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Die Hälfte der Sozialgelder erhält der Staat zurück

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Die Sozialausgaben in Deutschland stellen zwar einen gewaltigen Kostenblock dar, allerdings bekommt der Staat von jedem Euro über 50 Cent zurück. Auf diesen Social Return kommt eine Studie.

Eine Studie zeigt: Sozialausgaben, etwa für Werkstätten, Jugendhilfe- und Pflegeeinrichtungen, sind keine "verlorenen Gelder". Rund 50 Prozent fließen zum Beispiel über Steuern und Sozialabgaben an den Staat zurück, etwa weil Angehörige (länger) arbeiten können. 


Sozialleistungen des Staates und anderer Leistungsträger sind keine Netto-Kosten. Vielmehr erzielen diese Geldtransfers auch eine soziale Rentabilität. Mittels einer Social-Return-on-Investment-Methode zeigt eine Arbeitsgruppe der Kamel & Nadelöhr GmbH, nach eigenen Angaben Unternehmen für soziale, kirchliche und ökonomischen Immobilienwirtschaft, und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt verschiedene monetäre Wirkungen auf.

Demnach stärkt jeder investierte Euro in soziale Leistungen nicht nur die Menschen, sondern auch Wirtschaft und Gesellschaft. Bei gesetzlichen Sozialleistungen fließen den Berechnungen zufolge 51 Cent an die öffentliche Hand zurück. Bei zuwendungsfinanzierten Projekten seien es 33 Cent. Neben der direkten Unterstützung für Menschen entstehen laut den Forschenden Beschäftigungseffekte. Außerdem würden Folgekosten vermieden. Dadurch flössen Einnahmen durch Steuern und Sozialabgaben an den Staat zurück. Konkret beziffert die Arbeitsgruppe den Rücktransfer auf 51,05 Prozent.

Stichprobe aus Berliner Bezirk Pankow

Die Berechnung basiert auf einer Stichprobe von 25 Einrichtungen der Sozialwirtschaft im Berliner Bezirk Pankow. Einbezogen waren Werkstätten und Wohnformen für Menschen mit Behinderung, Kindertagesstätten, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste sowie Jugendhilfeeinrichtungen, die Hilfe bei der Erziehung leisten. Erhoben wurden die Erlös- und Ausgabenströme des Jahres 2023. In Verbindung mit der Anzahl der betroffenen Menschen wurde eine Hochrechnung für den Bezirk abgeleitet.

Das Forschungsteam untersuchte in der Studie "Social Return on Investment (SROI) im Bezirk Pankow" drei Wirkungen. Erstens wurde die Höhe der monetären Rückflüsse pro Jahr an die öffentliche Hand beziehungsweise an soziale Organisation berechnet. Zweitens wurde analysiert, welche gesellschaftlichen Konsequenzen es hätte, wenn soziale Einrichtungen und ihre Dienstleistungen nicht verfügbar wären. Dabei wurde vorsichtig abgeschätzt, wie viel zusätzliche Arbeitszeit Angehörige dank der vorhandenen Einrichtungen gewinnen. Drittens standen volkswirtschaftliche beziehungsweise regionalökonomische Aspekte im Fokus.

Studie bietet alternativen Blick auf Sozialleistungen

"Die Ergebnisse der monetären Wirkungsanalyse tragen zu einem alternativen Bild von Sozialausgaben bei und erweitern den Blick auf die Bedeutung von messbaren Effekten", schreiben die Studienverantwortlichen. Sozialausgaben seien nicht nur nackte Kosten, sondern stellten auch Investitionen dar. Allerdings lasse die Analyse "keine Ableitung zu, ob die sozialen Dienstleistungen bedarfsgerecht, inhaltlich geeignet und wirksam mit Blick auf Evidenzorientierung sind".

Deshalb zog die Arbeitsgruppe zusätzlich 19 zuwendungsfinanzierte Modellprojekte mit einem Umfang von insgesamt 2,3 Millionen Euro als Stichprobe heran und wertete diese anonym aus. Dabei stand neben einer Abschätzung des Sozialen Return on Investment via Rücktransfers an den Staat – hier 33,51 Prozent – insbesondere die Frage im Raum, wie in operativer Hinsicht überprüfbare Masterkennzahlen entwickelt und umgesetzt werden können.

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Bildnachweise
Geldscheine in Händen/© Yaroslav / Stock.adobe.com