PR. Der Vorwurf der Kritiker: Nachhaltigkeitsberichte oder CSR-Kampagnen dienen Unternehmen als potemkinsche Dörfer, hinter deren Fassaden sie ihr mitunter verantwortungsloses Geschäft geschützt vor der kritischen Öffentlichkeit weiter betreiben können. Dieser Kritik wird dann oft mit dem Argument begegnet, dass PR als Anwalt gesellschaftlicher Interessen Veränderungen in die Unternehmen trage.
Olaf Hoffjann

Chapter 7. Digital Stakeholder Integration für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg

Der Beteiligung von Stakeholdern wird in den verschiedenen Konzepten und Standards zur Förderung der Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) eine hohe Bedeutung zugesprochen. Die Identifikation und Berücksichtigung der verschiedenen Ansprüche und Interessen im Umfeld eines Unternehmens soll maßgeblich dazu beitragen, die ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit sicherzustellen.
Dirk Hohm

Chapter 8. Horizontale und vertikale Wirkungen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen im System des Rechts

Am 25. September 2015 hat die UN-Generalversammlung die globale Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) wurden von einer internationalen Arbeitsgruppe (Open Working Group, OWG) auf der Grundlage der Ergebnisse der Rio+20-Konferenz entwickelt. Sie lösen die Millenniumentwicklungsziele aus dem Jahr 2000 ab und dienen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Hinsicht.
Winfried Huck

Chapter 9. Patientensicherheit und klinisches Risikomanagement

Patientensicherheit wird definiert als „Abwesenheit unerwünschter Ereignisse“. Erreicht werden kann dies nur im Kontext eines etablierten Qualitätsmanagementsystems und eines wirksamen klinischen Risikomanagements, wobei der Begriff „klinisch“ der medizinischen Umgangssprache entspringt und unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Im vorliegenden Fall bezieht sich „klinisch“ auf die Arbeit mit Patienten, unabhängig vom Ort der Leistungserbringung oder der Profession des Ausführenden.
Tobias Immenroth

Chapter 10. Nachhaltigkeit - Ein Blick aus dem globalen Süden

Wenn man zeigen will, dass man dazu gehört und in der aktuellen Diskussion dabei ist, nicht in der Kaiserzeit oder der Weimarer Republik stecken geblieben ist, muss man bestimmte Begriffe können: den Begriff „Partizipation“ muss man können: „Inklusion“, „Nachhaltigkeit“, „Entwicklungszusammenarbeit“, „Integration“ usw. Das sind aktuelle Begriffe.
Emmanuel Kileo

Chapter 11. Risiko und Nachhaltigkeit im internationalen Wirtschaftsrecht

Die Begriffe ‘Nachhaltigkeit’ und ‘Risiko’ lassen sich zusammenführen in dem Aspekt ihrer zukunftsbezogenen Ausrichtung. Denn ‘Risiko’ bezeichnet eine ‘Form des Problematisierens von Zukunft’. Aber auch eine Determination dessen, was als ‘nachhaltig’ angesehen werden kann, erfordert die Einnahme einer zukunftsgeleiteten Perspektive.
Claudia Kurkin

Chapter 12. Entwicklung und Implementierung von Konfliktmanagementsystemen in Unternehmen und Organisationen

Beim betrieblichen Risikomanagement lässt sich eine starke Fokussierung auf Unternehmensrisiken wie Insolvenz, mangelnde Liquidität, technische Risiken, Softwarerisiken oder Umweltrisiken beobachten. Mehr Beachtung verdient jedoch der Human Factor, wie das Funktionieren der Kommunikation im Unternehmen, die Führungskultur sowie der Ablauf von Entscheidungsprozessen.
Ansgar Marx

Chapter 13. Risiken vs. Gefahren – der soziologische Blick auf das Managen von Unsicherheit

Der Diskurs über Risiken unterschiedlichster Art ist mittlerweile fester Bestandteil des professionellen wie organisationalen Einkalkulierens intendierter und nicht intendierter Folgen von Entscheidungen. Kein Mediziner kann darauf verzichten, das Risiko eigener Fehldiagnosen zu bedenken, kein Unternehmer das Risiko aktuell anstehender Investitions- oder Personalentscheidungen ignorieren und auch niemand kann mit Blick auf eigene (berufs-)biographische Entscheidungen davon ausgehen, dass er diese in „künftige[n] Gegenwarten“ erneut in gleicher Weise treffen würde, sondern muss zwischen alternativen Entscheidungsoptionen abwägen.
Anja Mensching

Chapter 14. Risiko und Nachhaltigkeit aus Entscheidersicht

Hier sollen Risiko und Nachhaltigkeit aus der Sicht von Entscheidern in Wirtschaft und Gesellschaft beleuchtet werden. Was für eine Bedeutung haben sie für den Entscheider, und wie kann ein Entscheider praktisch mit Risiko und Nachhaltigkeit umgehen? Dabei betrachten wir Entscheidungen aller Art, wie beispielsweise die Investition in ein neues Produkt, die Gewährung eines Kredits oder den Erlass eines Gesetzes. Die zugrunde liegenden Überlegungen bleiben stets dieselben.
Achim Michalke

Chapter 15. Technik- und Umweltrisikomanagement durch staatliche, europäische und internationale Normsetzung

Das Thema „Technik- und Umweltrisikomanagement des Staates“ ist auf den ersten Blick ein alter Hut. Der Nationalstaat, aber auch die Europäische Union sowie internationale Organisationen und nicht zuletzt auch Forschungseinrichtungen aus den verschiedensten Disziplinen und auf den unterschiedlichsten Ebenen beschäftigen sich seit vielen Jahren mit diesem Thema und den damit zusammenhängenden Fragestellungen. Also: Alter Wein in neuen Schläuchen? Mitnichten.
Martin Müller

Chapter 16. Der virtuelle Produktentstehungsprozess - Chancen und Risiken

Von den Automobilherstellern wurden aufgrund immer kürzer werdender Modelllaufzeiten und einer rasant ansteigenden Variantenanzahl seit Ende der 1990er Jahre die Entwicklungszeiten für neue Produkte quasi halbiert. So hat ein Systemlieferant für eine komplexe Fahrzeugkomponente, z. B. einen Autositz, heute maximal 20 Monate Zeit, um das Produkt zu konstruieren, Prototypen zu bauen und zu erproben und die Konstruktion anhand der Erprobungsergebnisse zu optimieren.
Martin Rambke

Chapter 17. Begrenzung rechtlicher und wirtschaftlicher Risiken im Kunsthandel durch nachhaltige Vertragsgestaltung

Eine Kapitalanlage in Kunst wird vermehrt als attraktive und renditestarke Alternative zu klassischen Finanzprodukten wahrgenommen. Dabei gilt der Erwerb von Kunstwerken –wirtschaftlich wie juristisch– als risikobehaftet: die häufig hohen umgesetzten Werte machen den Markt für Kunstfälscher attraktiv, bis zu 30% aller veräußerten Kunstwerke sollen „unecht“ sein. Die spektakulären Prozesse um den Verkauf gefälschter Kunstwerke der letzten Jahre, insbesondere die vermeintliche „Sammlung Werner Jägers“ des Kunstfälschers Beltracchi, scheinen eine Bestätigung für diese These zu sein.
Christian Reichel

Chapter 18. Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle von Banken und Sparkassen im Kontext von Niedrigzinsen und SREP

Das Geschäftsmodell der Kreditinstitute in Deutschland gerät von mehreren Seiten aus unter Druck. Zum einen macht das langanhaltende Niedrig- bzw. Negativzinsniveau den Instituten zunehmend zu schaffen, zum anderen stellt die Bankenaufsicht mit der umfassenden Modellierung des SREP hohe Anforderungen an die Funktionsfähigkeit der Geschäftsmodelle. Beide Effekte erhöhen den Handlungsbedarf auf der strategischen Ebene der Institute.
Svend Reuse

Chapter 19. Risikomanagement und Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft

Im vorliegenden Beitrag werden beispielhaft unterschiedliche Ansätze des Risikomanagements und das Verständnis von Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft dargelegt. Die Darstellung richtet sich insbesondere an Leser aus anderen Fachdisziplinen, wie das Rechts- und Finanzwesen, den Fahrzeug- und Maschinenbau oder auch die sozialen Berufe. Die Zusammenhänge werden überblicksartig mit einzelnen konkreten Beispielen dargestellt mit dem Fokus auf die grundsätzlichen Denk- und Vorgehensweisen.
Klaus Röttcher

Chapter 20. Smartphone-Applikation zur Prognose toxischer Blaualgenblüten - Risikominimierung durch nachhaltige Überwachung der Gewässerqualität

Algenblüten insbesondere von Blaualgen (Cyanobakterien) stellen in Binnengewässern und an Badestränden saisonal ein Gesundheitsrisiko dar und erfordern eine Überwachung der Situation insbesondere in öffentlich genutzten Bereichen. Die von einigen Cyanobakterien Spezies produzierten Toxine führen bei Betroffenen durch Hautkontakt oder Ingestion zu allergischen Reaktionen unterschiedlicher Schweregrade.
Hedda Sander

Chapter 21. Harte Landung und weiche Wissenschaft - Was kann Wirtschaftstheorie zur Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise beitragen?

Harte und weiche Wissenschaften treffen aufeinander, wenn sich Naturwissenschaftler und Ökonomen an der Ostfalia in einem Zentrum für wissenschaftliches, interdisziplinäres Risikomanagement und Nachhaltigkeit (ZWIRN) zusammenschließen.
Olaf Schlotmann

Chapter 22. Life Cycle Assessment als Instrument zur Optimierung der Nachhaltigkeit in Prozessen und Produkten

Seit den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts sind die Umweltschädigungen als Folge der wirtschaftlichen Tätigkeit der Menschen zunehmend in das Bewusstsein geraten.
Joachim Schmidt, Andreas Bertram, Jens Hahnemann

Chapter 23. Risikomanagement und Kartellrecht

Das Thema Risikomanagement spielt unter Juristen spätestens seit 1998 eine zunehmend - bedeutende - Rolle. Mit dem in jenem Jahr in Kraft getretenen „Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich“ (KonTraG) hat der Vorstand einer Aktiengesellschaft gem. § 91 Abs. 2 AktG geeignete Maßnahmen zu treffen, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.
Fabian Stancke

Chapter 24. Nachhaltigkeitsmanagement deutscher Banken - im Lichte anerkannter Nachhaltigkeitskodizes

Immer mehr Banken versuchen, sich als nachhaltig zu präsentieren und orientieren sich dabei an Kriterien verschiedener Nachhaltigkeitskodizes. In welchem Maße werden diese erfüllt? Der Beitrag vergleicht die Selbstdarstellung von Banken aus Österreich und Deutschland aus dem Genossenschafts-, dem Sparkassen- und dem privaten Sektor.
More and more banks show up as sustainable banks. They refer to codes of sustainability and try to match their criteria. This paper evaluates to which extent banks follow codes of sustainability. It compares Banks in Germany and Austria in its self-expression on the basis of an acknowledged code.
Friedrich Thießen, Tommy Jehmlich, Jan Justus Brenger

Chapter 25. Nachhaltig in Stadt und Region – Nachhaltigkeit und Risikomanagement in Verantwortung der Städte und Regionen

Die globalen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie haben ihre Auswirkungen auf der lokalen Ebene der Städte und Kommunen. Die ökonomischen Risiken durch die globalisierten Märkte, die sozialen Risiken durch Polarisierungen in der Gesellschaft und die ökologischen Risiken durch die Klimaveränderungen werden vor Ort immer stärker spürbar. Umgekehrt sind es die Städte und Kommunen, die in ihrer Verantwortung nachhaltige Entwicklungen direkt umsetzen können.
Brigitte Wotha

Chapter 26. Impact of Biofuel Promotion on Agricultural Imports - the Case of the EU Renewable Energy Directive

There are basically two most widespread types of biofuels: bioethanol produced from sugar and cereals to replace petrol and biodiesel made of vegetable oils as a substitute to diesel. One of the basic incentives for biofuel production used to be low prices on agricultural goods and increasing prices on fossil fuels. This development stimulated governments to promote this production segment.
Kateryna Zelenska

Chapter 27. Prüfung der Risikokultur und der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells in Banken im SREP

Der SREP prüft ab 1.1.2016 die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und die Risikokultur in Banken. Geschäftsleitungen und Prüfer stehen damit vor neuen Herausforderungen im Licht der EU Bankenunion. Mittelständische Banken müssen die Prüfer von der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und der Angemessenheit der Risikokultur überzeugen, da die Aufsicht sonst die Kompetenz der Geschäftsleitung im obligatorischen Fit & Proper-Test anzweifeln und bei zu großen Risiken Frühinterventionsmaßnahmen starten muss. Bei gravierenden Mängeln muss die Aufsicht abschreckende Sanktionen einleiten.
Stefan Zeranski, Franziska Nocke

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