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17.05.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Warum Deutschland beim Breitband-Ausbau lahmt

Autor:
Alexander Ebert

Zu wenig Personal, zu wenig Fachkompetenz – diese zwei Hauptgründe bremsen den flächendeckenden Breitband-Ausbau in Deutschland, so eine aktuelle Studie. Sie zeigt aber auch Auswege aus dem Dilemma auf. 

Das schnelle Internet kommt zu langsam. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland anderen Ländern wie Lettland, Schweden oder Südkorea hinterher. Weiße Flecken beim leistungsfähigen Internet finden sich hauptsächlich auf dem Lande. Besonders in den Breitbandklassen ab 50 Mbit/s ist hier jeder zweite Haushalt unterversorgt.

Diese Bestandsaufnahme macht die "Studie zur Förderung des Breitband-Ausbaus im ländlichen Raum", die das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge der Universität Leipzig, die Public Sector Project Consultants GmbH sowie die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Mai 2019 vorlegten. Für die Untersuchung wurden von November bis Dezember 2018 82 Kommunen, fünf Kapitalgeber und 33 kommunale Telekommunikationsunternehmen per Fragebogen beziehungsweise Experteninterviews befragt.

Einige Bremsklötze identifiziert

Die Studie untersucht, wie die unterschiedlichen Förderverfahren auf Länderebene koordiniert werden und welche Förderprogramme und Strategien der Länder bisher am stärksten zum schnellen und lückenlosen Breitbandausbau beigetragen haben. 

Den Befragten zufolge bedingen Personalmangel und mangelnde Fachkompetenz auf Seiten der öffentlichen Hand den teils schleppenden Breitband-Ausbau. Auch wirtschaftliche Überlegungen und die Heterogenität von Ausbaufortschritten, der Eigentums- und Organisationsstruktur sowie den Versorgungsraten stehen laut Umfrage einem flächendeckenden Internet im Wege.

Fehlverhalten sanktionieren

Die Untersuchung liefert auch Lösungsvorschläge. So sollten die Richtlinien und Prozesse der Bundesförderung vereinfacht und gestrafft werden. Weiter würde mehr Fachkompetenz auf Seiten der öffentlichen Hand die Bearbeitung von Förderanträgen beschleunigen. Zudem sollten Anreize für einen Parallel- oder Überbau minimiert und Fehlverhalten geahndet werden – am besten durch Geldstrafen.

Verschiedene Modelle vergleichen

Bei der Entscheidung für ein Wirtschaftlichkeitslückenmodell, also der Strategie zur Beseitigung weißer Flecken, sollten die Kommunen eine umfassende Analyse durchführen. Insbesondere Folgeinvestitionen in technische Nachrüstung seien zu vermeiden. Auch sollten viele Organisations- und Finanzierungsmodelle verglichen werden, um das optimale Modell auszuwählen. 

André Horn von der BDO AG nennt einen weiteren Ansatz: "Hilfreich wäre neben der Anpassung der Förderkulisse ein Investitionsschutz für Unternehmen, die bereits in Glasfasernetze investiert haben und sowohl den Zugang als auch die Nutzung des Netzes zu marktgerechten Konditionen anbieten."

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