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21.01.2020 | Versicherungsmarkt | Im Fokus | Online-Artikel

Versicherer auf dem Weg zum nachhaltigen Finanzgeber

verfasst von: Swantje Francke

2 Min. Lesedauer
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Während Klimaveränderungen Versicherern immer mehr Schäden aufbürden, versuchen Assekuranzen künftige Schäden durch nachhaltige Investments abzufangen. Jetzt soll ein Vergleichsrahmenwerk für diese Investments her.

Nachhaltigkeit spielt für institutionelle Anleger eine wachsende Rolle bei ihren Investments. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens AON Hewitt beschäftigen sich 67 Prozent der befragten Investoren aus Kanada, den USA und Europa besonders intensiv mit dem Klimawandel und einhergehenden Naturkatastophen. Im Zuge dessen gewinnt eine steigende Anzahl von Versicherungsunternehmen Gefallen an der Idee, Nachhaltigkeit ins Geschäftsmodell zu integrieren.

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Désirée Schubert und Elsa Pieper zeigen in diesem essential auf, welchen eigenen Regeln Nachhaltigkeitskommunikation folgen sollte, um Wirksamkeit zu erzielen. Daraus haben die Autorinnen praxisrelevante Aspekte für die Versicherer übersetzt.

No Deal ohne Green Deal

Als langfristige Kapitalanleger könnten Versicherer nach Einschätzung von Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), wichtige Impulse für Klimaschutzinvestitionen setzen. Diese Investitionen müssten aber auch ökonomisch nachhaltig sein.

Obwohl deutsche Versicherungsunternehmen im Jahr 2018 laut GDV ein Kapitalanlagevermögen von rund 1.600 Milliarden Euro investierten, scheint für Green-Deal-Investitionen indes noch kein schlüssiges Nachhaltigkeitsprogramm hinterlegt zu sein, beklagt die Ratingagentur Oekom Research. 

Dabei geht es in erster Linie darum, als Unternehmen wie auch Branchenteilnehmer die eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern, wie Springer-Autorin Angelika Delen in "Opportunitäten durch Green Finance" (Seite 535) festhält:

Um die Treibhausgasemissionen bis 2030 senken zu können, bedarf es etwa 180 Mrd USD. zusätzlicher Investitionen. Das ist jedoch nur ein Teil der notwendigen Bemühungen, um eine erfolgreiche Umsetzung gewährleisten zu können. Klimarisiken zu verstehen und zu integrieren, ist der zweite Bestandteil. Es geht nicht nur darum, neben der finanziellen Rendite positive Auswirkungen zu erzielen. Es geht vielmehr darum, für die Zukunft gerüstet zu sein."

Klima und Umwelt sind versicherungsrelevant

Ein solches Rahmenwerk zu erarbeiten, hat sich die Deutsche Bundestiftung Umwelt (DBU) auf die Agenda gesetzt. Unterstützt mit einem Budget von 296.000 Euro durch die Greenshurance Stiftung soll ein Bewertungssystem entwickelt werden, anhand dessen sich nachhaltiges Handel von Versicherern bewerten lässt. In Kooperation mit Tobias Popovic, Professor am Zentrum für Nachhaltiges Wirtschaften und Management an der Hochschule für Technik Stuttgart, sowie einem wissenschaftlichen Beirat für nachhaltige Finanzen soll der Beitrag von Produkten und Maßnahmen zum Umweltschutz seitens der Kompositversicherer vergleichbar werden. So könne ein Wettbewerb in Gang gesetzt werden, der für die gesamte Branche Anreize schafft, grünere Produkte zu entwickeln, heißt es.

Schätzungen der EU zufolge sind jährlich Investitionen in Höhe von 180 bis 290 Milliarden Euro erforderlich, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Deutsche Erstversicherer haben 2018 nach GDV-Angaben ihre Infrastrukturinvestitionen um etwa ein Drittel auf 32 Milliarden Euro aufgestockt. Ein Hindernis: die geringe Zahl an passenden Projekten, vor allem in Deutschland.

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