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10.09.2019 | Verwaltungsmanagement | Interview | Onlineartikel

"Die Kommunikation ist eine der großen Herausforderungen"

Autor:
Anja Schüür-Langkau
Interview führte:
Dr. Christian Geiger

ist Politik- und Verwaltungswissenschaftler und seit 2017 als Chief Digital Officer in der Stadt St. Gallen, Schweiz, tätig. Zuvor verantwortete er als akademischer Mitarbeiter in der Stadt Ulm die Bereiche Smart City, Open Government, Open Data, Social Media und E-Government.
 

St. Gallen liegt beim Thema Digitalisierung im Vergleich zu anderen Kantonen in der Schweiz und auch zu Deutschland weit vorne. Dr. Christian Geiger, Chief Digital Officer (CDO) der Stadt, ist einer der maßgeblichen Treiber dieser Entwicklung. Im Interview spricht er über seine Aktivitäten und Projekte.

Was verstehen Sie unter einer smarten Stadt?

Christian Geiger: Smart City bedeutet für uns in St. Gallen Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger und Standortqualität für die Unternehmen. Digitale Instrumente sehen wir als Tools, um diese Ziele zu erreichen. Zudem sollte eine Smart City nachhaltig sein und zwar sowohl ökonomisch als auch ökologisch und sozial. Hinzu kommt, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort eingebunden werden.

St. Gallen gilt als Vorzeigestadt in Sachen Smart City. Was ist das Erfolgsrezept?

Eine wesentliche Voraussetzung ist die Infrastruktur. In St. Gallen ist inzwischen jeder Haushalt an das Glasfasernetz angeschlossen und verfügt über schnelles Internet. Davon sind andere Städte noch weit entfernt. In St. Gallen ist außerdem neben 5G auch das Funknetzwerk LoRaWAN verfügbar, das viele Anwendungen im Bereich Internet der Dinge erst möglich macht.

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01.07.2019 | Titel | Ausgabe 7-8/2019

"Die Kommunikation ist eine der großen Herausforderungen"

St. Gallen liegt beim Thema Digitalisierung im Vergleich zu anderen Kantonen in der Schweiz und auch zu Deutschland weit vorne. Dr. Christian Geiger, Chief Digital Officer (CDO) der Stadt, ist einer der maßgeblichen Treiber dieser Entwicklung. Im …

Sie selbst sind seit eineinhalb Jahren als CDO für die Stadt St. Gallen zuständig. Wie sind Sie dort an Ihre Aufgabe herangegangen?

Wir haben zunächst unser Verständnis einer Smart City definiert und die Strukturen aufgesetzt. Dann wurde ein Lenkungsausschuss Smarte Stadt gegründet. Daran sind zwölf Personen bereichsübergreifend beteiligt. Wir haben uns dem Thema zu Beginn in internen Workshops genähert und dann in offenen Workshops Industriepartner und andere Stakeholder eingebunden. Auf dieser Basis haben wir die Rohfassung einer Smart-City-Strategie entwickelt. Im nächsten Schritt werden dann die Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über eine Umfrage abgeholt. Dann folgt die Öffnung in Richtung Stadtöffentlichkeit. 

Ab September wird es in der Innenstadt von St. Gallen einen Pop-up-Store geben, in dem wir verschiedene Projekte vorstellen und Themenworkshops mit den Bürgerinnen und Bürgern veranstalten. Weiter wird es in dieser sogenannten "Smarthalle" Vorträge, Diskussionsrunden und Ausstellungen geben, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Auf dieser Basis soll dann zum Jahresende die finale Smart-City-Strategie vom Stadtrat verabschiedet werden.

Bei welchen Themen ist Deutschland aus Ihrer Sicht schon weiter

In Deutschland stehen beispielsweise die Themen Open Data und Civic Technology stärker im Fokus als in der Schweiz. Auch die Stadt Ulm, bei der ich zuvor tätig war, hat diese Themen früh aufgegriffen. Insgesamt gibt es vielen größeren Städten Deutschlands interessante Smart-City-Projekte. Es ist jedoch schwer, das Thema in die Fläche zu bekommen. Es gibt natürlich auch kleinere Gemeinden wie beispielsweise Wennigsen, die das Thema Smart City vorantreiben. Doch die meisten Kommunen tun sich mit dem Thema noch schwer.

Lesen Sie das vollständige Interview in der innovativen Verwaltung 7-8 2019.  

Veranstaltungstipp zum Thema

Dem Thema Smart City und der Herausforderungen der Digitalisierung widmet sich auch die Smart Country Convention. Die Veranstaltung findet vom 22. bis 24. Oktober im CityCube Berlin statt und ist eine Kombination aus Kongress, Workshops, Weiterbildungsveranstaltung und Ausstellung. Unter dem Motto "Digitize Public Services" geht es neben dem Thema digitale Verwaltung um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Sicherheit, Abfall, Wasser, Bildung, Gesundheit und Wohnen. Die Teilnahme ist nach vorheriger Onlineanmeldung kostenlos.  

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