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07.08.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Digitales Deutschland auf steinigem Weg

Autor:
Alexander Ebert

Digitalisierung lautet das Top-Thema in den öffentlichen Verwaltungen. Zwar ist der Anfang geschafft. Doch Bund, Länder und Kommunen müssen sich sputen, zeigt eine aktuelle Studie.

Elektronische Zugänge, E-Akte, Schutz vor Cyber-Kriminalität – im Ranking aller Herausforderungen stehen Digitalisierungsthemen bei den öffentlichen Verwaltungen Deutschlands an oberster Stelle. Die Verwaltungen müssen sich strecken, um bis 2022 ihre Leistungen digital anbieten zu können. Für 86 Prozent der Entscheider bei Bund, Ländern und Kommunen lautet deshalb die Top-Aufgabe für die nächsten zwei Jahre, sämtliche Programme und Vorschriften wie E-Government und Onlinezugangsgesetz umzusetzen. Aktuell sind die deutschen Verwaltungen hier unterschiedlich weit.

Grad der Digitalisierung höchst unterschiedlich

Eine aktuelle Bestandsaufnahme liefert die Studie "Branchenkompass Public Services 2018" von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut. Für die Untersuchung wurden im Februar und März 2018 Entscheider aus 100 deutschen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen (ab 20.000 Einwohnern) online befragt und einige vertiefende Interviews geführt.

Online-Bezahlung bietet erst jede zehnte Behörde an

Danach ist die Umsetzung der zahlreichen Vorhaben unterschiedlich weit fortgeschritten. Zwei Beispiele: Die elektronische Vergabe über Plattformen wie www.evergabe-online.de ist bei rund jeder zweiten Behörde möglich. Die Online-Bezahlung bietet dagegen erst jede zehnte Verwaltung an, weitere 49 Prozent arbeiten an der Umsetzung, so die Studie.

Insbesondere organisatorische Aufgaben beschäftigen die Verantwortlichen. Prozessmanagement, Aufgabenpriorisierung sowie interne Organisation stehen bei mindestens 70 Prozent der Entscheider weit oben auf der Agenda.

Gesetzesfrist 2022 entpuppt sich als Belastungsprobe

Die Hürden und der enge Digitalisierungszeitplan fördern die Zusammenarbeit der Verwaltungen untereinander, zeigt die Studie. Vernetzung und Partnerprogramme funktionieren oder befinden sich im Aufbau, sagen rund acht von zehn Befragten. "Die öffentliche Verwaltung in Deutschland hat mit dem digitalen Umbau gerade einen Kraftakt zu bewältigen", sagt Bernd Baptist von Sopra Steria Consulting. "Der im Online-Zugangs-Gesetz festgelegte Termin 2022 ist eine echte Belastungsprobe für alle Verwaltungsteile." Etwa die Hälfte der Entscheider ist skeptisch, den Termin halten zu können.

Cyber-Kriminalität erfordert Investitionen in IT-Sicherheit

Mit Einführung der Digitalisierung wird die Cyberkriminalität als große Gefahr empfunden und Investitionen in IT-Sicherheit als erheblich eingeschätzt. Jede zweite Behörde verstärkt ihren Schutz. Jede vierte Verwaltung plant ein Security Operation Center, ergab die Befragung.

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