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27.03.2018 | Verwaltungsmanagement | Interview | Onlineartikel

„Der öffentliche Dienst muss mit seinen Vorzügen werben“

Autor:
Anja Schüür-Langkau

Als Arbeitgeber kann die öffentliche Verwaltung mit Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexibler Gestaltung von Arbeitszeiten sowie einem krisensicheren  Arbeitsplatz punkten. Doch um engagierte Nachwuchskräfte zu gewinnen, müssen die öffentlichen Verwaltungen offenere Strukturen schaffen und jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich mit ihren Ideen einzubringen, sagt Stephan Aretz von der Stadtverwaltung Stolberg im Interview.

Welches sind die wichtigsten Themen für die öffentliche Verwaltung in den kommenden  Jahren?

Stephan Aretz: Zu den zentralen Zukunftsthemen, denen sich die öffentliche Verwaltung in den nächsten Jahren stellen muss, gehören die Bewältigung des digitalen sowie des demographischen Wandels unserer Gesellschaft. Wichtig ist hierbei, dass man als Verwaltung geschlossen zielgerichtet handelt und sich nicht von der schnellen (externen) Entwicklung einholen oder auch vorhertreiben lässt. Dabei reicht es nicht aus, alleine auf die bekannten und vertrauten Strukturen der politischen Willensbildung und Verwaltungsarbeit zu setzen. Um hier erfolgreich agieren und nicht nur reagieren zu können, muss sich die kommunale Verwaltung offen gegenüber neuen Kommunikationswegen zeigen. Soziale Medien können vor diesem Hintergrund von der öffentlichen Verwaltung stärker als Kommunikationskanal genutzt werden. Als eine ebenfalls zentrale Herausforderung sehe ich nach wie vor die nachhaltige Sicherung der Finanzierung der öffentlichen Verwaltung und im Besonderen die der Kommunalverwaltungen an. Der derzeit positiven wirtschaftlichen Entwicklung sollte nicht blind vertraut werden, da mitunter noch Altschulden im erheblichen Umfang die Gestaltungsmöglichkeiten der Zukunft einschränken können.

Wie kann es gelingen, dass die Verwaltung als  Arbeitgeber für jungen Menschen attraktiver wird?

Sie muss sich dem Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte aktiv stellen. Die derzeitig zu beobachtende Wandlung vom klassischen Arbeitsmarkt hin zum Bewerbermarkt, ist bereits in vielen Bereichen unserer Verwaltung spürbar. Eine Folge ist, dass gut ausgebildete Fachkräfte teils händeringend gesucht werden. Die finanziellen Anreize, die der öffentliche Dienst Bewerbern bieten kann, sind in der Konkurrenz zur privaten Wirtschaft eher begrenzt. Daher gilt es, andere Aspekte herauszustellen, die den Arbeitgeber „Stadt“ attraktiv machen. Dies kann, beispielsweise die Möglichkeit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die flexible Gestaltung von Arbeitszeiten sowie auch ein krisensicherer Arbeitsplatz sein. Darüber hinaus, sind viele innovative Konzepte in öffentlichen Verwaltungen, wie eine gelebte Führungs- und Fehlerkultur, zielorientierte Führung sowie individuelle Personalentwicklungs- und Karrierechancen vorhanden. Potenziellen Bewerbern sind diese derzeit leider noch völlig unbekannt. Öffentliche Arbeitgeber und insbesondere die Kommunalverwaltungen müssen dazu übergehen mit ihren Vorzügen zu werben und eine starke Arbeitgebermarke zu entwickeln.

Lesen Sie das vollständige Interview in der innovativen Verwaltung, Ausgabe 3/2018.

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