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12.06.2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Blockchain-Modell sorgfältig auswählen

Autor:
Alexander Ebert

Die Blockchain-Technologie könnte die Zukunft revolutionieren. Wie sicher und effizient diese IT-Systeme sind oder sein könnten, zeigt eine umfassende Studie, die in die Tiefe geht.

Ob Finanzwelt, Energiewirtschaft oder Logistikbranche – Wirtschaftszweige aber auch öffentliche Verwaltung interessieren sich für die Technologie der verteilten Datenhaltung. Kein Wunder: Bockchain bietet die Möglichkeit, durch eine dezentrale Struktur die Manipulation von Daten rein technisch zu verhindern, größtmögliche Transparenz zu bieten und Vermittler wie Banken oder andere Intermediäre in Geschäftsprozessen zu ersetzen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte im Februar 2018 in einem Eckpunktepapier Grundsatzfragen der Blockchain untersucht. Nun legte die nationale Cyber-Sicherheitsbehörde eine tiefgehende Analyse der Technologie nach. "Blockchain sicher gestalten" heißt der 100-seitige Leitfaden. Stand: März 2019.

Den Schwerpunkt der Analyse bilden die IT-Sicherheitseigenschaften der Blockchain. Betrachtet wurden aber auch weitere Auswirkungen der technischen Grundkonzeption – etwa auf die Effizienz und die Erfüllbarkeit datenschutzrechtlicher Vorgaben. Zudem analysierte das BSI, in welchem Maße die Blockchain-Technologie die Sicherheitserwartungen erfüllen kann, die an sie gestellt werden. Weiterhin ordnet die Studie diese Erwartungen in den aktuellen Rechtsrahmen ein.

Analyse zeigt Vor- und Nachteile

Grundsätzlich schneiden Blockchains gegenüber klassischen zentralen Datenbanken in den Punkten Verfügbarkeit und Robustheit gegen Missbrauch gut ab. Allerdings zeigt der Leitfaden auch Schwächen auf: Nachteile sieht das BSI in den Bereichen Vertraulichkeit und Effizienz. Traditionelle Sicherheitsprobleme bei Hard- und Software bleiben laut Studie bestehen, neue Angriffsflächen auf verschiedene Komponenten des Systems wie etwa die Konsensmechanismen, Smart Contracts oder externe Schrittstellen kommen hinzu.

Sicherheitsprobleme nicht aus der Welt

"Die Nutzung von Blockchain allein löst keine IT-Sicherheitsprobleme. Zahlreiche Sicherheitsvorfälle mit Schäden in Millionenhöhe zeigen, dass Maßnahmen zur Herstellung von IT-Sicherheit auch durch Nutzung von Blockchain nicht obsolet werden", so BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Bitcoin-Modell oft nicht sinnvoll

Zwar wurde Blockchain durch die Kryptowährung Bitcoin international bekannt. Dieses Modell ist laut BSI aber für die meisten Anwendungen nicht sinnvoll. Blockchains mit strikter Rechtevergabe und authentifizierten Parteien versprechen laut Untersuchung mehr Nutzen. Zudem sei es wichtig, die kryptografischen Algorithmen, auf denen die Blockchain beruht, sorgfältig auszuwählen. Dabei seien die Schutzziele Integrität, Authentizität und Vertraulichkeit wichtig.

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