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15.04.2020 | Versicherer | Schwerpunkt | Online-Artikel

Corona gibt Kreditversicherern viel zu tun

verfasst von: Swantje Francke

2:30 Min. Lesedauer

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Wo die Wirtschaft schwächelt, wächst die Gefahr für Lieferanten, auf ihren Rechnungen sitzen zu bleiben. In diesem Jahr ist aufgrund der weltweiten Corona-Epidemie mit einer Welle von Unternehmensinsolvenzen zu rechnen, die die Kreditversicherer fordern wird.

Aktuell steuert die globale Wirtschaft durch unruhiges Fahrwasser. Corona-bedingt sind viele Betriebe geschlossen. Doch Mieten, Personal- und Betriebskosten laufen weiter. Insolvenzen sind die Folge, wenn Versicherungen wie Betriebsschließungspolicen nicht greifen. Hinzu kommen Unsicherheiten im Warenverkehr. Die negativen Entwicklungen auf Produktions- und Nachfrageseite schlagen sich in schwächelnden Umsätzen, niedrigem Cashflow und bröckelnden Margen nieder.

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Zahlungsausfälle ein Fall für Kreditversicherer

Daraus resultiert eine intensive Phase für Kredit- und Exportkreditversicherungen, denn sie springen auf Lieferantenseite ein, wenn Abnehmer ihre Rechnungen nicht begleichen können. Als Folge der Corona-Pandemie ein zunehmend anzutreffendes Szenario mit eintretenden Forderungsausfällen und langfristigen Zahlungsverzögerungen.

Für das laufende Jahr prognostiziert Kreditversicherer Coface angesichts der Auswirkungen des Corona-Virus auf die Weltwirtschaft ein Wirtschaftswachstum von minus 1,3 Prozent sowie einen Anstieg der Firmeninsolvenzen um 25 Prozent.

Insolvenzen weltweit zu erwarten

Mit der größten Zunahme an Unternehmensinsolvenzen rechnet Coface in den USA mit plus 39 Prozent. Westeuropa wäre mit einem Plus von 18 Prozent betroffen. Unter ihnen würde Deutschland eine Steigerung um elf Prozent erleben, Frankreich um 15 Prozent, Großbritannien um 33 Prozent, Spanien um 22 Prozent und Italien um 18 Prozent. Auf Japan, das ebenso wie Deutschland zehn Jahre lang sinkende Insolvenzzahlen erlebte, sieht Coface einen zweistelligen Anstieg mit 12 Prozent zukommen.

Für die Emerging Markets dürften die Folgen der Krise noch weitreichender ausfallen. Neben massiven Handelseinbrüchen sieht der international agierende Kreditdienstleister dort sinkende Ölpreise zum Problem werden. Bereits 2009 wies Springer-Autorin Carmen Mausbach-Groscurth in Bankfachklasse Ausgabe 4/2009, Seite 23, auf das aktuell eintretende Szenario hin: 

Die Konjunktur bricht weltweit ein, die Rohstoff- und Ölpreise fallen kräftig. In diesem Zusammenhang kommt vor allem China eine besondere Bedeutung zu, weil dieses Land derzeit den höchsten Verbrauch an Zement, Eisen, Stahl, Aluminium, Kupfer und Kohle hat."

Erste Anzeichen dieser Unsicherheit manifestieren sich in den aufstrebenden Wirtschaften bereits durch Kapitalabfluss, der den der Finanzkrise 2008 um ein vierfaches übersteigt. Geopolitische Spannungen und Konflikte dürften die problematische Situation laut Coface noch weiter verschärfen.

Chinas Wirtschaftsleistung verlangsamt

"Insgesamt steht die globale Wirtschaft in diesem Jahr vor ihrer ersten Rezession seit 2009", resümiert Coface-Volkwirtin Christiane von Berg. Gegenüber 2019, als weltweit elf Länder eine Rezession erlebten, würden es in diesem Jahr voraussichtlich 68 Länder sein.

Wachstum sei höchstens noch in China und Indien zu erwarten, wenngleich auch verlangsamt. Dies liege in im immensen Aufholpotenzial und der schieren Menge an Arbeitskraft beider Länder begründet, auch angesichts eines Lockdowns. Für China sei mit einer Verbesserung der Wirtschaftsleistung um vier Prozent und für Indien um 3,5 Prozent zu rechnen.

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