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25.11.2013 | Vertriebsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Liquiditätsmanagement – So bleibt Ihr Unternehmen flüssig

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Liquiditätsplanung ist eine der wichtigsten unternehmerischen Stellschrauben im operativen Management. Wer hier keine konsequente Strategie hat, kann schnell ins finanzielle Aus geraten.

Strategische Fehler, hohe Forderungsausfälle und verspätete Zahlungen von Kunden sind oftmals der Grund dafür, dass Unternehmen in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Das Spektrum der Maßnahmen, wie Unternehmen eine konsequente Liquiditätsplanung steuern können, ist sehr vielfältig: Es reicht vom qualifizierten Forderungsmanagement über die Nutzung immaterieller Wirtschaftsgüter als Finanzierungsinstrument bis zur externen Eigenkapitalzuführung.

Vier der wichtigsten Fragen, denen sich Unternehmen stellen sollten:

  • Wie können Unternehmen Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Cash-Situation nutzen,

  • Wie kann die Liquiditätsplanung sinnvoll in die Unternehmensplanung integriert sein?

  • Wie sehen Regeln für das Kapitalstrukturmanagement aus,

  • Wie sollten Finanzierungsverträge gestaltet sein, um Risiken abzufangen und Liquidität zu optimieren?

 Eine solide Liquiditätsplanung setzt bei diesen Steuerungsfragen an und berücksichtigt aktuelle und zukünftige Perspektiven des Cash Flow.

Liquidität sichert Unternehmenszukunft

Welche Rolle die Integration des risikopolitischen Managements in die strategische Unternehmensführung und somit als Aspekt bei der wertorientierten Unternehmenssteuerung spielt, hat Bernd Heesen in seinem Buch zur Bedeutung von Cash- und Liquiditätsmanagement näher beleuchtet und mit Kernthesen zur Liquiditätsplanung und -steuerung untermauert. Danach kommt der Liquiditätssteuerung als einem aktiven Steuerungsinstrument von „zukünftigen Chancen und Risiken neben anderen Zielen (z. B. Steigerung des Unternehmenswerts) eine zentrale Bedeutung zu, um die Krisenanfälligkeit und somit die Wahrscheinlichkeit der Zahlungsunfähigkeit zu senken.“

Das Schreckgespenst der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens ist mit weitreichenden Risiken und Konsequenzen sowohl für das betroffene Unternehmen selbst als auch für beteiligte Geschäftspartner verbunden. Heesens These: Ein Unternehmen ohne Gewinn und ohne die angestrebte Rentabilität kann für einen bestimmten Zeitraum bestehen. Ein Unternehmen ohne notwendige Liquidität, um den täglichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, kann nicht überleben.

Wichtige Schritte im Rahmen des Liquiditätsmanagements

Mit wenigen Grundschritten lässt sich ein Gerüst zur Liquiditätsplanung im Tagesgeschäft steuern. Dazu gehört eine entsprechende kurz- und mittelfristige Planung anhand von Tabellen und/oder geeigneter Kennzahlen die Absicherung aktueller und künftiger Risiken über ein Risikomanagement und die Steuerung der erforderlichen Zahlungsströme. Diese stellt auch Heesen als wesentlich für das Fortbestehen eines jeden Unternehmens heraus.

 Am Beispiel eines Automobilkonzerns werden anschaulich die verschiedenen Liquiditätsebenen aufgezeigt, anhand derer das Management eines Unternehmens entsprechende Maßnahmen zur Liquiditätsplanung und –steuerung ableiten kann. Sie tragen dazu bei, den Cash Flow und die Finanzsituation im Rahmen eines Risikomanagements dynamisch anzupassen. Heilsam mag für Unternehmen, die sich konsequent mit Liquiditätsplanung befassen, die dargestellte Erkenntnis sein, dass sich eine gute Steuerung hier auch auf die Steigerung des Unternehmenswerts auswirkt.

Factoring als Alternative

Besonders für Branchen, die häufig Großaufträge bekommen und stark vom nicht langfristig planbaren Projektgeschäft leben, wie die Bauindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau, ist ein konsequentes Liquiditäts- und Forderungsmanagement ein zentraler Faktor des Risikomanagements. Factoring kann eine Möglichkeit sein, um finanzielle Risiken für Unternehmen abzufedern. Tobias Keitel untersucht mit Bezug auf das Projektgeschäft in deutschen Unternehmen der genannten Branchen den möglichen Einsatz von Factoring. Eine Frage ist dabei, ob Factoring im Rahmen des Risikomanagements ein geeignetes Instrument ist und wie es eingesetzt werden sollte. Aktuelle Ergebnisse zum Stand von Factoring liefert eine empirische Studie zum Projektgeschäft in Deutschland von Tobias Keitel im Buch "Factoring als Instrument des Risikomanagements im Projektgeschäft".

Wer Anbieter von Factoring sucht, um Teile des eigenen Liquiditäts- und Risikomanagements zu stützen, findet Dienstleister in großen Unternehmen organisiert im deutschen Factoring Verband e.V. Die im Institut zusammengeschlossenen Unternehmen decken etwa 95 % des Factoring-Volumens in Deutschland ab. Davon kauft jedoch nur ein Institut regelmäßig beispielsweise Forderungen aus dem Projektgeschäft deutscher Unternehmen ein. Weitere Factoring-Dienstleister sind im Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BfM,) organisiert. Dass Factoring als Instrument der Liquiditätsplanung- und -steuerung weiter wächst, zeigen die Zahlen des Gesamtjahrs 2011: Danach legte der Gesamtmarkt im vergangenen Jahr um 18,89% auf 157,26 Mrd. Euro zu.

Wann Factoring Sinn macht

Eine wissenschaftlich-neutrale Studie der Universität zu Köln hat sich mit Factoring in Deutschland als Liquiditätssteuerungsinstrument befasst. Dabei wurden mehr als 1.200 Nutzer und Nichtnutzer von Factoring sowie Intermediäre (Banker, Berater und Finanzdienstleister) zu ihren Erfahrungen mit dem Instrument befragt.

Kernfragen der Studie waren: Wie unterscheiden sich diejenigen Unternehmen, die Factoring einsetzen, von solchen, die kein Factoring nutzen? Welche Erfahrungen haben Mittelständler mit Factoring gemacht? Was hält Unternehmen (noch) davon ab, Factoring einzusetzen? Interessant: In Deutschland hat Factoring bei den Nutzern einen deutlich besseren Ruf als bei den Nichtnutzern. Gegen die Einführung von Factoring werden von den Befragten unter anderem das Argument angeführt, Factoring sei zu teuer und die Abwicklung zu kompliziert. Weiteres Ergebnis: Besonders größere Unternehmen mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz nutzen das Factoring.

Dies steht laut der Studie im starken Kontrast zu anderen europäischen Märkten, in denen Factoring deutlich stärker von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) genutzt wird. Für die Unternehmenssteuerung kann Factoring unabhängig von der Unternehmensgröße jedoch ein wichtiger Bestandteil des eigenen Risikomanagements sein und hilft darüber hinaus, eigene Zahlungs- und Investitionsverpflichtungen gezielt zu steuern, ohne die eigenen Liquidität zu gefährden. Dennoch kann auch Factoring am Ende Risiken bergen – dann nämlich, wenn die Kunden von Unternehmen im Factoring-Prozess nicht belastbar sind und der Grad der Außenstände unkalkulierbar für den Factorer wird. Dies ist gerade im Projektgeschäft ein Grund, warum Factoring-Dienstleister als Baustein der unternehmerischen Liquiditätsplanung nicht immer verfügbar sind.

Die Grundbegriffe des Factorings finden Sie hier

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2011 | OriginalPaper | Buchkapitel

‚Cash’ und Liquidität

Quelle:
Cash- und Liquiditätsmanagement

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

Management der Marktpreisrisiken

Quelle:
Kompaktwissen Risikomanagement

2011 | Buch

Wege aus der Working Capital-Falle

Steigerung der Innenfinanzierungskraft durch modernes Supply Management

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