Skip to main content
main-content

09.01.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Aufräumen im Maschinenraum der digitalen Verwaltung

Autor:
Alexander Ebert

Deutsche Ämter bieten Bürgern und Unternehmen Top-Service, der auch international klasse ist. Zudem spart der Staat sechs Milliarden Euro. Basis für diese Vision: Die Modernisierung der Registerlandschaft.

Im Maschinenraum der digitalen Verwaltung muss kräftig aufgeräumt werden. Es gibt mehr als 200 Register. Die Landschaft ist administrativ zersplittert. Wer ins Rathaus geht, um seinen Hund an- und sein Auto abzumelden, muss seine Daten jedes Mal neu angeben. Das muss sich dringend ändern. Schnellere, einfa­cherere und günstigere Verfahren sind möglich. Moderne Register ermöglichen erhebliche Einsparungen. Die Digitalisierung der wichtigsten Verwaltungsleistungen auf Basis moderner Register kostet etwa 2,5 Milliarden Euro. Danach spart Deutschland 6,3 Milliarden Euro pro Jahr: Bürger 1,4 Milliarden Euro, Unternehmen eine Milliarde Euro, die Verwaltung würde mit 3,9 Milliarden Euro am stärksten profitieren.

Diese Zahlen nennt der Nationale Normenkontrollrat (NKR) in seinem aktuellen Gutachten "Mehr Leistung für Bürger und Unternehmen: Verwaltung digitalisieren. Register modernisieren". Die Studie wurde von McKinsey & Company, dem Statistischen Bundesamt sowie der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer erstellt und im Oktober 2017 dem Bundeskanzleramt übergeben.

Schnelle Registerauszüge und Datenschutz kein Widerspruch

Das Gutachten macht konkrete Vorschläge, wie die deutsche Registerlandschaft auf Augenhöhe mit Wirtschaft und Gesellschaft gebracht werden könnte. Kern moderner Register sind gute Basisdaten, die von Bürgern und Unternehmen nach dem Prinzip "once only" nur einmal abgefragt werden. Beispielsweise Daten zu Personen, Firmen, Fahrzeugen oder Immobilien. Danach soll es ausreichen, dass die jeweilige Behörde mit Zustimmung des Antragstellers einen Registerauszug abruft. Dabei berücksichtigt der NKR den Datenschutz und zeigt auf, wann Daten verknüpft werden dürfen. Komplizierte Einzelregelungen sollten durch eine allgemeine gesetzliche Grundlage ersetzt werden. Dann wären Basisdaten aktuell, verlässlich und hoch verfügbar.

Bundesregierung soll einen zentralen Kümmerer beauftragen

Den Ball spielt der Normenkontrollrat der Bundesregierung zu. Sie soll jetzt die Voraussetzungen für das Gelingen der Digitalisierungsvorhaben schaffen. Der Blick auf andere Länder lohnt sich. Laut Gutachten gibt es unter anderem in Estland und Österreich, in der Schweiz und in Dänemark "Best-Practice"-Beispiele. Deutschland dürfe den Anschluss an die Pioniere der Digitalisierung nicht verpassen. Dazu brauche es eine zentrale und starke Stelle, die die Registermodernisierung steuert. Außerdem müsse ein politisch Beauftragter her, der diese Querschnittsaufgabe vorantreibt.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.12.2017 | Titel | Ausgabe 12/2017

Dänemark — Ein Vorbild für die digitale Verwaltung

2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Stand des eGovernment in Deutschland

Quelle:
Wirkungen von E-Government

Das könnte Sie auch interessieren

Bildnachweise