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11.05.2022 | Verwaltungsmanagement | Interview | Online-Artikel

"Die Korruptionsanfälligkeit wird oft unterschätzt"

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Interviewt wurde:
Sven Aust

ist seit 2009 Anti-Korruptions-Koordinator der Stadt Leipzig.

Korruption kommt in allen Bereichen und auf allen Hierarchieebenen vor, betont Sven Aust, Anti-Korruptions-Koordinator der Stadt Leipzig, im Interview. Die öffentliche Verwaltung hat dabei eine besondere Verantwortung zur Prävention. 

Wie korruptionsanfällig ist die öffentliche Verwaltung? 

Sven Aust: Laut dem Bundeslagebild  2020 des Bundeskriminalamts (BKA) ist die öffentliche Verwaltung mit einem Anteil von 50 Prozent der bevorzugte Zielbereich von Gebern. Danach folgt die Wirtschaft mit einem Anteil von 33 Prozent. 

Das ist sicherlich erschreckend. Es hängt aus meiner Sicht aber damit zusammen, dass die Verwaltung nah an den Bürgerinnen und Bürgern sowie an den Unternehmen arbeitet. Diese Nähe erhöht das Risiko, in problematische Situationen zu geraten. Ich glaube aber, diese Zahlen spiegeln die höhere Sensibilität des Themas in der Verwaltung im Vergleich zur Wirtschaft wider. Ich glaube, dass die Bereitschaft in Unternehmen, Hinweise auf Korruption öffentlich zu machen, geringer ist als in der Verwaltung, da die Gefahr der Ruf­schädigung und wirtschaftlicher Nachteile hoch ist. 

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"Die Korruptionsanfälligkeit wird oft unterschätzt"

Korruption kann es in allen Bereichen und auf allen Hierarchieebenen geben, betont Sven Aust als Anti-Korruptions-Koordinator der Stadt Leipzig im Interview. Die öffentliche Verwaltung hat dabei eine besondere Verantwortung zur Prävention.

Wie hoch ist die Dunkelziffer bei Korruptionsfällen insgesamt? 

Sehr hoch. Es ist davon auszugehen, dass  insgesamt gesehen mehr als 90 Prozent aller Korruptionsfälle nicht bekannt werden. Im Umkehrschluss heißt das, nur ein Zehntel der relevanten Vorfälle wird überhaupt behandelt. Das zeigt, wie  groß der Handlungsbedarf ist.

Wird das Thema aus Ihrer Sicht in den Kommunen unterschätzt? 

Aus meiner Sicht ja. Ich habe immer wieder Gespräche mit Amtsleiterinnen und Amtsleitern, die sagen, Korruption gibt es in meinem Bereich nicht. Doch das ist ein falscher Ansatz. Um es deutlich zu sagen: Korruption kann es in allen Bereichen und auf allen Hierarchieebenen geben. Man kann für niemanden die Hand ins Feuer legen und es gibt überall ein paar schwarze Schafe. 

Deshalb ist Korruption immer ein akutes und wichtiges Thema, denn es geht dabei nicht nur um materielle Schäden, sondern um die Erhaltung des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der öffentlichen Hand insgesamt. 

Wie gut sind die Kommunen aufgestellt, um Korruption entgegenzuwirken? 

Das lässt sich sicher nicht allumfassend einschätzen, aber generell ist die Situation in den verschiedenen Kommunen sehr unterschiedlich. Es gibt viele sehr gut aufgestellte Kommunen, aber auch welche, in denen erst ein Vorfall passieren muss, bis die Einsicht da ist, dass die bisherigen Mechanismen nicht ausreichen. 

Lesen Sie das ganze Interview in der innovativen Verwaltung 5/2022.

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