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18.05.2020 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Wie die öffentliche Hand mit Corona umgeht

Autor:
Alexander Ebert
2 Min. Lesedauer

Die Corona-Pandemie hat auch die öffentliche Verwaltung ohne Vorwarnung getroffen. Aktuelle Studien zeigen, wie Behörden mit der Krise umgehen und wie stark einzelne Regionen betroffen sind. 

"Die Mehrzahl der Städte und Gemeinden in Deutschland hatte vor Ausbruch der Corona-Pandemie keine Notfallpläne mit Bezug zu Pandemien", heißt es in der Studie "Umgang mit der Corona-Krise in den öffentlichen Verwaltungen Deutschlands". Diese wurde vom Verwaltungs- und Beschaffernetzwerk in Kooperation mit der Uni Würzburg sowie der IUBH Internationale Hochschule Erfurt durchgeführt. Befragt wurden von Ende März bis Anfang April rund 1.700 Behörden auf allen förderalen Ebenen. 

Home-Office und Schichtdienst

Danach haben die Verwaltungen zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der eigenen Mitarbeiter getroffen – beispielsweise wurden Home-Office-Konzepte und Schichtregelungen eingeführt. "Die Ausgabe von Schutzmasken zur Minimierung der Infektionsgefahr fand vielfach bislang nicht statt, wohingegen der Publikumsverkehr nahezu überall auf ein Minimum reduziert wurde", so die Studie.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass nur etwas über die Hälfte der Verwaltungsmitarbeiter sich durch die getroffenen Maßnahmen ausreichend geschützt sehen. "Es besteht also in vielen Fällen zumindest Verbesserungsbedarf." Eine weitere zentrale Erkenntnis lautet: Vor Ausbruch der Corona-Pandemie existierten bei 80 Prozent der befragten Verwaltungen keine Pandemie-Notfallpläne. Die Befragung zeigt zudem, "dass die Corona-Krise Auswirkungen auf die Finanzen der Verwaltungen haben wird. Bisher geplante Beschaffungsvorhaben werden daher teilweise zurückgestellt."

Krise trifft Regionen unterschiedlich

Eine Prognos-Studie von April 2020 zeigt auf Basis unterschiedlicher Datenquellen, welche Branchen und Regionen besonders von der Krise betroffen sind. Hier schwankt die Intensität über alle Bundesländer, Landkreise und kreisfreien Städte erheblich. Während im BRD-Schnitt rund 22 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Branchen mit hoher Betroffenheit arbeiten, gibt es vor allem in den südlichen Bundesländern überdurchschnittliche Einbrüche – etwa in Baden-Württemberg 30 Prozent, in Bayern 27 Prozent und im Saarland 25 Prozent.

Betroffenheit hängt an Branchen

Prognos führt die Schwankungen auf das jeweilige Gewicht der "Vorleistungen und Investitionsgüter" in diesen Regionen zurück (Metall- und Elektroindustrie, Chemische Industrie, Maschinenbau, Fahrzeugbau). In Ostdeutschland besitzen Thüringen (24 Prozent) und Sachsen (21 Prozent) einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsanteil in Branchen mit hoher Betroffenheit. Laut Studie kann die öffentliche Verwaltung neben anderen Branchen "als vergleichsweise stabil" im Kontext der Nachfrage und Ausübung von Tätigkeiten angesehen werden.

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Quelle:
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