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29.09.2017 | Versicherungsvertrieb | Nachricht | Onlineartikel

Innovationspreis der Assekuranz: Digitalisierung treibt die Branche

Autor:
Bernhard Rudolf

Digitalisierung ist weit mehr als nur die Modernisierung der Systeme und Prozesse", erläuterte Professor Dr. Heinrich R. Schradin, Lehrstuhl für Versicherungslehre an der Universität zu Köln, bei der Preisverleihung des Innovationspreises am 26. September 2017 in Köln.

In seinem Vortrag  "Insurtech – alter digitaler Wein in neuen Schläuchen" anlässlich des Innovationspreises, der 2014 vom Analysehaus Morgen & Morgen und Versicherungsmagazin ins Leben gerufen wurde, zeigte Schradin drei Leitmotive bei der Digitalisierung der deutschen Versicherungswirtschaft auf:

  • Steigerung der Kundenzufriedenheit,
  • Steigerung von Effektivität und
  • Steigerung von Effizienz (Kostenmanagement).

Versicherer müssen Kundenschnittstelle besetzt halten
Die Digitalisierung verändere aber auch das Geschäftsmodell der Zukunft für Versicherer. So entstünden neue Ökosysteme mit Smart Home, Mobility oder Vitality. Diese Systeme könnten auch von Energieanbietern oder Telekommunikationsunternehmen besetzt werden. Dabei mahnte der Hochschullehrer: "Wo bleibt hier der Versicherer?" Die Versicherer dürften sich nicht nur auf die Rolle des finanziellen Regulierers beschränken lassen. Wichtig bleibe, dass der Versicherer auch in Zukunft die Kundenschnittstelle besetze.

Neue Produktwelten

Weiterhin entstünden neue Produkte, die situativ, kurzfristig, flexibel und mobil seien. Darüber hinaus können im Betrieb Effizienzreserven gehoben werden, etwa mit dem Ausbau der Dunkelverarbeitung. Zudem könne im Schadenfall die Digitalisierung das Schadenmanagement vereinfachen. So plane zum Beispiel der neue Versicherer One, die Schadensbearbeitung in einer Minute zu erledigen.

Insurtechs flexibler, kreativer und innovativer

Insurtechs könnten, so Schradin, die Wertschöpfungskette der Versicherer verändern. Dabei seien Kooperationslösungen als auch Wettbewerbskonzepte am Markt zu beobachten. Sicher sei, dass die Digitalisierung den Rückgang der Beschäftigten im Betrieb und im Vertrieb beschleunige. Insurtechs besetzten zunehmend die Kundenschnittstellen der Versicherer. Die zentrale Geschäftsidee liege in der Vereinfachung in der Kundenkommunikation: inhaltlich, örtlich und zeitlich. Der Wettbewerbsvorteil der Insurtechs liege in ihrer Flexibilität, Kreativität und Effizienz. Erfolgreich seien die Start-ups auch in der Akquise von Risikokapital. Aber der Zenit könne möglicherweise schon überschritten sein, warnte Schradin.

Hier finden Sie – mit freundlicher Genehmigung – den Vortrag von Professor Schradin.

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