Skip to main content
main-content

29.03.2016 | Vertriebsplanung | Im Fokus | Onlineartikel

E-Commerce-Umsätze wachsen nur noch bis 2022

Autor:
Ulrich Eggert

E-Commerce ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt, aber langfristig wird es eine natürliche Obergrenze geben, so das Ergebnis einer aktuellen Analyse. Verlierer ist langfristig der stationäre Handel.

E-Commerce bleibt bis zum Jahr 2022 das wichtigste Wachstumsfeld für den Handel. Erst danach schwächt es sich bis etwa 2030 ab. Zu diesen Erkenntnissen kommt die Studie "Zukunft E-Commerce B2C – Quantitative Entwicklungen 2020/25/30" der Ulrich Eggert Consulting aus Köln (UEC) zur Zukunft des virtuellen Handels.

Die Untersuchung liefert eine langfristige Prognose bis 2030 über die Entwicklung des Internetvertriebs in Deutschland. Demnach ist das Geschäftsfeld E-Commerce von 2000 bis 2015 von 2,5 auf etwa 45 Milliarden Euro angewachsen und verzeichnet damit einen Anteil von 9,7 Prozent an den gesamten Einzelhandelsumsätzen (466 Milliarden Euro). 

Empfehlung der Redaktion

01.04.2015 | Ausgabe 2/2015

E-Commerce: Megatrend „Social, Local, Mobile“

Mit der Gründung des sozialen Netzwerks Facebook sowie der Einführung des iPhones wurde mit Ausprägungen wie Social und Mobile Commerce der E-Commerce revolutioniert. Geolokationstechnologien, die im Zuge der Erfolgsgeschichte des Smartphones massent…


Die Analyse zeigt, dass eine einfache Fortschreibung des Trends von 2010 über 2015 bis 2020 vollkommen unrealistisch ist. Sie würde dazu führen, dass E-Commerce im Jahr 2030 einen Umsatz von 380 Milliarden Euro verzeichnet.

Abnehmende Wachstumsraten

Vielmehr ist davon auszugehen, dass die abnehmenden Wachstumsraten, die im Prinzip schon vor 2020 beginnen, ab 2022 aber stärker wirksam werden. Es ist anzunehmen, dass E-Commerce im Jahre 2030 etwa 30 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes verzeichnen wird. Realistische Wachstumsraten nach diesem Denk-Ansatz sind:

  • 2015: 45 Milliarden Euro    (= 9,7 Prozent)
  • 2020: 110 Milliarden Euro  (= 22,4 Prozent)
  • 2025: 135 Milliarden Euro  (= 26,5 Prozent)
  • 2030: 157 Milliarden Euro  (= 30,0 Prozent)

Stationäre Handel verliert ein Viertel seines Umsatzes

Der stationäre Handel würde auf Basis dieser Berechnungen langsam aber stetig an Umsatz verlieren. Im Jahr 2000 setzte der Handel insgesamt 426 Millionen Euro um. 2010 lag der Umsatz bei 407 Milliarden Euro. 2020 würden die Umsätze auf 380 Milliarden Euro und 2030 auf 365 Milliarden Euro sinken. 

Das bedeutet einen Rückgang des stationären Handels von 2000 bis 2030 um 14 Prozent, wobei jedoch alleine von 2015 an gerechnet in 15 Jahren ein Rückgang von 13 Prozent zu verzeichnen sein wird. Der Umsatz des gesamten Einzelhandels wird hingegen in 14 Jahren von 466 auf 522 Milliarden Euro anwachsen wird, also um 12 Prozent.
Das bedeutet, dass der stationäre Handel zwischen 2015 und 2030 ein Viertel seines Wachstumspotenzials durch den E-Commerce verliert. Das gilt besonders für das Non-Food-Segment.

E-Commerce-Systeme werden effizienter und sicherer

Die Gründe dafür sind vielfältig. So steigt die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in E-Commerce weiter, und Organisation, Sicherheitssysteme und Abwicklung werden durch Innovationen sicherer und effizienter. Das gilt beispielsweise für Bezahlsysteme, die zunehmend die mobile Bezahlung möglich machen. Hinzu kommt die Integration von Dienstleistungen sowie bezahlte wie auch unbezahlten Services, wodurch die Gesamtumsätze weiter angekurbelt werden.

Onlinehändler expandieren weiter

Internethändler wie Amazon, aber auch deutsche Unternehmen wie Zalando und Rocket Internet verstärken ihre Anstrengungen, ihre Marktanteile im E-Commerce zu halten und ihre Angebote auszuweiten. Ein Expansionsbereich ist die Food-Branche. Amazon dürfte hier zu einem entscheidenden Markttreiber werden. Organisationen wie REWE und Edeka haben ähnliche Initiativen initiiert und starten ebenfalls durch. Zudem drängen immer mehr ausländische Anbieter auf den Markt .

Discounter drängen ins Internet

Auch die großen Discounter stehen erst am Beginn ihrer E-Commerce-Aktivitäten. Da sie vor allem abgepackte Lebensmittel verkaufen, haben sie große Chancen, im E-Commerce Fuß zu fassen. Möbelmärkte erkennen ebenfalls langsam die Chancen des E-Commerce und werden hier einen Gang zulegen. Hinzu kommt der Siegeszug mobiler Anwendungen und sozialer Netzwerke als Treiber des gesamten Marktes. Langfristig wird auch der 3-D-Druck neuen Schub in das Thema E-Commerce bringen.

Auch ältere Zielgruppen werden immer digitaler

Zudem verändert sich das Verhalten der Zielgruppen. Digital Natives erobern zunehmend die Märkte und Senioren versuchen, sich dem Verhalten jüngerer Nutzer anzupassen. Gerade ältere Menschen schätzen die Bequemlichkeit. Dies führt dazu, dass sie Produkte bestellen und Dienstleistungen wie Lieferservices in Anspruch nehmen. Einfluss auf die Entwicklung hat auch die Bevölkerungsentwicklung.

Der prognostizierte Bevölkerungsrückgang dürfte sich wesentlich verlangsamen beziehungsweise zumindest für längere Zeit verschieben aufgrund der sehr hohen Zuwanderungsraten beispielsweise von Flüchtlingen und Asylsuchenden.

Fazit: Der Handel ist gut beraten, sich rechtzeitig auf diese Entwicklungen einzustellen und Innovationen sowohl online als auch offline voranzutreiben, um langfristig Umsätze und Gewinne des eigenen Unternehmens zu sichern.  

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

20.01.2016 | Vertriebskanäle | Im Fokus | Onlineartikel

E-Commerce wächst und wandelt sich

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Die Corporate Supply Strategy bei Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Lesen Sie am Beispiel von Phoenix Contact, wie der Einkauf in einem weltweit agierenden Industrieunternehmen mit dezentralen Einkaufsstrukturen mit der 15M-Architektur der Supply-Strategie strategisch ausgerichtet werden kann.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise