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19.09.2022 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Online-Artikel

Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Geld für Infrastruktur

verfasst von: Alexander Ebert

2:30 Min. Lesedauer
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Zwei von drei Bundesbürgerinnen und -bürgern wünschen sich mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Je nach Region fallen die Schwerpunkte unterschiedlich aus, zeigt eine aktuelle Umfrage. 

Am wenigsten zufrieden sind die Menschen mit den Bereichen Bildung, Gesundheit/Pflege und Umweltschutz. Allerdings zeigt die Studie "Einstellungen zur öffentlichen Infrastruktur und zum Investitionsbedarf im Regionalvergleich" die im Auftrag des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt wurde,  erhebliche regionale Unterschiede. 

So ist auf dem Land die Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen geringer und die Befragten wünschen sich hier entsprechende mehr Investitionen als jene in der Stadt. Das Gleiche gilt im Bereich Umwelt- und Klimaschutz für die Befragten in der Stadt. Für die Studie online befragt wurden im September/Oktober vergangenen Jahres 8.500 18- bis 75-Jährige.

Unzufrieden mit Klimaschutz, Bildung und Gesundheit

Insgesamt ist der Studie zufolge die Unzufriedenheit in den Bereichen Klimaschutz sowie Bildung und Gesundheit besonders groß. Hier ist im Schnitt nur jeder dritte Befragte zufrieden. Der Wunsch nach zusätzlichen Investitionen ist in allen Bereichen stark ausgeprägt. Nur der Bereich öffentliche Sicherheit ist "die einzige Kategorie, in der zumindest eine knappe Mehrheit der Befragten ihre Zufriedenheit ausdrückte (50 Prozent)", heißt es in der Studie.

Den größten Investitionsbedarf sehen laut Befragung die Einwohnerinnen und Einwohner in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Unterschiedliche Präferenzen gibt es sowohl zwischen Ost- und Westdeutschland als auch in Bezug auf die Kategorien wie ÖPNV, Straßen, Mobilnetz und Internet oder Bildung und Erziehung.

ÖPNV und Straßen ausbaufähig

Beispiel Busse und Bahnen. Knapp die Hälfte der Befragten aus Städten zeigt sich zufrieden mit dem öffentlichen Nachverkehr (ÖPNV), auf dem Land sind es nur 31 Prozent. Auch der Ost-West-Vergleich ist markant: 45 Prozent der Befragten im Osten sind mit dem ÖPNV zufrieden, 38 Prozent im Westen. Laut Studie lässt sich daraus ablesen, dass die Landbevölkerung häufiger das Auto vorzieht. Dagegen ziehen Menschen, die bereit sind, auf das Auto zu verzichten, eher in die Stadt. Dort sind sie stärker auf Bus und Bahn angewiesen.

Mobilnetz und Internet verbessern

Die Unzufriedenheit mit Straßen, Brücken und Autobahnen scheint in Rheinland-Pfalz mit 36 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 38 Prozent vergleichsweise groß. Beim Mobilnetz und Internet sind 52 Prozent der Städterinnen und Städter laut Studie zufrieden, Befragte auf dem Land nur zu 44 Prozent. Dennoch wünschen sich rund zwei Drittel aller Befragten mehr Investitionen, damit das Netz noch besser wird.

Schlusslicht Bildung und Erziehung

Auffällig schlecht bewerten die Befragten die Qualität von Kitas, Schulen und Universitäten. Nur ein Drittel ist zufrieden mit dem Bereich Bildung. "Stadt und Land sowie Ost und West unterscheiden sich hier kaum", so das IMK-Institut. Eher schon zeige sich ein Gefälle zwischen Nord und Süd. Im Vergleich der Bundesländer schneidet Bayern mit 39 Prozent noch am besten ab, Mecklenburg-Vorpommern mit rund 20 Prozent am schlechtesten.