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22.06.2020 | Vertriebskanäle | Im Fokus | Onlineartikel

CDH-Vertriebsbarometer: Corona-Crash

Autor:
Jens Wolff
4 Min. Lesedauer

Das 27. Online-Vertriebsbarometer im Frühjahr 2020 stand auch bei Handelsvermittlungen im Zeichen des Corona-bedingten Stillstands. Die Beurteilung der eigenen Geschäfte und der Branchenlage fielen noch deutlich besser aus als die kurzfristigen Erwartungen. Die langfristigen Perspektiven wurden dagegen besser beurteilt.

Nur noch 3,1 Prozent der Teilnehmer beurteilten ihre eigene Geschäftslage und die Lage ihrer Branche als sehr gut. Im vergangenen Spätherbst taten das noch 8,7 beziehungsweise 6,1 Prozent der Teilnehmer. Als gut beurteilte mit 26,9 nach 38,3 Prozent ebenso ein deutlich geringerer Anteil der Teilnehmer ihre eigene Geschäftslage, wie die Lage ihrer Branche. 

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01.06.2020 | Branchen & Märkte | Ausgabe 6/2020

Corona-Crash

Das 27. Online-Vertriebsbarometer im Frühjahr 2020 stand bei den Handelsvermittlungsunternehmen ganz im Zeichen des Corona-bedingten Stillstands. 

Denn für die Branchensituation ging der Anteil der guten Beurteilungen von 34,8 auf 24,7 Prozent ähnlich stark zurück. Mit 35,2 Prozent beurteilte, wie immer, der größte Anteil der Teilnehmer ihre aktuelle Geschäftslage als befriedigend, wenn auch deutlich weniger als im Spätherbst, als deren Anteil noch bei 40,9 Prozent lag. Noch deutlicher ging der Anteil derjenigen, die die branchenbezogene Geschäftslage als befriedigend beurteilten, von 45,9 auf 38,3 Prozent zurück. Damit bildete sie auch hier die größte Gruppe. Fast genauso hoch wie die befriedigenden Beurteilungen der eigenen Geschäfts- und Branchenlage war aber wegen der Corona-Krise der Anteil der schlechten Bewertungen: Mehr als ein Drittel der Teilnehmer beurteilten jeweils ihre Geschäftslage (34,9 Prozent) und die Lage ihrer Branche (34,0 Prozent) als schlecht.

Miserable kurzfristige Aussichten

Noch schlechter als die Lage beurteilten die Teilnehmer angesichts Covid-19 ihre kurzfristigen Geschäftsaussichten. Nur noch 1,9 Prozent, nach 12,5 Prozent im Spätherbst hatten eher bessere kurzfristige Erwartungen. Ebenso drastisch sank der Anteil derjenigen, die kurzfristig wenig Änderung erwarteten, von 54,5 auf 15,9 Prozent. Dagegen war mit 59,3 Prozent der Anteil der Teilnehmer, die kurzfristig eine Verschlechterung erwarteten, mehr als doppelt so hoch wie im Spätherbst mit 29,5 Prozent. Allerdings traute sich während des Shut-Downs fast ein Viertel der Teilnehmer (23,6 Prozent) keine Beurteilung der kurzfristigen geschäftlichen Aussichten zu.

Langfristig Hoffnungsschimmer trotz Unsicherheit

Deutlich uneinheitlicher wurden, wie üblich, die langfristigen Geschäftstendenzen beurteilt. Aber die Veränderungen gegenüber der Herbstumfrage fielen, im Gegensatz zur Beurteilung der kurzfristigen Perspektiven, sogar eher positiv aus, wenn auch mit großer Unsicherheit. So ist der Anteil der Optimisten trotz Corona im Frühjahr 2020 um 0,8 Prozentpunkte von 24,2 auf 25,0 Prozent angewachsen. Und der Anteil der Teilnehmer, die langfristig eher schlechtere geschäftliche Erwartungen hatten, ist von 33,3 Prozent im Spätherbst auf 29,9 Prozent sogar spürbar zurückgegangen. Noch stärker rückläufig ist der Anteil von 23,8 nach 31,8 Prozent der Teilnehmer, die langfristig keine Veränderung ihrer Geschäftsentwicklung erwarteten. Die Unsicherheit ist dagegen erheblich gewachsen. Das ist an dem von 10,6 auf 21,3 Prozent auf das Doppelte gestiegenen Anteil der Teilnehmer, die sich eine Beurteilung der langfristigen Aussichten nicht zutrauten, abzulesen.

Leichte Bremsspuren beim vermittelten Warenumsatz

In jedem Vertriebsbarometer wird auch die Entwicklung des vermittelten Warenumsatzes im jeweiligen Vorquartal gegenüber dem Quartal davor erhoben. Natürlich passt die Umsatzentwicklung des vierten Quartals 2019 vor der Corona-Krise nicht zu den  oben geschilderten Beurteilungen und Erwartungen nach deren Ausbruch.

Im vierten Quartal 2019 konnten nur noch 45,4 Prozent der beteiligten Handelsvertreterbetriebe nach 48,2 Prozent im Vorquartal ihren vermittelten Warenumsatz steigern. Gleichzeitig ist der Anteil der Teilnehmer, die im vierten Quartal 2019 Rückgänge des vermittelten Warenumsatzes zu verzeichnen hatten, von 43,9 Prozent im dritten Quartal auf 48,2 Prozent deutlich gestiegen. Dabei ist nur der Anteil der Teilnehmerbetriebe mit großen Einbußen von mehr als 30 Prozent des vermittelten Warenumsatzes im vierten Quartal 2019 mit 13,3 Prozent nach 6,4 Prozent im dritten Quartal stark angestiegen. Handelsvertretungen mit moderateren Umsatzeinbußen waren dagegen sogar leicht rückläufig, ebenso wie der Anteil der Betriebe mit Umsatzsteigerungen.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Nur noch eine Minderheit der Teilnehmerbetriebe beurteilte ihre eigene aktuelle Geschäftslage und die Lage ihrer Branche als gut oder sehr gut.
  • Spürbar größer war der Anteil der schlechten Beurteilungen der Geschäfts- und Branchenlage.
  • Kurzfristig erwartete die große Mehrheit der Befragten Verschlechterungen. Mit wenig Änderungen oder gar Verbesserungen rechnete kurzfristig nur eine Minderheit.
  • Die langfristigen Perspektiven beurteilte ein etwas größerer, aber deutlich rückläufiger Anteil der Teilnehmer skeptisch als der geringere, aber leicht angestiegene Anteil derjenigen, die eine Verbesserung erwarteten.
  • Der vermittelte Warenumsatz war im vierten Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal insgesamt nur leicht rückläufig.
Quelle: Wolff, J.: "Corona-Crash", Sales Excellence-Ausgabe 6-2020, Seite 49.

Das komplette Vertriebsbarometer lesen Sie in der Sales Excellence-Ausgabe 6 | 2020.
Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier.

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