Zum Inhalt

Offensive für mehr bezahlbare Wohnungen

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

Deutschland braucht jährlich mehr als 300.000 neue und bezahlbare Wohnungen. Dazu müssen Bund, Länder und Kommunen mit der Wohnungswirtschaft zügig Bauland mobilisieren. Der Städte- und Gemeindebund macht Vorschläge dazu. 

Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sind neue Konzepte notwendig. 


Neue Wohnungen sollen bezahlbar, bedarfsgerecht und klimafreundlich sein. Das ist für den Bund keine einfache Aufgabe. Dieser will im Bündnis mit den Ländern, Kommunen und der Wohnungswirtschaft 400.000 neue Wohnungen schaffen; davon soll jede öffentlich gefördert sein. Doch steigende Baukosten, Materialengpässe und Fachkräftemangel erfordern neue Konzepte. Ein Schlüssel zum Erfolg könnte die Mobilisierung von Bauland sein.

Das stellt der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) in seinem aktuellen Positionspapier "Bauland mobilisieren – Ländliche Räume stärken" heraus. Das Papier liefert Vorschläge, mit denen trotz widriger Umstände eine Offensive für mehr bezahlbaren Wohnraum möglich wäre. 

Kommunale Bodenfonds einrichten

Hierzu könnten unter anderem die Einführung einer Innenentwicklungsmaßnahme im Baugesetzbuch, ein weiter geschärftes kommunales Vorkaufsrecht, in der Praxis vollziehbare Baugebote oder auch die Etablierung kommunaler Bodenfonds beitragen, die durch Bund und Länder unterstützt werden.  "Mit kommunalen Bodenfonds können Städte und Gemeinden je nach Bedarf vor Ort steuern, was und wann gebaut wird. Hierauf sind vor allem die strukturell durch Altschulden belasteten Kommunen angewiesen", so das Positionspapier.

In solchen Fonds werden Grundstücke vorgehalten, über die die Kommunen verfügen können. "Einen solchen Weg geht zum Beispiel Baden-Württemberg mit einem bei der Landsiedlung Baden Württemberg GmbH geführten Grundstücksfonds, der für finanzschwache Kommunen mit Engpässen am Wohnungsmarkt als Zwischenerwerber auftritt", lobt der DStGB.

Leerstände auf dem Land nutzen

Bodenfonds seien aber nur ein Hebel. In Deutschland stünden etwa 1,8 Millionen Wohnungen in oft strukturschwachen ländlichen Gebieten leer. Ländliche Räume müssten daher über leistungsfähige Breitbandnetze, eine lückenlose Mobilfunkversorgung und eine moderne Verkehrsinfrastruktur attraktiver werden. Auch die Nachverdichtung der Innenstädte, der Um- und Aufbau von Bestandsimmobilien sowie die Umnutzung von Leerständen sei erforderlich.

Büros in Wohnraum umwandeln

Weiter regt der DStGB an, das genossenschaftliche Wohnen und die Erbbaurechte zu stärken, die energetische Gebäudesanierung zu fördern, Gebäudeerweiterung mit Aufstockungen und Dachausbauen als auch Umwandlungen von Büro- oder Gebäudeimmobilien in Wohnraum zu realisieren und die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Hier müssten bestehende bautechnische Regelwerke kritisch überprüft und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden, um Baukosten zu reduzieren.

Bund und Länder müssten eine solide Wohnungsbauförderung auflegen. Die Mittel für die soziale Wohnraumförderung sollten langfristig auf mindestens fünf Milliarden Euro jährlich aufgestockt werden, fordert der DStGB.

print
DRUCKEN

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Wohnungswirtschaft 4.0?

Im Zuge der Digitalisierung verändern sich grundlegende Prozesse der Immobilienbewirtschaftung. Neue Möglichkeiten öffnen sich dabei nicht nur bei der Vermietung und Verwaltung, sondern auch hinsichtlich Bau- und Modernisierungsvorhaben.

Offener gesellschaftlicher Dialog als Chance für eine nachhaltige Wohnungswirtschaft. Zwischen Klimawandel, Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit.

Der Aufsatz diskutiert die strategischen Implikationen aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen für die Zukunft der Wohnungswirtschaft. Die Branche ist ein sicherer Hafen für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont, insbesondere in …

Wie stark reagiert der deutsche Wohnungsbau auf steigende Kapitalmarktzinsen?

  • Open Access
  • Analysen

Seit Jahresbeginn gerät der deutsche Wohnungsbau neben steigenden Kosten für Baustoffe, Personal und Energie durch stark anziehende Finanzierungskosten unter Druck. In Verbindung mit hohen Inflationsraten im Euroraum sind die Kapitalmarktzinsen …

Wohnungsangebot durch Investorendruck

Der Wohnimmobilienmarkt wird von zahlreichen, unterschiedlichen Investorengruppen geprägt, u. a. von Privatinvestoren, Genossenschaften oder institutionellen Investoren. Dabei verfolgen die einzelnen Gruppen unterschiedliche Ziele und werden durch …

    Bildnachweise
    Baustelle_iStock-536688136/© AnkiHoglund / Getty Images / iStock