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21.07.2022 | Vertriebsstrategie | Infografik | Online-Artikel

Darum wird das Neun-Euro-Ticket zum Verkaufsschlager

verfasst von: Eva-Susanne Krah

2 Min. Lesedauer
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Rund 21 Millionen Tickets wurden von der Neun-Euro-Fahrkarte im ÖPNV Stand 1. Juli verkauft. Das zeigt: Vertriebsoffensiven können erfolgreich sein, wenn der Mehrwert für die Kunden stimmt.

Das Neun-Euro-Monatsticket, Teil des Entlastungspakets der Bundesregierung, mausert sich zum Verkaufshit. Fortsetzung geplant. Mit 21 Millionen verkauften Neukundenfahrkarten, die laut Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) seit dem Verkaufsstart abgesetzt wurden, ist die aus der Not geborene Entlastungsmaßnahme für die Bürger unter dem Siegel des Klimaschutzes ein Bestseller. Darin sind die zehn Millionen Bestandskundenabos der Deutsche-Bahn-Kunden noch nicht mitgerechnet.

Bastian Popp, Mitautor des Springer-Buchs "Perspektiven des Dienstleistungsmanagements", stellt im Kapitel "Kundenzufriedenheit in Zeiten von Omni-Channel-Retailing und digitalen Ökosystemen" heraus, wie essenziell etwa in Handelsunternehmen der Faktor Kundenzufriedenheit ist. Diese stelle "seit jeher eine wichtige Basis für starke Kundenbeziehungen und nachhaltigen Erfolg von Handelsunternehmen dar". Er sieht zudem die bedeutsame Rolle des Zufriedenheitsmanagements in Unternehmen. Überdies bietet aus seiner Sicht ein Konzept des Omnichannel-Retailing Kunden die Möglichkeit, sich "in die präferierten Kanäle einzusortieren und verschiedene Kundengruppen anzusprechen." Dieser Ansatz greift auch beim Neun-Euro-Ticket. 

Mehrwert schlägt Preis

Vertrieblich betrachtet funktioniert das Angebot jedoch nicht nur über den Preis. Vielmehr ist die Kombination aus 

  • einfachem Paket, 
  • Preis
  • zeitlich verknapptem Gültigkeitszeitraum sowie 
  • mobilem wie stationärem Vertriebsweg

ein erfolgreiches, klassisch verkaufspsychologisches Konzept, aus dem Vertriebe insgesamt lernen könnten. Denn Kunden verstehen eines am besten: den Mehrwert eines Angebots. Das treibt ihre Kaufentscheidung. Zudem greift die Vertriebskommunikation: Laut einer Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Branchenverband für über 600 Unternehmen des öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehrs, kennen 

  • 98 Prozent der Bürger in Deutschland das Neun-Euro-Ticket, 
  • 48 Prozent der Bürger haben eine solche Fahrkarte laut VDV in der Tasche.

"Den Tarifdschungel beseitigen und das ÖPNV-Angebot möglichst einfach und attraktiv gestalten" nennt Bundesverkehrsminister Volker Wissing als Erfolgsformel für das Fahrkartenangebot. Ab Herbst will die Bundesregierung daher ein neues Ausbau- und Modernisierungspakt mit den Ländern verhandeln, heißt es beim BMDV. Die Verkaufsaktion ruft Überlegungen für Nachfolgemodelle auf den Plan, etwa ein Klimaticket zum Preis von 69 Euro. Die Branche "sei in der Lage, ab dem 1. September ein solches Klimaticket anzubieten", so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Allerdings ziehe das Mehraufwendungen von etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr nach sich.

Weniger Staus, zufriedene Kunden

Ein schöner Nebeneffekt: Seit der Einführung des Neun-Euro-Ticket​s hat sich der Stau in 23 von 26 untersuchten Städten reduziert, das ergibt eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten Tomtom. Und auch bei der Kundenzufriedenheit zeigen sich positive Werte: So sind laut den Markt- und Meinungsforschern von Civey 64,9 Prozent der Kunden, die sich eines der Günstig-Tickets gesichert haben und keine Abobesitzer sind, mit der Ticketvariante zufrieden.

Luft nach oben hat die Deutsche Bahn neben der Pünktlichkeit allerdings bei der Gesamtkundenzufriedenheit. Im Jahr 2021 lag sie bei 77,8 Prozent. 

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