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Junge Kunden sind weniger markentreu

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Nur ein Drittel junger Autokunden ist markentreu. Die neue Käufergeneration tickt anders, weil sich die Erwartungshaltung an Fahrzeuge verändert hat. Das zeigt ein aktuelles Automobilbarometer.

Junge Autokäufer wollen möglichst viel Erlebnis rund um's Auto, dann bleiben sie der Marke treu.


Früher war die Markenloyalität von Autokunden hoch. Wer etwa erstmals eine Premiummarke kaufte, blieb ihr meisten sein Leben lang treu. Junge Autokäufer haben laut dem "Automobilbarometer 2018" von Consors Finanz jedoch eine andere Einstellung zu ihrem Vehikel. 

  • Fast 80 Prozent der Befragten aus der Verbraucherstudie sind allgemein der Meinung, dass die Käufer von heute weniger an er Marke hängen als zuvor.
  • 53 Prozent der Autofahrer global und 46 Prozent der deutschen Autolenker sind hingegen überzeugt, dass ihre Kinder ein Leben lang dieselbe Automarke kaufen werden.
  • Tatsächlich stammen jedoch nur bei 31 Prozent der jungen Generation zwischen 18 und 29 Jahren die Fahrzeuge vom selben Hersteller. 

Die Kunden selbst haben allerdings eine andere Wahrnehmung. 82 Prozent von ihnen sagen von sich selbst, sie seien ihrer Marke "treu" oder ziemlich "treu". Im Länderüberblick zeigt sich, dass die Markenloyalität vor allem in Schwellen-oder Krisenländern, etwa Mexiko, Brasilien oder Portugal, hoch ist. Je höher die Einkünfte der Autokäufer, desto stärker steigt im Durchschnitt auch die Kundentreue zu Automobilmarken. 83 Prozent der Automobilkäufer über alle Länder hinweg, die ein höheres Einkommen erzielen, sind markentreuer als Verbraucher mit weniger Einkommen.

Neue Käufergeneration will vor allem Erlebnis

Doch "die neue Käufergeneration tickt anders als ihre Eltern", erklärt Bernd Brauer, Head of Automotive Financial Services von Consors Finanz." Händler wie Autobauer müssten daher ganz neue Wege der Kundenbindung beschreiten. Junge Käufer interessiert bei einem Fahrzeug vor allem der Erlebnis-Faktor. So werde nicht mehr das Fahrzeug selbst zum Statussymbol, sondern das Instagram-Fotoalbum des letzten Roadtrips, weiß Professor Dr. Sven Henlek, Professor für Marketing und Director Research Area Automotive & Mobility EBS Business School. Aus seiner Sicht müssen sich Autohäuser daher von einer reinen Verkaufs- zur Interaktionsplattform entwickeln, auf der Produkte erklärt und ausprobiert werden können und die Markenwelt gelebt wird. Die Zukunft geht zum Beispiel in Richtung digitalbasierter Services, die beim Einkauf im Autohaus bereitgestellt werden. Information und Austausch über ein Fahrzeug im Vorfeld, Konfiguration und Vertragsabschluss sowie Finanzierung sollten künftig am besten über ein Smartphone abgewickelt werden können, um junge Kunden zu binden. Das bedeutet für den Autofachhandel, sich neuen, multimedialen Vertriebs- und Servicekonzepten nicht zu verschließen.

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