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14.10.2021 | Verwaltungsmanagement | Studie | Online-Artikel

Große Defizite bei der Digitalisierung in Schulen

verfasst von: Anja Schüür-Langkau

2:30 Min. Lesedauer
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Personalmangel und komplizierte Förderantragsverfahren sind die größten Hemmnisse, um die Digitalisierung der Schulen in Deutschland schneller voranzutreiben, so eine Studie. 

Die Corona-Pandemie hat die Defizite an den Schulen offengelegt. unzureichende digitale Infrastruktur, marode Schulgebäude und zu wenig Fachpersonal sind die größten Hemmnisse, um die Schulen zukunftsfähig zu machen. Dies zeigt eine aktuelle Studie von KfW Research auf Basis des "KfW-Kommunalpanels". Dafür hat das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der KfW die Antworten von insgesamt 266 Städten, Gemeinden und Landkreisen ausgewertet. 

Die Ergebnisse seien damit zwar nicht bundesweit repräsentativ, würden jedoch einen belastbaren Eindruck der kommunalen Wahrnehmung vermitteln. Insgesamt habe die Corona-Krise die bestehenden Defizite nochmals deutlicher gemacht. Hybrider Unterricht war in vielen Schulen, da geeignete  Plattformen und technische Ausstattungen fehlten. 

Investitionsbedarf wächst 

72 Prozent der befragten Kommunen sehen großen Bedarf an Digitalisierungsmaßnahmen. 93 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Ausgaben in Zukunft sogar steigen werden. Den höchsten Investitionsbedarf mit jeweils 72 Prozent Zustimmung sehen die Befragten bei Investitionen in die Digitalisierung sowie bei baulichen Maßnahmen an den Schulgebäuden. 

Dabei stehen neben dem üblichen Modernisierungsbedarf für die in die Jahre gekommenen Schulgebäude – denn der Zustand der Schulgebäude hat immer auch Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems – laut Studie öffentliche Gebäude im besonderen Maß im Fokus, wenn es um Themen wie den Brandschutz oder die energetische Sanierung geht. 

Digitalisierung ist ein langfristiges Thema

In Folge der Schulschließungen während der Corona-Pandemie haben Bund und Länder diverse Programme aufgelegt, um den Digitalisierungsfortschritt zu beschleunigen. Die Ergebnisse zeigen jedoch deutlich, dass das Thema Digitalisierung und die damit verbundenen Investitions- und Finanzierungsbedarfe die Kommunen noch weit über die Corona-Krise hinaus beschäftigen wird.

96 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass diese Investitionsbedarfe dauerhaft sein werden; 93 Prozent sind zudem der Ansicht, dass zukünftig sogar noch mehr für die Digitalisierung ausgegeben werden muss. Nur vier Prozent der Kommunen davon aus, dass die aktuellen Investitionsbedarfe für die Digitalisierung in Schulen nur einmaliger Natur sind und in Zukunft wieder abnehmen werden. Jede dritte Kommune geht davon aus, dass die Prioritäten in ihrem Haushalt zugunsten der Schuldigitalisierung verschoben werden müssen.

Kommunale Finanzausstattung weiter stärken

"Zur Unterstützung der Kommunen bei der Digitalisierung haben Fördermittel von Bund und Ländern durchaus gute Dienste geleistet, " heißt es in der Studie. Allerdings sei grundsätzlich fraglich, inwiefern die bisherigen Fördermaßnahmen ausreichend Planungssicherheit für die Finanzierung von als dauerhaft angesehenen Aufgaben bieten können. 

Wichtiger sei daher, "die grundlegende Finanzausstattung der Kommunen zu stärken, sodass diese aus eigener Kraft die Investitionen für die Digitalisierung stemmen oder aber die Stärkung personeller Kapazitäten vornehmen können", so das Fazit der Autoren. 

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